Berufsprofil

Was macht ein Qualitätsmanager?

Qualitätsmanager oder Qualitätsingenieure prüfen und sichern die Qualität von Produkten. Sie optimieren aber auch Prozesse und Anlagen, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem Instandhaltungsingenieur. Die Arbeit des Qualitätsmanagers erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette. Lesen Sie hier mehr über diesen Beruf.

Ingenieure und Ingenieurinnen

Foto: pantermedia.net/pressmaster

Allgemeiner Überblick über die Tätigkeiten

Die Globalisierung hat die Arbeit in vielen Unternehmen beeinflusst. Das gilt vom mittelständischen Familienunternehmen bis hin zum Großkonzern. Der Wettbewerb ist härter, und wer seine Ware zu einem guten Preis verkaufen will muss entsprechende Qualität liefern. Diese wird durch das Qualitätsmanagement eines Betriebes sichergestellt. Doch nicht nur die Globalisierung, auch die Digitalisierung stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen. Abläufe und Prozesse verändern sich, und Roboter übernehmen Routinejobs. Gleichzeitig werden immer schneller immer bessere Produkte nachgefragt. Dadurch steigt die Bedeutung von Qualitätsmanagern immens.

Sie überwachen die Qualitätsstandards. Mehr noch, sie verbessern sie kontinuierlich. Dadurch optimieren sie auch den Umsatz der Betriebe. Dabei geht es nicht nur um die Qualitätsstandards der im Unternehmen erstellten Produkte, sondern auch um die Qualität der eingesetzten Materialien. Diese müssen gegebenenfalls bereits vor Ort bei den Lieferanten kontrolliert werden, was bedeutet, dass der Qualitätsingenieur auch reisen muss. Ziel der Arbeit des Qualitätsmanagers ist es, dass die Produktqualität hinsichtlich der Kundenanforderung erfüllt wird, dass dabei aber die Qualitätskosten minimal bleiben, dass Durchlaufzeiten verkürzt werden und Fertigungsprozesse auf diesem Weg effektiv sind.

Das Qualitätsmanagement fängt aber nicht erst mit der Produktion an. Der Qualitätsmanager oder Qualitätsingenieur begleitet die Entwicklung eines Produktes von den Anfängen an. Er erstellt die Qualitätsstandards für neue Produkte, analysiert die notwendigen Prozesse, optimiert diese, erstellt Anleitungen, wie die Standards eingehalten werden können und überwacht den gesamten Entwicklungsprozess. Qualitätsmanager unterziehen fertige Produkte ausführlichen Tests und Materialprüfungen. Nur so ist es möglich, möglichst wenig Rückläufer zu erhalten, die Kundenzufriedenheit zu garantieren und somit die Umsätze des Unternehmens zu steigern.

Eine wesentliche Aufgabe im Qualitätsmanagement besteht in der Weiterentwicklung von Instrumenten und Verfahren der Qualitätssicherung. Prozessorientierte Vorschriften, Richtlinien und Standards müssen aktualisiert und ausgearbeitet werden. Danach müssen die neuen Qualitätstechniken und Arbeitsanweisungen in das Unternehmen eingeführt werden. Bei allen Arbeitsschritten des Qualitätsingenieurs erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des Unternehmens: zum Beispiel Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Materialwirtschaft und Beschaffung, gegebenenfalls auch mit dem technischen Marketing, Vertrieb und Produktmanagement.

Neben dem betriebsinternen Qualitätsmanagement gibt es auch Normen, wie beispielsweise die ISO 9001, die die gesetzlichen Ansprüche an ein Qualitätsmanagement definieren. Sie müssen unbedingt eingehalten werden. In Einklang gebracht werden muss das Ganze dann noch mit den Kundenwünschen. Im Idealfall sind die Prozesse durch den Qualitätsmanager so optimiert worden, dass flexible Anpassungen an Kundenwünsche jederzeit möglich sind.

Zusammengefasst gehören zu den Tätigkeiten des Qualitätsmanagers folgende Aufgaben:

  • sichern und verbessern der Produktqualität
  • Prozesssicherung
  • Prozessoptimierung
  • Kontrolle der Einhaltung von Qualitätsnormen
  • Verbesserungspotenziale erkennen
  • Entwicklung von Qualitätsstandards für neue Produkte
  • Aufspüren technischer Mängel
  • Erkennen von Funktionsstörungen in Prozessen
  • Überprüfung und Analyse von beispielsweise Produktionsprozessen
  • Risikoanalysen erstellen
  • Anleitung der Mitarbeiter zur Einhaltung von Qualitätszielen
  • Tests durchführen
  • Checklisten anfertigen
  • Zeitmanagement bei Problemfällen
  • Überwachung von Entwicklungsprozessen
  • Berechnung von Qualitätskennzahlen
  • Planung und Umsetzung von qualitätssichernden Maßnahmen
  • Planung und Umsetzung von Audits
  • durchführen von Mitarbeiterschulungen
  • einführen und einbinden neuer Richtlinien
  • Überwachung gesetzlicher Richtlinien und DIN-Normen

Eigenschaften und Softskills, die Qualitätsmanager mitbringen sollten, um ihren Beruf bestmöglich ausführen zu können, sind:

  • analytische Fähigkeiten
  • Leistungsbereitschaft
  • Kommunikationsvermögen / gute Ausdrucksweise
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Organisationstalent
  • Eigeninitiative
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Genauigkeit
  • Qualitätsbewusstsein
  • Flexibilität
  • Stressresistenz
  • Präsentationsstärke
  • Moderationsqualitäten
  • gute Auffassungsgabe
  • kundenorientiertes Denken
  • SAP-Kenntnisse
  • Kenntnisse von den gängigen Qualitätsnormen wie ISO, VDA oder TS
  • bei Arbeit im Ausland oder für Kundenkontakte: Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere Englisch
  • gegebenenfalls Reisebereitschaft, auch ins Ausland

Wie wird man Qualitätsmanager?

Qualitätsmanager ist kein klassischer Ausbildungsberuf, auch gibt es den Studiengang Qualitätsmanagement als komplett eigenständigen – das heißt Bachelor und Master – Studiengang nicht. Das Qualitätsmanagement lässt sich jedoch als Schwerpunkt in verschiedenen anderen Studienfächern auswählen. Qualitätsmanager sind meist Techniker oder Ingenieure, die eine entsprechende Ausbildung haben und sich in Sachen Qualitätsmanagement weitergebildet haben. Denn nur wenige wissen bereits im Studium, dass sie im Qualitätsmanagement arbeiten wollen und richten das Studium entsprechend aus. Für alle anderen gibt es verschiedene Fortbildungsangebote, beispielsweise bei den Industrie- und Handelskammern, aber auch an einigen Hochschulen. Einschlägige Zusatzausbildungen bieten darüber hinaus der TÜV und die DGQ an.

Basis für die Ausbildung zum Qualitätsmanager oder Qualitätsingenieur ist meist ein betriebswirtschaftliches Bachelorstudium. Auch ein ingenieurwissenschaftliches Bachelorstudium ist möglich. Im Master gibt es dann die Möglichkeit, sich auf das Qualitätsmanagement zu spezialisieren. Die meisten Studiengänge haben eine eigene Spezialisierung, die den Schwerpunkt in Sachen Qualitätsmanagement bestimmt. Das sind beispielsweise:

  • Umweltmanagement
  • Ressourcenmanagement
  • Integriertes Management
  • Gesundheitsmanagement
  • Dienstleistungsmanagement

Ausgerichtet auf diese Schwerpunkte werden die üblichen Module für Qualitätsmanager gelehrt, etwa statistische Methoden der Qualitätssicherung, Qualitätskosten, Qualitätslenkung und -planung, Projektmanagement und Prüfmittelmanagement. Das Studienangebot ist jedoch überschaubar und wird meistens berufsbegleitend oder als Fernstudium angeboten. Der Vorteil: Berufstätige wissen bereits, in welchem Bereich sie arbeiten und können die Fortbildung zum Qualitätsmanager entsprechend ausrichten. Die Alternative wäre ein BWL-Studium mit Qualitätsmanagement als Schwerpunkt.

Wichtig: Qualitätsingenieur dürfen sich nur diejenigen nennen, die vor der Ausbildung zum Qualitätsmanager auch tatsächlich ein ingenieurwissenschaftliches Studium absolviert haben. Denn die Berufsbezeichnung Ingenieur ist und bleibt geschützt – auch im Qualitätssektor. Während des Ingenieursstudiums können Studierende ihren Schwerpunkt auf Qualitätsmodule festlegen. Auch gibt es für sie den speziellen Masterstudiengang Qualitätsingenieurwesen, der sich an Bachelor-Absolventen richtet.

Wer erst später im Berufsleben feststellt, dass er Interesse daran hat, den Beruf des Qualitätsmanagers zu ergreifen, kann einen für Ingenieure speziellen Weg der Fortbildung wählen: Wer aus dem Bachelor- oder Masterstudium keine Qualitätskenntnisse vorweisen kann, hat die Möglichkeit, eine Zusatzqualifikation zum Qualitätsingenieur zu absolvieren. Zu den Hochschulen, die diese spezielle Weiterbildung anbieten, gehören zum Beispiel die Wilhelm-Büchner-Hochschule (Pfungstadt) oder Beuth-Hochschule für Technik (Berlin).

Für Qualitätsmanager gilt grundsätzlich: Ob Universität, Berufsakademie oder Fachhochschule – nicht der Abschluss ist entscheidend, sondern die fachspezifische Qualifikation. Auch, wer bereits Erfahrungen im Bereich der Qualitätssicherung vorweisen kann, hat bessere Chancen auf eine Anstellung.

Wo arbeiten Qualitätsmanager?

Qualitätsmanager können in Unternehmen aller Art, aber auch in Behörden eine Anstellung finden. Überall, wo Kunden zufriedengestellt werden müssen, Produktionsprozesse optimiert werden und Kosten gesenkt werden sollen, ist ihr Können gefragt. In welcher Art des Unternehmens der Qualitätsmanager oder Qualitätsingenieur letzten Endes tätig wird, hängt auch von seinem Ausbildungsweg ab.

Ingenieure der Fahrzeugtechnik werden aller Voraussicht nach als Qualitätsmanager in der Automobilindustrie arbeiten. Maschinenbauingenieure in großen Industriebetrieben und Ingenieure der Chemiewirtschaft können im Qualitätsmanagement der Branche Chemie und Pharma tätig sein. Typische Branchen der Ingenieurwissenschaften, die bei der Entwicklung ihrer Produkte auf ein Qualitätsmanagement setzen, sind:

  • Fahrzeugbau
  • Automobilindustrie / -zulieferer
  • Maschinenbau
  • Elektronik / Mess- und Regeltechnik / Halbleiter
  • Elektrotechnik / Automatisierungstechnik
  • Anlagenbau
  • Energieerzeugung / -versorgung / -handel
  • Technische Dienstleistungen
  • Metallverarbeitung
  • Chemische-/pharmazeutische Industrie / Raffinerien
  • Kunststoffindustrie
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • IT / EDV / Telekommunikation
  • Ingenieurbüros
  • Medizintechnik / Gesundheit / Sozialwesen
  • Konsum- und Gebrauchsgüter
  • Sonstige
  • Heizung / Klima / Lüftung / Sanitär
  • Getriebe- und Antriebstechnik / Lager
  • Armaturen / Pumpen / Verdichter

Es gibt sogar bestimmte Branchen, in denen der Einsatz eines Qualitätsmanagers gesetzlich vorgeschrieben ist. Dazu gehören:

  • Pharmaindustrie
  • Medizintechnik
  • Gesundheitsvorsorge
  • Luft- und Raumfahrt
  • Umwelttechnik
  • Lebensmittelherstellung

Das verdient man als Qualitätsmanager oder Qualitätsingenieur

Mit einem Bachelorabschluss können Ingenieure als Qualitätsmanager mit einem jährlichen Einstiegsgehalt (brutto) von 44.000 bis 48.000 Euro rechnen. Masterabsolventen bekommen durchschnittlich ein Einstiegsgehalt von 47.000 bis 53.000 Euro. Was Ingenieure zum Einstieg verdienen, lesen Sie hier.

Im Lauf der Berufsjahre wird das Gehalt eines Qualitätsmanagers von vielen Faktoren beeinflusst: von der Berufserfahrung, der Unternehmensgröße, der Unternehmensbranche, der Region und – mehr als in den meisten anderen Branchen – von Zusatzqualifikation und Weiterbildungen. Diese Faktoren können das Gehalt um 15 bis 30 % steigern.

Regional gesehen liegt das Durchschnittsgehalt für Qualitätsmanager im Vergleich der Bundesländer bei etwa 3.700 bis 3.800 Euro im Monat. Einzige Ausnahme ist Mecklenburg-Vorpommern, das einen wirklichen Ausreißer nach unten darstellt: dort verdienen Angestellte in diesem Beruf durchschnittlich nur 2.494 Euro monatlich. Doch auch sonst liegt der monatliche Verdienst der neuen Bundesländer unter 3.000 Euro. Das höchste Monatsgehalt gibt es in Hessen: 4.231 Euro. Neben Bremen (4.148 Euro) das einzige Bundesland, in dem durchschnittlich mehr als 4.000 Euro im Monat verdient werden.

Wie sehr sich die Berufserfahrung auf das Gehalt auswirkt zeigen folgende Zahlen: ein 25 Jahre alter Qualitätsmanager kann mit einem Durchschnittsgehalt von 2.757 Euro im Monat rechnen. Das steigert sich über 3.395 Euro (30 Jahre), 3.994 Euro (35 Jahre), 4.096 Euro (40 Jahre) bis hin zu 5.302 Euro für 45-jährige Qualitätsmanager. Danach beginnt das Gehalt wieder leicht abzusinken, 50-Jährige verdienen in diesem Beruf durchschnittlich 4.898 Euro im Monat. Der Durchschnitt errechnet sich aus allen Branchen.

Branchenspezifisch sind noch einmal ganz andere Gehälter drin. Die niedrigsten Gehälter bekommen Qualitätsmanager im Handwerk: 21.790 Euro brutto pro Jahr. In der Automobilindustrie sind es 30.270 Euro und in der Kunststoffindustrie 32.793 Euro. Mit das höchste Gehalt bekommen Ingenieure als Qualitätsmanager in sozialen Einrichtungen (Gesundheitswesen), nämlich 55.352 Euro pro Jahr sowie in der Metallindustrie (55.505 Euro). Spitzenreiter ist der Maschinenbau mit einem Bruttogehalt von 63.500 Euro jährlich.

Ein ebenfalls sehr starker Faktor ist die Unternehmensgröße. Die jährlichen Durchschnittsgehälter für Qualitätsmanager in kleineren Betrieben mit bis zu 500 Mitarbeitern liegen bei 39.696 Euro. In mittleren Betrieben mit 501 bis 1.000 Mitarbeitern verdient man in diesem Beruf 44.556 Euro und in großen Konzernen ab 1.000 Mitarbeitern sind Gehälter von durchschnittlich 59.565 Euro möglich.

Von Julia Klinkusch

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