Hohe Temperaturen bei der Arbeit

Hitzefrei im Büro

Wer fragt sich dieser Tage nicht, ab wie viel Grad Arbeitnehmer hitzefrei beantragen können? Wir haben uns das gefragt und die Antworten aufgeschrieben.

Thermometer vor orangerotem Himmel und Sonne

Foto: panthermedia.net/VladisChern

Weil Deutschland in einer gemäßigten Klimazone liegt, fanden Klimaanlagen hierzulande lange keine Verbreitung. Aus diesem Grund schwitzen derzeit viele Angestellte, nicht nur in der Produktion, sondern auch im Büro. Gerade einmal 50 % der Büro- und Verwaltungsgebäude in Deutschland sind mit Klimatisierungsvorrichtungen ausgestattet. Das ergab eine Studie des Umweltbundesamts vor einigen Jahren. Doch was können Arbeitnehmer tun, wenn die Temperaturen im Büro kontinuierlich steigen? Gibt es ein Recht auf hitzefrei im Büro?

Hitzefrei im Büro?

Wurde die Option „hitzefrei“ schon in der Schulzeit viel zu selten angewendet, findet sie im Büro quasi gar nicht statt. Ein Recht auf Freizeit wegen Hitze im Büro gibt es jedenfalls nicht. Aber es gibt eine Vorgabe, die Arbeitgeber aufgrund ihrer Fürsorgepflicht einzuhalten haben. Die Arbeitsstättenverordnung besagt, dass die Temperatur in Räumen, in denen gearbeitet wird, nicht über 26 Grad Celsius steigen darf.

Ab dieser Temperatur muss der Arbeitgeber besondere Maßnahmen einleiten, um die Hitze zu verringern, die Temperatur erträglicher zu machen und seine Mitarbeiter zu schützen. Vor allem Schwangere, stillende Frauen und gesundheitlich angeschlagene Mitarbeiter benötigen Schutz und können aufgrund der Wärme ihre Freistellung beantragen.

Was der Arbeitgeber gegen Hitze tun kann 

Arbeitgeber haben also dafür zu sorgen, dass ihre Mitarbeiter vor übermäßiger Hitze an ihren Arbeitsplätzen geschützt sind. Technische Maßnahmen sind etwa:

  • Sonnenschutz für Fenster, idealerweise vor dem Glas angebrachte Rollos oder Jalousien. Von außen angebracht halten sie die Wärme von der Scheibe und damit umso stärker vom Innenraum ab.
  • Abschalten elektronischer Geräte während der Nacht, bzw. auch tagsüber, solange sie nicht gebraucht werden. Denn Computer und Drucker produzieren zusätzliche Wärme.

Ab einer Raumtemperatur von 30 Grad Celsius muss der Arbeitgeber neben den baulichen Maßnahmen weitere kurzfristige Maßnahmen ergreifen. Er kann etwa

  • Getränke bereitstellen: idealerweise Wasser, ganz sicher aber Getränke mit wenig Zuckergehalt und ohne Alkohol.
  • Arbeitszeiten flexibilisieren, sodass die Mitarbeiter etwa in den kühleren Morgen- oder Abendstunden arbeiten können und die Mittagshitze außerhalb des Büros verbringen.
  • Dresscode lockern: Vor allem der Zwang zu Anzug oder Kostüm, vielleicht auch die Vorgaben zu langen Hosen und geschlossenen Schuhen, können bei großer Hitze gelockert werden.
  • Elektrogeräte zulassen: Wenn es keine Klimageräte gibt und die heiße Luft in den Büros steht, können Ventilatoren aufgestellt oder die Nutzung privater Geräte erlaubt werden.

Ab 35 Grad Celsius helfen dann nur noch drastische Maßnahmen wie Wasserschleier. Ist das nicht umsetzbar, ist der Raum nicht mehr als Arbeitsplatz zu benutzen. Arbeitgeber, Betriebsrat und Beschäftigte müssen sich auf eine Alternative einigen.

Wird die Lufttemperatur im Raum von +35 °C überschritten, so ist der Raum für die Zeit der Überschreitung ohne

  • technische Maßnahmen (z. B. Luftduschen, Wasserschleier),
  • organisatorische Maßnahmen (z. B. Entwärmungsphasen) oder
  • persönliche Schutzausrüstungen (z. B. Hitzeschutzkleidung), wie bei Hitzearbeit,

nicht als Arbeitsraum geeignet.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Wie Sie sich gegen Hitze schützen

Da es kaum Aussicht auf hitzefreie Tage im Büro gibt, sollten Arbeitnehmer sich selbst vor Überhitzung schützen. Hierzu gehört:

  • viel trinken: idealerweise Wasser oder lauwarmen Tee, keinesfalls Alkohol und idealerweise geringe Mengen an Zucker.
  • gut lüften: jedes Team hat einen Frühaufsteher. Idealerweise lüftet er frühmorgens die Büros einmal durch und schließt die Fenster wieder, wenn die Sonne auf den Glaswänden steht oder wie Temperatur steigt.
  • Sonne aussperren: auch wenn natürliches Licht deutlich besser für Augen und Seele ist als künstliches, sollten die Rollos oder Jalousien ganztags geschlossen bleiben bei hohen Temperaturen.
  • leicht kleiden: Wenn es der Dresscode in Ihrem Unternehmen zulässt, wählen sie luftige Kleidung und offene Schuhe. Greifen Sie lieber zu Baumwolle und Leinen statt zu Polyester.
  • abkühlen: Wer keinen Minipool im Büro stehen hat, kann sich kühles Wasser über die Handgelenke laufen lassen.

 

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