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Optimismus heißt, das Beste zu erwarten

Die guten Vorsätze versickern im Alltag. Zum Jahresanfang hatten wir uns so viel vorgenommen. Wir wollten positiver denken, uns nicht mehr verrückt machen (lassen), uns mehr Ruhe oder mehr Spaß gönnen, uns über Kleinigkeiten nicht mehr aufregen. Kaum sind die ersten Wochen mit ihren kleineren Herausforderungen und mittleren Katastrophen ins Land gegangen, sind wir schon wieder da, wo wir im vergangenen Jahr aufgehört haben: im Tal der Resignierten, Spötter oder Pessimisten.

Vom Pessimisten zum Optimisten werden ist ein täglicher Prozess, keine einmalige Sache!

Vom Pessimisten zum Optimisten werden ist ein täglicher Prozess, keine einmalige Sache!

Foto: panthermedia.net/mimagephotos

Optimismus ist eine Lebensauffassung

Das ist allerdings kein Wunder, denn Optimismus als Momentaufnahme ist nicht tragfähig. Im Wikipediaeintrag heißt es: „Optimismus ist eine Lebensauffassung, in der die Welt oder eine Sache von der besten Seite betrachtet wird; er bezeichnet allgemein eine heitere, zuversichtliche und lebensbejahende Grundhaltung sowie eine zuversichtliche, durch positive Erwartung bestimmte Haltung angesichts einer Sache hinsichtlich der Zukunft. Ferner bezeichnet sie eine philosophische Auffassung, wonach die Welt die beste aller möglichen Welten ist, in der Welt alles gut und vernünftig sei oder sich zum Besseren entwickelt.“

Optimismus ist nicht angeboren

Dass Optimisten nicht zu Optimisten und Pessimisten nicht zu Pessimisten geboren werden, ist vielen bekannt. Allerdings herrscht die Meinung vor, dass Menschen zu Pessimisten werden, wenn sie allzu viele Niederlagen oder persönliche Katastrophen erlebt haben. Mit dieser Einschätzung liegen wir falsch. Richtig ist, dass weder die Menge noch die Schwere der Schicksalsschläge oder Misserfolge Menschen zu Pessimisten machen. Optimisten erleben mindestens genauso viele Niederlagen – manchmal sogar aufgrund ihrer Beharrlichkeit noch mehr –, aber sie bewältigen sie besser.

„Kausalattribution“ ist des Rätsels Lösung

Die Entscheidung darüber, ob wir dauerhaft zu Optimisten oder Pessimisten werden, liegt nicht in den objektiv gemachten Erfahrungen, sondern in deren subjektiver Bewertung. Genauer gesagt, worauf wir ein bestimmtes Ereignis zurückführen und welche Erwartungen wir infolgedessen an die Zukunft haben.

Wir alle schreiben Ereignisse bestimmten Ursachen zu, wie wir am Beispiel von Ulli und Bernd sehen: Beide sind Ingenieure und als Kollegen recht gut befreundet, weil sie zur gleichen Zeit im Unternehmen gestartet sind. Nun haben beide zur gleichen Zeit die Kündigung bekommen, deren Grund wir hier einmal außer Acht lassen. Bernd bewertet die Kündigung folgendermaßen: „Wieder einmal Pech gehabt! Ich bin einfach als Pechvogel auf die Welt gekommen. Wahrscheinlich geschieht es mir Recht, denn ich habe einfach ein schlechtes Urteilsvermögen und mit meinen Fähigkeiten und Talenten ist es auch nicht weit her. Wahrscheinlich ist der Chef nicht mit mir zufrieden.“ Ullis Bewertung dagegen sieht so aus: „Diesmal habe ich Pech gehabt, o.k., aber sicher wird mir das Zeugnis meiner hervorragenden Leistungen helfen, ganz schnell wieder einen neuen, vielleicht noch interessanteren Job zu finden. Bisher habe ich noch jede Situation in meinem Leben zum Positiven wenden können.“ Diese Erklärungsmuster nennt man „Kausalattribution“.

Das Selbstbild ist entscheidend für die Grundhaltung

Entscheidend für unser Selbstbild ist also die Art, wie wir uns die Ursache eines Ereignisses erklären. Das Selbstbild und das Selbstvertrauen wiederum entscheiden über den Grad an Optimismus. Menschen, die ihre Erfolge grundsätzlich ihren Talenten und Fähigkeiten zuschreiben und Misserfolge widrigen äußeren Umständen, gehen am optimistischsten an neue Aufgaben heran. Schwierig wird es für all diejenigen, die Erfolge auf Glück oder die günstigen Umstände zurückführen und Misserfolge auf verallgemeinerte internale Faktoren: „Ich war schon immer ein Pechvogel!“ Für die Zukunft des so bewertenden Menschen kann das bedeuten, dass er viele Niederlagen zu erwarten hat, gegen die er nichts tun kann.

Dem Leben eine positive Wende geben

Vom Pessimisten zum Optimisten zu werden, ist möglich. Aber dafür reicht nicht der eine Gedanke zu Silvester aus, sondern dies ist ein permanenter Prozess. Wenn Sie ernsthaft zu einer besseren und gesünderen Grundhaltung kommen möchten, hilft Ihnen das folgende Aktionsprogramm zur täglichen Anwendung:

  • Lenken Sie Ihren Blick auf Ihre Stärken, damit Sie dauerhaft Ihren Fähigkeiten vertrauen. Sie sind einzigartig und haben wie jeder Mensch sowohl Stärken als auch Schwächen.
  • Betrachten Sie Probleme nicht als unlösbar, sondern geben Sie nicht eher Ruhe, bis Sie eine Lösung gefunden haben. Fragen Sie sich immer wieder: „Und was habe ich noch an Möglichkeiten?“
  • Entwickeln Sie eine „Ich-kann-Einstellung“. „Was immer auf mich zukommt, ich bin fähig, es zu meistern. Bisher habe ich alles überlebt und ganz beachtliche Erfolge erzielt. Ich besitze die Fähigkeit, noch mehr Gutes zu erreichen.“
  • Begegnen Sie Misserfolgen mit der Einstellung: „Diesmal hat es nicht geklappt. Ich gebe mir eine zweite Chance und konzentriere mich darauf, wie ich es besser machen kann.“ Hadern Sie nicht mit sich selbst und verurteilen Sie sich nicht. Viele große Erfindungen wurden ersten nach Hunderten von Misserfolgen gemacht.
  • Begegnen Sie Ablehnung und Kritik durch andere mit der Einstellung: „Das ist eure Meinung. Ich bin liebenswert, auch wenn ihr mich nicht so seht oder ich einen Fehler gemacht habe.“ Kein anderer Mensch kann Sie in Frage stellen, wenn Sie es nicht zulassen.
  • Wenn andere Ihnen Steine in den Weg legen, sagen Sie: „Es ist in Ordnung, wenn ihr euch so verhaltet, aber ihr habt keine Kontrolle über mich. Ich bin kein Opfer. Ich habe die Kontrolle über mich und mein Verhalten bzw. meine Reaktion.“
  • Ziehen Sie jeden Abend vor dem Einschlafen Bilanz und suchen Sie nach den positiven Tagesereignissen – es gibt sie! So prägen Sie sich Ihre positiven Erlebnisse ein und schlafen zufrieden ein.
  • Meiden Sie die Gesellschaft von Pessimisten, sonst machen Sie es sich unnötig schwer, Ihre negativen Gedankenmuster zu durchbrechen. Pessimisten bestätigen sich gegenseitig in ihrem pessimistischen Denken.

Sollten Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem eine negative Grundhaltung vorherrscht, bleiben Sie nicht zu lange, Sie werden sonst leicht zu einem Pessimisten, auch wenn Sie vorher keiner waren. Sie haben „das Beste“ verdient, tragen Sie dazu bei, es zu verdienen.

 

Von Renate Eickenberg, Autorin und Coach

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