Heiko Mell 26.10.2022, 09:17 Uhr

Karriereberatung aus Sicht der Betroffenen

Karriereberatung im persönlichen Praxistest: Heiko Mell sammelt Gedanken und Empfehlungen aus Praxiserfahrungen im Berufsleben.

Karriereberatung im persönlichen Praxistest - am Anfang stehe viele Wege offen.  Foto: PantherMedia / realinemedia

Karriereberatung im persönlichen Praxistest - am Anfang stehe viele Wege offen.

Foto: PantherMedia / realinemedia

3.199. Frage/1:

Ihre Gedanken und Empfehlungen begleiten mich nun in meinem gesamten bisherigen Berufsleben. Das möchte ich zum Anlass nehmen, Ihnen mit diesem Praxisbericht meinen besonderen Dank auszusprechen.

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Mit meinem Berufseinstieg stieß ich (Dipl.-Ing. FH, Abschlussnote 1,1 nach einem Abitur mit 2,0) auf Ihre Karriereberatung in den VDI nachrichten, zunächst mit Skepsis, dann mit wachsender bis voller Zustimmung!

Die anfängliche Skepsis ist bekanntes Phänomen

Antwort/1:

Wie ich hier immer wieder – nicht zur Freude aller Hochschullehrer – geschrieben habe: Wie das Abitur, so der Uni-Abschluss, FH-Abschlüsse sind meist eine Note besser.

Die anfängliche Skepsis von Studenten und Berufseinsteigern ist ein mir bekanntes Phänomen. Spätestens zwei Jahre nach dem Eintritt in die berufliche Praxis kommt den jungen Ingenieuren der „Verdacht“, dass ich doch überwiegend recht haben könnte. Daraus wird dann sehr oft Gewissheit.
Ich ziehe daraus die schlichte Erkenntnis: Wer immer die Erwartungshaltung der Studenten und Berufseinsteiger prägt, er scheint das ohne großen Realitätsbezug zu tun. Oder es handelt sich schlicht um die in jenem Alter naturgemäß vorhandene Skepsis gegenüber allem, was die ältere Generation denkt, sagt oder vorlebt. Wie man sieht: Es gibt sich.

Frage/2:

Als frischgebackener …-Ingenieur startete ich 2006 in der F&E von Produkten für bestimmte Prozesse bei der damaligen ABC AG in der bayerischen Provinz. Die Einstiegsposition in einem Konzern stand damals auf meiner Prioritätenliste an erster Stelle, der Wohnort war zweitrangig.

Antwort/2:
Das waren zwei absolut vernünftige Vorgaben bei Ihrer Planung. Für die erste Position ist ein Großunternehmen eine gute Wahl – es erzieht zu Systematik und Verständnis für feinsinnige Regeln und Gepflogenheiten, weiterhin erleichtert es mit dem „großen“ Arbeitgebernamen spätere externe Bewerbungen. Und wann ist räumliche Flexibilität (die immer empfohlen werden kann) leichter umzusetzen als vor Familiengründung und Hausbau?

Klarheit in der Prioritätensetzung

Frage/3:
Ich fügte mich gut in den Konzern ein, bekam nach einigen Projekterfolgen relativ schnell Führungsverantwortung für ein kleines Mitarbeiterteam und erwarb Kompetenz in der Problemlösung für die angeschlossene Produktion.

Dann folgte 2010 eine schwere Erkrankung, welche mich für ein Jahr aus dem Berufsleben katapultierte. Die vollständige Genesung hatte in diesem Zeitraum für mich höchste Priorität. Ich konnte dieser Zeit trotz aller Sorgen viel Positives abgewinnen. Auch habe ich mich als ein in Ihrem Sinne klassischer „Einserkandidat“ mit der Möglichkeit einer Promotion befasst und hatte auch ein konkretes Angebot vorliegen.

Dank Ihrer hilfreichen Gedanken zu dem Thema habe ich mich dann jedoch dagegen entschieden und stattdessen einen zügigen Wiedereinstieg in mein bekanntes Arbeitsumfeld gewählt, was auch im Rückblick eine hervorragende Entscheidung war. Eine positive Folge der damaligen Erkrankung bleibt, die Klarheit in der Prioritätensetzung – die Mell’sche Prioritätenliste ist mir gewissermaßen in Fleisch und Blut übergegangen.

Antwort/3:
Die Promotion nach einem FH-Abschluss ist unter bestimmten Bedingungen möglich, aber nicht so „zwingend“ und folgerichtig wie nach dem Einser-Examen an der Uni. Aber hier kam vor allem die einjährige Zwangspause in der Berufsausübung hinzu. Jetzt zusätzlich noch mehrere Jahre in der betrieblichen Praxis zu pausieren, „hauptberuflich“ zu promovieren und dann erneut den Einstieg zu suchen, davon war abzuraten. Abgesehen davon, dass so ein Projekt nach so schwerer Krankheit besonders leicht scheitern kann.

Und ob Sie als ein sicher immer noch mit Spätfolgen Ihrer Krankheit kämpfender Rekonvaleszent der Doppelbelastung einer nebenberuflichen Promotion gewachsen gewesen wären, ist auch völlig offen. Nein, auch diese Entscheidung haben Sie so getroffen, dass Sie auf der sicheren Seite standen.
Um problemärmer an eine Promotion zu kommen, wäre nach dem 2er-Abitur der Weg an die Universität ein einfacherer und durchaus empfehlenswerter Weg gewesen.

Ihre damaligen Überlegungen zur FH-Promotion verstehe ich jedoch durchaus: Ihr 1,1-FH-Abschluss zeigt, dass Ihre Kapazitäten, dass Ihr Potenzial noch nicht vollständig ausgenutzt waren. Die Krankheit war jener Schicksalsschlag, der auch die besten Pläne vereiteln kann. Aber als Trost: Wenn es auch zum „Dr.“ nicht gekommen ist, Ihre Fähigkeiten bleiben Ihnen unbenommen – der Weg zum Geschäftsführer (sofern er überhaupt gewollt ist) steht Ihnen auch so offen.

Und falls es immer noch jemanden gibt, der meine Prioritätenliste nicht kennt: Schreiben Sie all Ihre Ziele, Wünsche und Erwartungen auf eine Rangskala (z. B. von 1 bis 10). Das Besondere und Gemeine dabei: auf jede Rangstufe nur einen (!) Begriff. Also nicht: „Stufe 1: Abteilungsleiter in Bayern mit schickem Einfamilienhaus“, sondern von mir aus „ Bayern“ allein auf Nr. 1, dann rutscht aber der Abteilungsleiter mindestens auf Nr. 2 oder noch tiefer und das Haus bekommt einen Rang unter „ferner liefen“. Das System erzieht zur Entscheidungsstärke und zur Demut gleichermaßen. Und es liefert, wenn die Entrüstung über diese „Zumutung“ abgeklungen ist, bestechende Klarheit.

Übrigens: Ein Ziel auf Nr. 3 zu setzen, heißt nicht, es aufzugeben, auch dort hat es noch eine Chance. Aber ein anderes steht bei Ihren Entscheidungen mehr im Mittelpunkt.

Erfahrungen im Start-up

Frage/4:
2012 erfolgte die Übernahme unserer ABC AG durch die DEF AG, ein Schritt mit weitreichenden Folgen für alle Beteiligten, denn es wurde uns erwartungsgemäß die neue Firmenphilosophie übergestülpt. Die Konsequenzen waren „beeindruckend“.

Eine ganze Reihe von Faktoren führte 2013 zu einer mutigen, aber wohlüberlegten Entscheidung: meinem Wechsel aus dem „sicheren“ Großkonzern in ein Start-up n der gleichen Branche (Firma G). Es folgte eine sehr dynamische Phase mit einem hohen Maß an Verantwortung – im Start-up ist man buchstäblich für alles verantwortlich. Aber die vielfältigen Aufgaben, die Einblicke ins internationale Geschäft und die damit verbundene persönliche und berufliche Weiterentwicklung waren unbezahlbar.

Antwort/4:
Der Sprung von ABC/DEF zu G war extrem groß. Die neue Firma hatte insgesamt weniger Mitarbeiter als Ihnen bei der früheren zuletzt unterstanden hatten. Waren Sie vorher Projektmanager in der kundenorientierten Entwicklung gewesen, umfasste Ihre Zuständigkeit nun ein breites Spektrum von Entwicklung über Marketing, Sales, Qualität bis zum After-Sales-Service.

Das bildet ungemein, macht bei entsprechender Begabung auch Spaß, verwässert aber aus der Sicht späterer Bewerbungsempfänger das fachliche Profil. Und die geringe Firmengröße „imponiert“ größeren potenziellen Arbeitgebern auch nur sehr bedingt.

Ihr Glück: Sie hatten eisern an Ihrem „roten Faden“ (Produktspektrum) festgehalten. Und Sie konnten auf die zurückliegenden „guten“ Jahre bei der großen ABC/DEF verweisen.

Den Sprung zurück wagen

Frage/5:
Ich lernte meine Frau kennen, wir erwarteten Nachwuchs, ich sortierte 2018 die Prioritäten neu. Mir gelang der Wechsel zurück in ein Konzernumfeld als technisch orientierter Sales Manager. Zwei Jahre später geriet der Konzern in finanzielle Schieflage. Ich bewarb mich intern um eine Stelle in der strategischen Entwicklung des Kerngeschäfts in einer anderen Konzerngesellschaft. Damit war ein (zu dem Zeitpunkt unbeabsichtigter) Karriereschritt verbunden. Ich fühle mich in dem Team sehr wohl und kann meine Fähigkeiten optimal einbringen. Es gibt positive Rückmeldungen meines Chefs und aus höheren Managementebenen.

Antwort/5:
So richtig glücklich bin ich über die aktuelle Position als Senior Specialist „im Team“ bei einem Alter von Anfang 40 nicht. Ihnen hatten einmal „12 employees“ unterstanden. Es trieb Sie die „ewige Neigung“ des Einserkandidaten zu Stabs- und damit konzeptionellen Aufgaben. Ihren „Karrieresprung“ sehen Sie sicher im Geld – das alles fördert Ihre Verkaufbarkeit auf dem externen Markt nicht gerade.
Entweder Sie bleiben nun auf Dauer in dem heutigen Fachbereich. Wenn Sie jedoch ehrgeizig sind und wieder in operative Führungsverantwortung streben, versuchen Sie den Sprung zurück in zwei Jahren intern.

Vorsicht: Wenn Sie sich stattdessen extern bewerben, lautet die Antwort auf die Frage des Bewerbungsempfängers: „Was kann der eigentlich?“ schlicht „alles“, was bei einer kreisförmigen Darstellung (Tortengrafik) sehr nahe an „nichts“ liegt.

Frage/6:
Ich konnte nun dieser Tage ein wenig in Ihre Erfahrungswelt „hineinschnuppern“. Ich hatte eine Präsentation ausgearbeitet, in der ich einige wesentliche Aspekte Ihrer Karriereberatung vorstellte. Die „Prioritätenliste“ wurde noch recht zustimmend angenommen, bei den für Neueinsteiger „fortgeschrittenen“ Gedanken („Ein guter Mitarbeiter ist jemand, …“) gab es äußerst kontroverse Diskussionen. Interessanterweise kamen im Nachgang einige der größten Kritiker noch einmal auf mich zu und dankten für die aufschlussreichen Einblicke. Sie sehen, Ihre Arbeit zieht weiter Kreise.

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre geschätzte Arbeit, welche sicher nicht nur meinen Werdegang ganz maßgeblich positiv beeinflusst hat!

Antwort/6:
Ein sehr gutes, informatives Beispiel aus dem prallen beruflichen Leben. Herzlich Dank dafür und weiterhin viel Erfolg.

Notizen aus der Praxis

Berufsweg-Gestaltung
539: Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt
läuft die Zeit, …“

Unterschätzen Sie nur den guten alten Wilhelm Busch nicht, aus dessen „Julchen“ dieses Zitat stammt. Theodor Heuss z.B. hat ihm in der Biografie „Die großen Deutschen“ einen längeren Essay gewidmet.

Aber zu unserem Thema: Wilhelm Busch hat mehr als recht: Die Zeit läuft, Und sie tut das sogar ausgesprochen unerbittlich: Was weg ist, ist weg. Für viele Entscheidungen ist irgendwann das richtige Zeitfenster – versäumt man diese Phase, gibt es kaum eine Möglichkeit, das Verpasste nachzuholen.

Für fast alles gibt es eine „richtige“ Zeit, festgelegt durch jene Entscheidungsträger, die über Berufswege urteilen. So sollen Abitur und Studienexamen nicht nur eine bestimmte Qualität ausweisen, sie haben auch in einem vorgelegten Zeitrahmen abgelegt zu werden. Das gilt in abgemilderter Form auch für die erste Beförderung und weitere danach, wenn anspruchsvolle berufliche Ziele bestehen. Erwartungen dieser Art gibt es für die optimale Dienstzeit pro Arbeitgeber und wünschenswerte Erfahrungsjahre in einer Position, bevor man sich um die nächste bewirbt. Was hier versäumt wurde, lässt sich kaum auf- oder nachholen.

Bei anderen Aspekten ist das Leben weniger unerbittlich: Wenn es mit dem heißgeliebten Sportwagen mit 30 Jahren nicht klappt, erfreut dessen Besitz auch noch mit 45. Gleiches gilt für das repräsentative Einfamilienhaus oder die Mitgliedschaft im exklusiven Golfclub. Nur in wesentlichen Fragen der Berufsweggestaltung kennt die Regel in Bezug auf die Zeit nur ein „rechtzeitig“ oder dann bald ein „verpasst“. Für manche zu erreichenden Zwischenziele gibt es Toleranzen, aber wenn auch die ausgeschöpft sind, ist die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes abgelaufen.

Heiko Mell

Karriereberater Heiko Mell.

Die Versuchungen, die ein Vergessen der richtigen Zeitphase begünstigen, sind zahlreich: Es läuft gerade so gut im bestehenden Job, die Kollegen sind nett, die Arbeit rundum vertraut, mit der Familie und dem Eigenheim ist alles reibungsarm geregelt – aber die Zeit läuft. Und plötzlich ist man Anfang 40, hat keine Führungserfahrung vorzuweisen, blickt auf achtzehn Dienstjahre bei einem Arbeitgeber zurück und erledigt seit fünfzehn davon tagaus, tagein denselben Job ohne dokumentierten Verantwortungszuwachs oder ein sonstiges Zeichen dafür, dass man sich beruflich besonders hervorgetan hatte.

Das ist nicht nur erlaubt, sondern kann durchaus einer entsprechenden eigenen Planung entspringen. Dann bleibt nur das Risiko, sich mit dieser schwachen Basis vielleicht eines Tages ungewollt extern verkaufen zu müssen.

Aber was ist, wenn die ursprünglichen Ziele andere, höhere waren und jetzt in den „mittleren“ Jahren plötzlich wieder ins Bewusstsein geraten? Dann droht die Erkenntnis, dass die Zeit für diesbezügliche Bemühungen abgelaufen ist.

Wie Sie dem entgehen? Sie brauchen von Anfang an Ziele, die Sie erreichen wollen – und einen Plan, wie die zu erreichen sind, verbunden mit Zeitangaben, wann die einzelnen Schritte idealerweise stattfinden sollten. Planen Sie nicht zu sorgfältig, die Dinge laufen meist doch nicht genau wie vorgesehen. Diesen zumindest grob existierenden Plan sollten Sie in gewissen Abständen überarbeiten. Ihre Vorstellungen ändern sich – und die Gegebenheiten um Sie herum auch, dem müssen Sie Rechnung durch eine permanente Fortschreibung Ihres Langfrist-Vorhabens tragen. Und dann sollten Sie sehen, dass Sie Ihre Vorhaben realisieren – und prüfen, ob Sie bereit sind, den oft dafür geforderten Preis zu zahlen.

Und wenn Sie einen wichtigen Schritt verpassen, dann sollten Sie das bewusst und in vollem Wissen um die Konsequenzen tun. Den richtigen Zeitpunkt einfach nur aus Bequemlichkeit zu versäumen, das schmückt einen Leistungsträger und (künftigen) Manager nicht.

Um wieder mit Bezug auf Wilhelm Busch zu schließen: „Und die Moral von der Geschicht: Verschlafe bloß den Zeitpunkt nicht.“ (Die zweite Hälfte ist von mir; Sie merken es ganz sicher: An W. B. heranzukommen, ist nicht so einfach.)

Karriere-Basics

100 Tipps für den Erfolg im Beruf
Nr. 29: Einzelne Abschnitte in Arbeitgeber-Endzeugnissen haben unterschiedliche „Halbzeitwerte“: In der Regel wird das Dokument erstmals ca. fünf Jahre nach Ausstellung einer Bewerbung beigelegt. Dann sind Aussagen zu Aufgaben/Tätigkeiten, die Mitarbeiter so gern überbewerten, ziemlich veraltet, diejenigen zu Führung, Leistung und den Umständen des Ausscheidens bleiben jedoch stets interessant.

Ein Beitrag von:

  • Heiko Mell

    Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten. Auf Wikipedia erfahren Sie mehr zu Heiko Mell

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