Gesundheitsdienste

„Wartezimmer-App“ bestellt Patienten per SMS in die Praxis ein

Durch mobile Smartphone-Anwendungen sollen auch Patienten von den Vorzügen ausgeklügelter IT-Systeme profitieren, die bei Ärzten und in Kliniken inzwischen installiert sind. Solch neue Gesundheitsdienste präsentierte die Asklepios-Gruppe, hierzulande größte private Klinikkette, vom 20. bis 22. April in Berlin auf der „conhIT“, der Messe für IT-Lösungen im Gesundheitswesen.

Volle Wartezimmer, volle Terminkalender und Ärzte, die im 10-min-Takt von einem Patienten zum nächsten hetzen: Daran sollen neue Anwendungen wie „Meine Klinik“ oder „Mein Wartezimmer“ etwas ändern. Sie sind Teil des Innovationsprogramms „Future Hospital“ der Asklepios-Gruppe, an dem inzwischen 25 Partner, darunter IT-Schwergewichte wie Intel, Microsoft, Siemens, die CompuGroup bis hin zu Vodafone und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) teilnehmen.

Christian Hess, ärztlicher Leiter des Innovationsprogramms, zückt stolz sein Smartphone. Kostenlos können Nutzer seit Kurzem aus dem Verkaufsshop von Apple die Anwendung „Meine Klinik“ aufs iPhone herunterladen. „Bei akuten Beschwerden lässt sich darüber ein Notruf absetzen oder Nutzer können sich zunächst einmal umfassend informieren“, sagt Hess und scrollt durch 300 aufgelistete Symptome.

Hinterlegt seien zudem im System zudem 1000 Erkrankungen und 250 Therapien. Hess führt durch Illustrationen auf dem Handy, die die Funktionsweise der Gallenblase erklären, geht auf Links zu neuesten Forschungsergebnissen und sagt: „Per GPS oder der Angabe der Postleitzahl finden Sie die nächstgelegene Asklepios-Klinik und das Smartphone leitet sie dorthin.“

Wie Nutzer darauf reagieren, dass bis jetzt nicht alle Krankenhäuser, Kliniken und Ärzte hierzulande aufgelistet werden, bleibt abzuwarten. Doch das neue Angebot sei laut Hess ein erster Schritt in Richtung patientenzentrierte neue Gesundheitsdienste. Auch auf Blackberrys und Windows-Mobile-Smartphones funktioniert der Dienst „Meine Klinik“. Noch gebe es jedoch kein abgestimmtes Angebot für Handys mit dem mobilen Betriebssystem Android. Diese stellten laut Branchenexperten künftig aber den Löwenanteil unter den Smartphones.

Doch Uwe Pöttgen, IT Leiter der Asklepios-Kliniken, verweist auf ein weiteres Projekt aus dem „Future Hospital“-Programm. In den nächsten Monaten starte in Kooperation mit der CompuGroup Holding AG, die 80 000 Ärzte und Zahnärzte in Deutschland mit IT-Systemen versorgt, die mobile Anwendung „Mein Wartezimmer“.

Im Jahr 2007 gab es 1,48 Mrd. Behandlungsfälle in Deutschland, die durchschnittliche Wartezeit bei Ärzten betrug rund 48 min, rechnet Michael Franz von Compugroup vor: „Das ergab insgesamt 1,2 Mrd. Stunden Wartezeit und einen dramatischen Verlust kostbarer Arbeitszeit“. „Nie mehr warten“ lautet deshalb das Motto von Franz.

Sein Unternehmen will Patienten zusammen mit dem Mobilfunkunternehmen Vodafone auf klassischen Handys „rechtzeitig“ per SMS informieren, wie lange sich ihr Termin verschiebt. Arzthelferinnen können automatisiert aus der Terminverwaltung der Ärzte die SMS oder das Infoangebot auf das Smartphone auslösen und Patienten auf dem Laufenden halten, die ihre Handynummer beim Arzt hinterlegt haben.

Beide Anwendungen sind Beispiele aus dem Programm „Future Hospital“, in dem Asklepios seine Innovationsaktivitäten bündelt. Ging es in den vergangenen Jahren hauptsächlich um den Einsatz von leistungsfähigen IT-Systemen bei Ärzten und in Kliniken und die Vernetzung der medizinischen Geräte, kommen nun die Nutzer ins Spiel.

„Es geht künftig um Lösungsszenarien, die nicht nur Patienten, sondern auch gesunde Menschen einschließen“, ist Uwe Pöttgen überzeugt. Deshalb ging der IT-Leiter der Asklepios-Kliniken zudem eine Partnerschaft mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein.

„Wir betreuen unsere europäischen Astronauten medizinisch über eine große Distanz, um sie gesund und leistungsfähig zu halten, und gehen dabei individualisiert auf sie ein“, beschreibt Prof. Rupert Gerzer seine Aufgabe. Datenschutz sei dabei sehr wichtig. Für den Leiter des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln sind damit „die Aufgaben einer künftigen Medizin“ exakt umrissen. Trotz Individualisierung müsse es automatisierte Entscheidungsabläufe geben. Wie aber aus den riesigen Mengen an Vitaldaten, die über Sensoren erhoben werden, die relevanten Informationen zur richtigen Zeit herausfiltern? Laut Gerzer umreiße diese Frage nur eine von vielen technischen Herausforderungen künftiger E-Health-Forschungsprojekte.

„Bis heute haben E-Health und Telemedizin noch keinen wirklichen Einzug in die Versorgungslandschaft gehalten“, bilanziert Dr. Tobias Kaltenbach anlässlich der diesjährigen Messe „conhIT“ in Berlin. Dies liege, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Asklepios-Kliniken, daran, dass dieser Schritt immense Geldsummen verschlinge und die „Krankenkassen verständlich zögern“. Gleichzeitig traue sich noch niemand, die Einsparungen für die Gesundheitssysteme einzuschätzen.

Dies ändere laut Kaltenbach nichts daran, dass patientenzentrierte Anwendungen in die Zukunft weisen. Nur kostengünstige Lösungen könnten jedoch „die Tür in Richtung E-Health öffnen“, sagt Kaltenbach. NIKOLA WOHLLAIB

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