Arbeitssicherheit

Prävention am Bau zahlt sich aus  

Staub heißt eines der aktuellen Schwerpunktthemen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau). Staubarme Produkte und Maschinen sollen die Krankheitskosten drücken. Dass sich Prävention für Arbeiter und Firmen durchaus lohnt, zeigen Erfahrungen aus den letzten 20 Jahren. VDI nachrichten, Frankfurt/M., 19. 3. 10, ber

„Es gibt staubarme Techniken“, sagte Kluger. Er verweist auf eine aktuelle Studie, die die BG Bau mit Geräte- und Maschinenherstellern sowie dem der Deutschen Institut für Arbeitsschutz Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) in St. Augustin durchgeführt hat. Für fast jede Tätigkeit können Baufirmen Stauberfassungen am Markt kaufen, die die Belastung für die Beschäftigten teilweise um den Faktor 1000 senken können.

Für Mauernutfräsen oder Betonschleifer beispielsweise gibt es Absaugeinrichtungen. Die Geräte arbeiten mit Diamantköpfen, der entstehende Staub ist extrem fein und leicht und kann sehr gut abgesaugt werden. Die am Arbeitsplatz geltenden Grenzwerte für mineralischen Staub – 3 mg/m³ für Feinstaub und 10 mg/m³ für Gesamtstaub – könnten oft problemlos eingehalten werden.

„Absaugende Maschinen werden aber selten eingesetzt“, erklärte Rudolf Scholbeck, Präventionsleiter der BG Bau. Viele Hersteller verkauften zwar Maschinen in großer Stückzahl, die obligatorischen Stauberfassungen aber stapeln sich im Lager der Hersteller. Baubetriebe würden von sich aus kaum nachfragen, ergänzt Kluger. Das wundert ihn: „Denn ohne Staub lässt sich besser atmen, besser sehen und damit auch sicherer und produktiver schaffen.“

Gefahrstoffe lassen sich durch einfache Zusätze entschärfen

Es bleibt also noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Doch Kluger und Scholbeck sind zuversichtlich, denn die BG Bau hat schon so manchen Kampf zum Wohl der Beschäftigten ausgefochten.

Ein Beispiel ist die Maurerkrätze. Diese Allergie wird durch Chromat in seiner sechswertigen Form – einen Zementinhaltsstoff – ausgelöst. Erst seit Januar 2005 verbietet eine EU-Richtlinie das sechswertige Chromat sowohl im Zement als auch in allen zementhaltigen Produkten wie Mörtel und Beton. „Das ist Ergebnis unserer jahrzehntelanger Bemühungen“, so Scholbeck. Die Prävention ist denkbar einfach: Dem Zement wird ein Reduktionsmittel wie Eisensulfat zugegeben, das das Chromat in eine ungefährliche Form überführt.

Die Lobbyarbeit gegen die Maurerkrätze hat sich gelohnt: Musste die BG Bau 2001 noch über 16 Mio. € an Entschädigungsleistungen zahlen, haben sich die Ausgaben inzwischen halbiert.

Kluger erwartet ähnliche Erfolge auch beim Kampf gegen Staub. „Wirksame Entstauber und Staubsauger werden daher bald zur Standardausrüstung in der Bauwirtschaft gehören wie Helm und Schutzschuhe.“

Die größte Schwierigkeit damals wie heute sei, so Kluger, Baufirmen und Beschäftigte am Bau zu erreichen. Die BG Bau setzt hier auf moderne Medien. Sie informiert online über staubarme Geräte wie auch über gefährliche Chemikalien in Baumaterialien.

Der Zugang zu solchen Daten wird immer einfacher. Kluger nennt hier das Gefahrstoff-Informationssystem Bau (Gisbau): Hatte die BG Bau früher in Papierform etwa über Gefährdungen durch Klebstoffe und die richtigen Schutzmaßnahmen informiert, so tut sie dies heute über CD-ROM. Seit 1999 stehen die Informationen auch im Internet. Kluger: „Die Daten sind seit Kurzem kostenlos auf dem iPhone von Apple abrufbar.“ In jedem Baumarkt kann sofort ohne großen Aufwand gecheckt werden, ob die Produkte in den Regalen ungefährlich sind. Versionen für andere Smartphones folgen in Kürze. RALPH AHRENS

 

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