Nach einer Kündigung

Arbeitslose Ingenieure müssen viele Wege zur Jobsuche nutzen

Frust und Resignation setzen ein, wenn arbeitslose Ingenieure nicht sofort aktiv werden. Auch das Selbstwertgefühl leidet unter der Situation. Aktivität ist das beste Mittel dagegen. Gute Bewerbungsunterlagen und eventuell ein Coaching helfen dabei, die fachliche Qualifikation in den Vordergrund zu stellen.

Arbeitslose sollten schnell handeln.

Arbeitslose sollten schnell handeln.

Foto: panthermedia.net/casaalmare

Arbeitslose Ingenieure sollten schnell reagieren. Die Erfahrung zeigt, dass Bewerbungen bis zu sechs Monaten nach Eintritt der Arbeitslosigkeit noch relativ erfolgversprechend sind. Nach zwölfmonatiger Arbeitslosigkeit sinken die Chancen erheblich. Sicherlich braucht jeder einige Tage Abstand, um die Wunden zu lecken und mit der neuen Situation fertig zu werden. Danach ist Eile bei der Suche nach dem neuen Arbeitsplatz angesagt. Am besten ist es, bereits bei drohender Kündigung massive Bewerbungsaktionen zu fahren. Wer den goldenen Handschlag bekam, kann dagegen gelassen bleiben und etwas länger über den Lebenszweck und neuen Job philosophieren.

Arbeitslose Ingenieure, insbesondere hochdotierte Fach- und Führungskräfte, flüchten oftmals vor der Realität. Sie unterschätzen den Ernst der Lage. Erfahrungen vergangener Bewerbungsaktionen, die möglicherweise Jahre zurückliegen (!), sind nicht auf die Gegenwart übertragbar. Die Zeiten haben sich geändert. Da nützt es wenig, die zehn führenden Pesonalberatungen initiativ anzuschreiben. Wer sich etwas vormacht, verliert wertvolle Zeit. Ohne funktionstüchtiges Netzwerk muss auch jeder arbeitslose Ingenieur mit großen Mühen um den Anschlussjob kämpfen. Eine rechtzeitige, realitätsnahe Standortbestimmung mit einem erfahrenen Coach kann Fehleinschätzungen mit fatalen Konsequenzen verhindern.

Arbeitslose Ingenieure sollten schnell handeln

Mit jedem Tag der Arbeitslosigkeit wachsen Selbstzweifel. Arbeitslose Ingenieure beginnen, über die Vergangenheit zu sinnieren und diese aufzuarbeiten. Dafür ist jetzt der falsche Zeitpunkt. Zum Nachdenken bleibt Zeit, wenn alles getan wurde, einen neuen Job zu finden. Nicht zu unterschätzen sind Negativstimmungen, die bei der Auszeit für die Aufarbeitung im privaten Umfeld aufkommen. Nicht selten schwindet das Vertrauen der Familie, Freunde distanzieren sich, private „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ steuern Kraft und Energie des Arbeitslosen in die verkehrte Richtung. Die schnelle Offensive ist das beste Mittel.

Gerade zu Beginn der Arbeitslosigkeit sollte nicht an Bewerbungsinvestitionen gespart werden. Schließlich geht es um die Existenzsicherung. Systematisches Abarbeiten von Kontakten steht für arbeitslose Ingenieure an oberster Stelle. Einträge in Bewerberdatenbanken müssen vorgenommen, Stellengesuche geschaltet werden. Überregionale Zeitungen und Arbeitsmärkte im Internet bieten sich als Medium an. Wer sich gut präsentiert, lernt Personalberater und Unternehmen kennen, die geeignete Stellen besetzen. Bewerben auf Stellenanzeigen und Initiativbewerbungen, Teilnahme an Recruitingveranstaltungen sind das tägliche Brot der fulltime Stellensuche! Bewerbungsexperten sollten gegebenenfalls zu Rate gezogen, über Coaching-Angebote nachgedacht werden.

Keine Mitleidsappelle durch arbeitslose Ingenieure!

Wer schuldlos seine Arbeitsstelle verloren hat, sollte dies durchaus in der Bewerbung dokumentieren und im Vorstellungsgespräch vortragen. Am besten ist es immer, die Arbeitslosigkeit mit dem wirtschaftlichen Bankrott des Arbeitgebers oder mit Umstrukturierungen, Verlagerungen, Reorganisation oder Outsourcing zu erklären. Da diese heute an der Tagesordnung sind, ist für jeden Einsteller schnell der Grund des Arbeitslosigkeit nachvollziehbar. Statt im Anschreiben können arbeitslose Ingenieure die missliche Lage und die Begründung am besten kurz und knapp an passender Stelle im Lebenslauf dokumentieren.

Zwar ist Schnelligkeit und der Umfang an Bewerbungen wichtig, der Inhalt muss aber ziehen. Mitleidsappelle und eindringliches Bitten um einen Arbeitsplatz bringen nichts. In Unternehmen sitzen Personalentscheider, die eine Jobvakanz zu besetzen haben, nicht mehr und nicht weniger! Da arbeitslose Ingenieure ohnehin mit Handycap ins Rennen gehen, müssen sie besonders durch Fakten überzeugen. In Klartext: Sie müssen mit jeder Zeile im Anschreiben und Lebenslauf darstellen, welchen Nutzen sie dem Unternehmen bringen und wodurch sie sich positiv von anderen Bewerbern unterscheiden. Gleiches gilt für das Vorstellungsgespräch.

Für arbeitslose Ingenieure gilt: Fokus sollte nicht auf dem Stellenverlust liegen

Arbeitslose Ingenieure sollten die Entlassung nicht in den Vordergrund stellen, Negativbeispiel: „Im Frühjahr diesen Jahres verlor ich meine Arbeitsstelle im Product-Engineering eines Handy-Herstellers. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme verlagerte mein damaliger Arbeitgeber einen Großteil der Produktion nach Osteuropa. Im Rahmen eines Stellenkürzungsprogrammes wurde 50 Prozent der Belegschaft freigesetzt. Auch ich war Opfer des Personalabbaus. Nach meiner Entlassung eignete ich mir in den letzten sechs Monaten sehr gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse an.“ Der Kandidat verliert wertvollen Platz. Schließlich möchte der Personalentscheider keinen „Sozialfall“ sondern einen qualifizierten Mitarbeiter.

Wer länger als drei Monate auf Stellensuche ist, sollte im Lebenslauf nachweisen, welchen Aktivitäten er zwischenzeitlich nachgeht. Wenn keine Aktivitäten dokumentiert werden, ersetzen schnell Spekulationen des Lesers die fehlenden Informationen und das sicherlich nicht zum Vorteil des arbeitslosen Bewerbers. Zielführende Aktivitäten, die im direkten Zusammenhang mit den interessanten Jobs für arbeitslose Ingenieure stehen, machen sich am besten. Je länger die Arbeitslosigkeit anhält, um so wichtiger wird es, berufsnahe Aktivitäten, Weiterbildungen oder zumindest soziale Engagements, Ehremämter und so weiter im Anschreiben und Lebenslauf zu präsentieren.

Arbeitslose Ingenieure sollten auf Aktivitäten hinweisen

Auf diese Weise kommen „Hängematten“-Fantasien im Kopf des Leser erst gar nicht zustande. Einige arbeitslose Ingenieure dokumentieren nach Eintritt der Arbeitslosigkeit nichts, obwohl sie Beschäftigungen nachgehen, um nicht bei der Bundesagentur aufzufallen. Damit nimmt man sich von vornherein die Bewerbungschancen, insbesondere bei längerer Arbeitslosigkeit. Insofern sollten schon die Aktivitäten dokumentiert werden, schließlich wird das beworbene Unternehmen hier gar kein Interesse haben, Aktivitäten von Arbeislosen an die Agentur für Arbeit weiterzumelden.

In einigen high-tech Branchen werden weit über dem Durchschnitt liegende Gehälter erzielt. Oft wird in anderen Branchen für gleiche Positionen viel weniger gezahlt. Eine Bewerbung mit unrealistischen Gehaltsvorstellungen disqualifiziert arbeitslose Ingenieure. Gleiches gilt, wenn Gehaltsvorstellungen zu niedrig angegeben werden. Häufig steckt bei arbeitslosen oder von der Arbeitslosigkeit bedrohten Bewerbern die Überlegung dahinter, aufgrund des niedrigen Gehaltswunsches im Bewerbungsprozess besonders weit zu kommen. Den billigen Jakob möchte aber niemand haben! Eine genaue Vorabrecherche über den eigenen Arbeitsmarktwert ist daher auf jeden Fall notwendig.

Müssen arbeitslose Ingenieure immer ehrlich sein?

Wer sich aus einer laufenden Anstellung bewirbt, muss der Bewerbung kein Arbeitszeugnis beifügen. Der Bewerber müsste ja sonst vorab ein Zwischenzeugnis bei der Personalabteilung anfordern, und die wird sich dann ihren Teil denken. Das gilt nicht für arbeitslose Ingenieure. Hier wird das Abschlusszeugnis erwartet. Fehlt es, sollten plausible Gründe aufgeführt werden. Die Ausführungen unterstreichen aber auch die besondere Bedeutung, die Arbeitszeugnisse für Arbeitslose und deren Bewerbungserfolg haben. Ein schlechtes oder mittelmäßiges Zeugnis erschwert den Wiedereintritt ins Berufsleben erheblich.

Nach erfolglosen Bewerbungsversuchen greift ein verzweifelter Arbeitsloser in die Trickkiste. Seine Prinzipien: „Erwähne Kündigung und Arbeitslosigkeit in der schriftlichen Bewerbung nicht! Oute Dich erst am Ende des Vorstellungsgespräches oder wenn Du den Arbeitsvertrag vor Dir liegen hast!“ Die Frage bleibt, ob das ganze legitim ist und letztlich der Arbeitgeber dem Bewerber das Kavaliersdelikt verzeiht. Die Beurteilungen des Bewerberverhaltens fallen da weit auseinander. „Gut verkauft“, lautet die positive Beurteilung, „Unehrlich“ dagegen die negative. Arbeitslose Ingenieure gehen damit also ein Risiko ein.

Arbeitslose Ingenieure dürfen Frust nicht zeigen

Vor einer noch schwierigeren Entscheidungssituation steht ein älterer Entwicklungsingenieur, der seit zwölf Monaten arbeitslos ist. Es wird ihm ein befristeter Arbeitsvertrag über zwei Jahre angeboten, wobei das Monatsgehalt rund 40 Prozent unter dem Verdienst seines letzten Beschäftigungsverhältnisses liegt. Empörung kommt bei ihm auf. Mit etwas Abstand und genauerer Überlegung akzeptiert er die Offerte. Es scheint ihm doch erfolgsversprechender, sich aus einem neuen, laufenden Beschäftigungsverhältnis um bessere Alternativen zu bewerben, statt aus der drohenden Langzeitarbeitslosigkeit. Arbeitslose Ingenieure müssen gut abwägen.

Arbeitslose Ingenieure verbauen sich letztlich im Vorstellungsgespräch viele Chancen. Wenn Dauerbewerber in Antworten und Verhalten Frust und Hoffnungslosigkeit ihrer Situation durchblicken lassen, ist meist alles zu spät. Wer sich als Versager fühlt, kann nicht überzeugen. Er gewinnt nur, wenn er engagiert und motiviert in das Gespräch geht, sich vorbereitet und alles tut, um zu überzeugen. Und eines muss auch klar sein: Das Standardergebnis auf eine Bewerbung ist die Absage. Wohl dem, der in diesem frustrierenden Geschäft einen klaren Kopf behält, sich nicht zermürben läßt, mit hoher Selbstmotivation in jedes weitere Vorstellungsgespräch geht und seine Frustration zügelt.

Für arbeitslose Ingenieure machen Mehrfachbewerbungen Sinn

Selbst, wenn jemand bereits eine erfolglose Bewerbung, möglicherweise sogar ein unglückliches Vorstellungsgespräch hinter sich hat, bedeutet dies im Grunde für folgende Bewerbungen beim gleichen Unternehmen nicht viel. Werden interessante Positionen ausgeschrieben, gibt es also kaum einen Grund, sich bei einem Arbeitgeber nicht mehrfach zu bewerben. Auch auf unterschiedliche Stellenanzeigen einer Personalberatung kann man sich mehrfach bewerben. Nur die wenigsten verwalten Bewerberdaten zentral. Initiativbewerbungen können arbeitslose Ingenieure in größeren zeitlichen Abständen (sechs Monate) beim gleichen Unternehmen wiederholen.

 

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