
Ich muss hier direkt mit Einschränkungen anfangen: Nicht jede Katastrophe hätte man als Angestellter rechtzeitig erkennen können – und nicht nach jeder Warnung ist auch etwas passiert. Aber viele Signale sind so offensichtlich, dass Sie sie keinesfalls ignorieren dürfen. Die angemessene Reaktion darauf ist dabei nicht der unüberlegte Entschluss zum Wechsel, sondern Sie sollen erst einmal misstrauisch werden, nach weiteren Informationen streben, sich auf Eventualitäten vorbereiten. Schließlich geht es um die Sicherung Ihrer Existenz.
Und es geht um taktische Vorteile: Wenn Sie rechtzeitig gehen, sind Sie – mit einer noch ungekündigten Anstellung im Rücken – „Herr“ der Situation, können weitgehend souverän entscheiden, handeln und eben ohne akuten Druck auf dem Arbeitsmarkt suchen. Wenn Sie sich jedoch überraschen lassen und dann in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erst einmal arbeitslos werden, sind Ihre Chancen, eine wirklich passende und befriedigende Position zu finden, ungleich schlechter.

Gefahr für den Job: Welche Signale gibt es?
- Bedenkliche Konstellationen bzw. Entwicklungen im Unternehmen:
- Bedenkliche Konstellationen bzw. Entwicklungen, die direkt Ihre Person betreffen:
- Empfohlene Reaktionen auf entsprechende Warnsignale:
- Pauschale Vorsorge für Situationen dieser Art:
Die anderen kochen auch nur mit Wasser
Denken Sie auch daran: Im Ernstfall, in dem Sie also eines Tages von der Entwicklung überrollt und zum Wechsel gezwungen sein würden, prüfen nicht etwa sozial engagierte, freundliche und tolerante Bewerbungsempfänger sehr, sehr sorgfältig und mit großer Offenheit für „Erklärungen“ (sprich Ausreden) aller Art in großer Ruhe Ihre Unterlagen und zeigen dabei auch noch viel Verständnis für Menschen in Schwierigkeiten. Sondern eine gestresste, unter Zeit- und anderem Druck stehende Führungskraft, die in ihrem Verantwortungsbereich eine personelle Lücke so schließen muss, dass sie damit ihre Vorgaben möglichst gut erfüllen kann, bekommt von HR zehn Bewerbungen vorgelegt, von denen sie fünf zur Vorstellung bittet und eine zur Einstellung auswählt. Und: Für die wichtige Erstauswahl aus dem vorliegenden Bewerberfeld hat der zuständige Mitarbeiter i. d. R. maximal eine Minute Zeit pro Zuschrift! Für welche davon mit welchen Details im Lebenslauf entscheidet er sich wohl?
Wenn Sie eine Antwort gefunden haben, versuchen Sie mit Ihrem Lebenslauf diesem denkbaren Ideal möglichst nahe zu kommen.
Bevor Sie dabei verzweifeln, bleibt Ihnen ein kleiner Trost: Die anderen (die Mitbewerber) kochen auch nur mit Wasser. Aber verlassen sollten Sie sich darauf lieber nicht – es könnte „heißer“ sein als Ihres.




























