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Großwäschereien nutzen Energie aus dem Wasserkreislauf

04. Januar 2013

Großwäschereien nutzen Energie aus dem Wasserkreislauf
Einsparpotenziale aus dem Wasserkreislauf nutzen.
Mit Wärmeübertragern kann im Dienstleistungsgewerbe viel Wasser und Energie gespart werden. Gerade in Großwäschereien lässt sich dieses Potenzial künftig besser nutzen, wie kürzlich ein Ortstermin in Berlin deutlich machte.
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Carsten Schlegel führt flott durch die riesige Arbeitshalle, durch die auf Schienen und wie von Geisterhand tausende Kleidungsstücke flitzen – darunter Blaumänner, Küchenschürzen und Kleidung von Krankenhauspersonal. „Bis zu 30 000 Kleidungsstücke werden bei uns pro Tag gewaschen und aufbereitet“, sagt Schlegel. Der Niederlassungsleiter der Großwäscherei Larosé im Berliner Stadtteil Köpenick begrüßt während des Rundgangs seine Mitarbeiter, bleibt immer wieder mal vor riesigen Wäschemangeln, Körben voller Wäsche oder Nähmaschinen stehen – denn auch repariert wird die Wäsche der Großkunden in seinem Betrieb, wie etwa vom Berliner Universitätsklinikum Charité.

Der eigentliche Clou des Unternehmens aber ist eine Wärmeübertrageranlage. Die drei Standorte der Großwäscherei Larosé Nonnweiler, Ahrensburg und Berlin sparen pro Jahr 6936 MWh, allein Berlin erzielt durch seine moderne Anlage davon 3532 MWh. Schlegel führt deshalb als Nächstes in das Untergeschoss des Betriebs. Dort zeigt sich: In Wäschereien ist ein riesiges Potenzial zur Wärmerückgewinnung möglich.

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Larosé-Filiale: Vorzeigebeispiel für mehr Energieeffizienz in Großwäschereien

Im Kern funktioniert das Energiekonzept recht einfach: Das Abwasser von sieben Waschstraßen und zwei Waschschleudermaschinen wird zentral in einem Abwasserbecken gesammelt. Von dort wird es mit einer Tauchpumpe über einen Rohr-in-Rohr-Wärmetauscher mit 120 m Länge abgekühlt und in einen Kanal geleitet. Im Gegenstrom wird Frischwasser über den Wärmetauscher vorgewärmt und in einem zweigeteilten Speichertank gesammelt. Abluft von drei Finishern und fünf Mangelstraßen wird zu vier Kondensationswärmetauschern geleitet. Sie unterstützen das weitere Aufheizen des Frischwassers – durch den zweigeteilten Speichertank kann sowohl Warm- als auch Heißwasser bis zu einer Temperatur von 50 °C zur Verfügung gestellt werden.

Die Larosé-Filiale ist ein gelungenes Beispiel für Nutzung von Abwärme und damit ein Beispiel für Energieeffizienz. Meist wird von produzierenden Betrieben gesprochen, wenn es um Energieeffizienz geht, doch es können auch Dienstleistungsbetriebe wie Wäschereien sein, die viel für die Umwelt tun können. Durch den Einsatz neuester Technik können dort Energieeinsparungen von 20 % bis 30 % erreicht werden. Eine Wäscherei, die eine Tonne Wäsche am Tag reinigt, könnte damit jährlich rund 400 MWh an Energie einsparen, heißt es vom Deutschen Textilreinigungs-Verband (DTV). Dies entspreche ungefähr dem Verbrauch von 130 Privathaushalten.

Mehr noch: Würden die etwa 2000 von den Textilreinigungsverbänden vertretenen Wäschereien im Schnitt jeweils 200 MWh im Jahr einsparen, entspräche das dem ungefähren Stromverbrauch einer Stadt wie Bamberg.

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Masterplan soll Energieeffizienz im gesamten Textilgewerbe auf eine breite Basis stellen

Um Energieeffizienz im deutschen Textilgewerbe auf breitere Füße zu stellen, soll deshalb nun ein Masterplan aufgestellt werden, um diese Aktivitäten zu bündeln – mit einer gemeinsamen Kampagne wollen die Verbände alle Unternehmen der Branche sowie Maschinenbau- und Zulieferbetriebe für die Energieeinsparung gewinnen. „In Einzelprojekten unseres Verbandes können bereits bis zu 90 % Wasser und 70 % der Energiekosten eingespart werden“, sagt Joachim Krause, Präsidiumsmitglied des DTV, „diese Einsparpotenziale wollen wir nun auf die gesamte Branche übertragen.“

Das Laundry Innovation Network, Berlin, rief dafür etwa das Projekt „Die grüne automatisierte Wäscherei“ ins Leben – und Teilprojekte zielen z. B. auf die Wärmeerzeugung durch Holzpellets ab. „Diese Innovation erreicht eine Einsparung von 30 % der Energiekosten gegenüber Gas- und Ölheizungen“, berichtet Lothar Kühne, Beiratsvorsitzender und Sprecher des Laundry Innovation Networks. Ein weiteres durch das Netzwerk erarbeitetes Verfahren soll den Wasserverbrauch mittels Waschwasserrecycling um 60 % senken. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Es vereint derzeit 13 Unternehmen sowie acht Bildungs- und Forschungsinstitute. Ziel des Netzwerkes ist es, umweltschonende Innovationen für industrielle Großwäschereien hervorzubringen.

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Energieeffizienz lohnt sich für Großwäschereien auch wirtschaftlich

„Wir müssen unserer ökologischen und ökonomischen und unserer unternehmerischen Verantwortung Rechnung tragen – mit energieeffizienten Maschinen, Hilfsmitteln und Verfahren“, fordert Friedrich Eberhard, Präsident des Deutschen Textilreinigungs-Verbandes. Energiekosten im Textilreinigungsgewerbe erreichen gemessen am Umsatz einen Anteil von 7 % bis 12 %. „Energieeinsparungen lohnen sich deshalb auch wirtschaftlich.“

Um den gestiegenen Forderungen bei textilen Dienstleistungsunternehmen gerecht zu werden, bietet der Deutsche Textilreinigungs-Verband seinen Mitgliedern nicht zuletzt deshalb die Möglichkeit zur Zertifizierung, wozu unter anderem auch die Umsetzung eines Umweltmanagementystems gehört – ein Zertifikat, dessen Erlangung auch die Großwäscherei Larosé in 2014 anstrebt. Beim Rundgang verweist Schlegel deshalb darauf, dass das System mittlerweile so gut arbeitet, dass um die Rohre des Wärmeübertragers im Untergeschoss sogar die Isolierung weggelassen worden sei, da das Wasser sonst so stark aufgeheizt werden würde, dass es sogar zu heiß für manchen Waschvorgang wäre.



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