Interview mit Brandmanager Johannes Möller 15.09.2022, 12:08 Uhr

Light + Building: Neustart ab 2. Oktober

Der Restart der Branche fällt in eine Zeit, die mehr denn je von Unsicherheit und Krisen geprägt ist. Im Interview erläutert Johannes Möller, Leiter Brandmanagement Light + Building, wie sich die Organisation einer Messe verändert hat und was die Besucher in Frankfurt erwartet.

Zurück in Präsenz: Vom 2. bis 6. Oktober sind in Frankfurt etliche Neuerungen aus den Bereichen Licht und Gebäudetechnik zu sehen. Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Petra Welzel

Zurück in Präsenz: Vom 2. bis 6. Oktober sind in Frankfurt etliche Neuerungen aus den Bereichen Licht und Gebäudetechnik zu sehen.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Petra Welzel

HLH: Herr Möller, Krisenzeiten eröffnen auch Chancen: Wie hat die Light + Building die Zeit genutzt und welche Veränderungen machen den Restart aus?

Johannes Möller: Wir haben in den zurückliegenden Monaten viel gelernt. Natürlich hat die Digitalisierung auch unser Geschäft beschleunigt. Aber viele Gespräche mit Ausstellern und Verbänden haben gezeigt, dass der Kern unseres Geschäfts, die persönliche Begegnung, Bestand hat. Wir haben gelernt, wie wir sie sinnvoll ergänzen können. Jetzt schauen wir nach Vorne und setzen alles daran, mit der Autum Edition die bestmögliche Brücke zu bauen, um 2024 wieder zum gewohnten Termin alle Marktplayer in Frankfurt zu begrüßen. Das Wiedersehen auf dem Messegelände unterstützen wir mit der Light + Building Digital Extension. Die digitale Plattform bietet bereits im Vorfeld die Chance, die richtigen Geschäftspartner zu finden und mit ihnen in Kontakt zu treten. Sie ist vom 2. bis 14. Oktober 2022 verfügbar und verlängert den internationalen Austausch und die Informationsmöglichkeit dadurch noch einmal über den Messezeitraum hinaus.

HLH: Die Light + Building findet als sogenannte „Autumn Edition“ statt. Wie unterscheidet sie sich von der bislang bekannten Messe im März?

Möller: Sie ist eine Sonderausgabe. Pandemiebedingt mussten wir für die ursprünglich geplante Veranstaltung im März einen alternativen Termin finden. Die Branche hat uns nach der langen Pause ganz klar gespiegelt, dass es noch 2022 einen Branchentreffpunkt für den persönlichen Austausch geben muss. In diesem Jahr ist das Gelände der Messe Frankfurt sehr gefragt. Wir haben alle Optionen geprüft und konnten den verkürzten Termin Anfang Oktober realisieren. Für die Aussteller aus dem Building-Bereich ist das eine sehr gute Alternative, während der Herbsttermin zu den Innovationszyklen der Licht-Branche weniger optimal passt. Das ist uns durchaus bewusst. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass so viele Licht-Unternehmen – insbesondere aus dem Ausland – zur Leitmesse zusammenstehen und den Termin für sich nutzen.

Ein weiterer Faktor ist das Pandemiegeschehen in Asien. Auch wenn sich dieses glücklicherweise in Deutschland und Europa beruhigt, hat beispielsweise China leider immer noch stark damit zu kämpfen. Deshalb müssen wir auf die Teilnahme vieler asiatischer Aussteller verzichten. Insofern ist die kompakte Sonderausgabe nicht mit der regulären Light + Building vergleichbar. Aber wir haben alles daran gesetzt, dass es für alle Seiten eine qualitativ hochwertige Veranstaltung wird.

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Messeplaner in der Pandemie: Brandmanager Johannes Möller vor dem Frankfurter Messeturm.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jörg Puchmüller

HLH: Wie wird die Sonderausgabe konkret aussehen und was können Aussteller und Besuchende erwarten?

Möller: Momentan rechnen wir mit mehr als 1 500 Ausstellern aus 46 Ländern. Es gibt Hersteller aus allen Bereichen der Licht-, Haus- und Gebäudetechnik sowie der vernetzten Sicherheitstechnik, so dass sich auf der Messe alle Gewerke präsentieren und ein übergreifender Austausch möglich ist. Im Westgelände ist der Building-Bereich sehr stark aufgestellt. Gerade vor dem Hintergrund der notwendigen Digitalisierung und Elektrifizierung zur Erreichung von Klimazielen, wächst die Bedeutung des Bereichs. Hier sind alle Key-Player am Start. Im Licht-Bereich fehlt zwar das eine oder andere große Unternehmen, aber dafür nutzen besonders die ausländischen Firmen ihre Chance sich zu präsentieren. Damit ist das Licht sehr international aufgestellt und nach wie vor der größere der beiden Bereiche. Über 60 Prozent der Aussteller gehören dem Lichtsektor an. Das zeigt uns, wie sehr Unternehmen den Messeplatz benötigen, um für sich Reichweite zu erzeugen. Für sie ist es eine tolle Chance, sich perfekt zu positionieren und eine ganz neue Aufmerksamkeit zu generieren.

HLH: Unterscheidet sich die Sonderausgabe im Hinblick auf die Hallenaufteilung? Was wird wo zu finden sein?

Möller: Durch die Bündelung aller technischen Gewerke spielt die Gebäudeautomation eine wichtige Rolle. Sie ist in den Hallen 9, 11 und 12 vertreten. Zudem finden Besucherinnen und Besucher in diesen Hallen energieeffiziente Gebäudesystemlösungen, Elektroinstallationen, elektrische Installations- und Netzwerktechnik sowie Elektrotechnik. Erstmals belegt die Light + Building auch die Halle 8 mit dem Bereich Intersec Building. Damit bündeln wir das Angebot zum Thema vernetzte Sicherheitstechnik, das in Häusern und Gebäuden zunehmend an Bedeutung gewinnt und mit der Gebäudetechnik untrennbar verbunden ist. Die Halle 8 bildet den Übergang zum Lichtbereich, da hier auch Hersteller für lichttechnische Komponenten, Lichtquellen und -steuerung vertreten sind. Um Licht in all seinen Facetten geht es dann in den Hallen 3, 4 sowie 6. Das Angebot umfasst hier designorientierte Leuchten in allen Stilrichtungen, technische Leuchten, Außen- und Straßenbeleuchtung, Not- und Sicherheitsbeleuchtung sowie Vollsortimente.

Was ist wo? Geländeplan der Light + Building Autumn Edition. Grafik: Messe Frankfurt Exhibition GmbH

HLH: Wie hat sich die Vorplanung für eine Messe verändert?

Möller: Die Planungszeiten sind für alle Beteiligten kürzer geworden. Wir erhalten finale Aufträge für die Teilnahme an der Messe immer später, Besucherinnen und Besucher kaufen Tickets kurzfristig und lösen Gutscheine erst kurz vor der Veranstaltung ein. Auch wir selbst agieren heute als Messeveranstalter flexibler. So können wir auf sich verändernde Bedingungen unmittelbar reagieren. Dabei stehen wir im engen Austausch mit unseren Ausstellern und Partnern. Zusätzlich bündeln die Fachverbände für uns das Feedback der Aussteller, um Entscheidungen zu treffen, die im Sinne der Branche sind. Das funktioniert nur, wenn es hier gute Partnerschaften gibt und über diese verfügt die Light + Building glücklicherweise. Insofern sind wir gut gewappnet und haben uns darauf konzentriert, eine spannende, gut geplante Sonderausgabe zu präsentieren, die ein attraktives, informatives und inspirierendes Rahmenprogramm bietet, sodass sich die Teilnahme für alle lohnt.

 

 

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Von Messe Frankfurt/Marc Daniel Schmelzer