Anzeige

Erst fahren, dann fliegen: Dieser Van hat ein Flugzeug im Heck

23. April 2026

Erst fahren, dann fliegen: Dieser Van hat ein Flugzeug im Heck
Das vom Hersteller Xpeng Land Aircraft Carrier genannte Fahrzeug beherbergt im Kofferraum eine Drohne für zwei Personen. Foto: Aridge
Xpeng packt ein Fluggerät ins Heck eines Sechsrad-Vans. Das System soll noch 2026 in Serie gehen. In China hat das Flugmodul bereits eine Zulassung; in Europa wird es komplizierter.
Anzeige
Anzeige


Schon seit Jahrzehnten beschäftigen sich zahlreiche Entwickler mit dem Thema, das Auto auch in die Luft zu bekommen. Der Ansatz dabei war oft, dass das Fahrzeug beides ist, Auto und Flugzeug zugleich. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Aeroht, das 2013 gegründete Tochterunternehmen des chinesischen Automobilherstellers Xpeng. Beim „Land-Aircraft Carrier“ nimmt das Auto das zweisitzige Fluggerät einfach im Kofferraum mit. Bei Bedarf bleibt das Auto stehen und die Passagiere heben sich mit einer Art Drohne in die Luft.

Kern des Land Aircraft Carrier ist ein dreiachsiger, elektrisch angetriebener Van, der im Heck ein zweisitziges eVTOL-Flugmodul transportiert. VTOL steht für „Vertical Take-off and Landing“, also ein Fahrzeug, das senkrecht starten und landen kann, das „e“ davor steht für die elektrische Antriebsart. Beide Einheiten sind so ausgelegt, dass das Luftfahrzeug innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit ist und nach dem Flug wieder im Fahrzeug verstaut werden kann. Die Markteinführung ist noch für dieses Jahr vorgesehen, wobei laut Hersteller nach Vorstellung des Konzepts bereits mehrere Tausend Vorbestellungen vorliegen.

Anzeige
Anzeige

Inhaltsverzeichnis

Fahrzeugplattform und Antrieb

Das Bodenmodul basiert auf einer 800-V-Architektur mit Siliziumkarbid-Leistungselektronik. Diese soll dank Range Extender eine Reichweite von über 1000 km ermöglichen. Das dreiachsige Fahrzeug, dem Tesla Cybertruck nicht unähnlich, misst rund 5,50 m in der Länge bei jeweils etwa 2 m Breite und Höhe.

Die sechsrädrige 6×6-Konfiguration kombiniert Allradantrieb mit Hinterradlenkung. Dadurch sollen trotz der Fahrzeuggröße Manövrierbarkeit und Geländetauglichkeit erhalten bleiben. Neben dem Personentransport (vier bis fünf Insassen) übernimmt das Bodenmodul eine zentrale Rolle als mobile Energiequelle: Es kann das Flugmodul unabhängig von externer Ladeinfrastruktur mehrfach aufladen. Eine vollständige Batterieladung des Fahrzeugs reicht laut Herstellerangaben für mehrere Flugzyklen des Copters. Dessen Batteriekapazität und Flugdauer gab Xpeng bislang nicht bekannt, wohl aber, dass Boden- und Luftmodul innerhalb von 5 min. getrennt bzw. wieder verbunden werden können.

Luftmodul als eVTOL-System

Das Luftmodul ist als elektrisches Senkrechtstart- und -landeflugzeug ausgeführt. Es nutzt ein redundantes Sechs-Rotor-System mit klappbaren Auslegern. Die Struktur besteht überwiegend aus Carbonwerkstoffen, um Gewicht zu reduzieren und strukturelle Festigkeit zu gewährleisten.

Anzeige
Anzeige

Die Kabine bietet zwei Personen Platz und ist mit großflächigen Verglasungen ausgeführt, was eine weitreichende Rundumsicht ermöglicht. Das Cockpitkonzept umfasst eine vereinfachte Ein-Knüppel-Steuerung, ergänzt durch automatisierte Assistenzsysteme. Diese unterstützen unter anderem bei Navigation, Luftraumüberwachung und Landung.

Redundanz und Sicherheit

Ein zentrales Entwicklungsziel liegt laut Hersteller in der Systemredundanz. Antrieb, Energieversorgung, Kommunikation und Flugsteuerung sind daher mehrfach ausgelegt. Im Fall eines Rotorversagens soll das System innerhalb von Millisekunden reagieren und stabile Flugzustände sicherstellen können. Ergänzend kommen elektronische Begrenzungssysteme („Fencing“) sowie Multi-Source-Navigation zum Einsatz.

Anzeige
Anzeige

Xpeng beschreibt diesen Ansatz als Voraussetzung für den Einstieg in eine breitere Nutzung: „Die Steuerung wurde bewusst einfach gehalten“, heißt es aus dem Unternehmen, um die Zugänglichkeit zur Luftmobilität zu erhöhen.

Produktion und Skalierung

Parallel zur Produktentwicklung baut Xpeng Aeroht eine Produktionsstätte in Guangzhou auf. Die Anlage ist für eine jährliche Kapazität von bis zu 10.000 Flugmodulen ausgelegt und umfasst rund 180.000 Quadratmeter Fläche. Damit wird deutlich, dass das Konzept nicht als Einzelprojekt, sondern als skalierbares Produkt gedacht ist.

Das Unternehmen verfolgt dabei eine mehrstufige Strategie. Der Land Aircraft Carrier bildet die erste Phase als modulares System. In weiteren Schritten sind ein Hochgeschwindigkeits-Tiltrotor-Flugzeug sowie ein vollständig integriertes eVTOL-Konzept vorgesehen. Ziel ist ein vernetztes Land-Luft-Mobilitätssystem, das unterschiedliche Verkehrsträger kombiniert.

Der automobile Flugzeugträger und seine Umsetzung

Die Idee des fliegenden Autos wird seit Jahrzehnten verfolgt, bislang jedoch ohne nachhaltige Marktdurchdringung. Xpeng positioniert sich hier mit einem hybriden Ansatz, der bestehende Fahrzeugkonzepte mit Luftfahrttechnologie kombiniert. Brian Hongdi Gu formuliert die strategische Perspektive so: „Die Zukunft der Mobilität geht über das Auto hinaus.“

Entscheidend werde sein, ob neben der technischen Umsetzung auch regulatorische, infrastrukturelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen erfüllt werden können. In China hat das Flugmodul bereits eine Lufttüchtigkeitszertifizierung der zivilen Luftfahrtbehörde erhalten. In Europa dürfte der EASA-Zulassungsprozess deutlich länger dauern. Dafür wird das von Xpeng beworbene „weltweit erste modulare, fliegende Auto“ auch erstmals in Europa im Rahmen der Hannover Messe (Stand 26) vorgestellt.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige