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E-Auto-Förderung 2026: Verschwendet der Bund Milliarden?

19. Januar 2026

1,8 Millionen E-Autos fahren bereits, die E-Auto-Förderung 2026 soll bis zu 800.000 neue bringen.
Rund 1,8 Millionen Elektroautos sind derzeit in Deutschland zugelassen. Die neue Förderung soll 800.000 weitere auf die Straße bringen. Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
Bis zu 6000 € pro Fahrzeug: Die Bundesregierung hat ihre neue Kaufprämie für E-Autos vorgestellt. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die meisten Autofahrer lieber niedrigere Strompreise an der Ladesäule hätten. Läuft die Planung ins Leere?
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3 Mrd. € sind viel Geld. Damit ließen sich bis zu 100.000 zusätzliche Schnellladesäulen finanzieren, also ein massiver Ausbau des heutigen Bestands von rund 43.000 .

Die Bundesregierung hat sich anders entschieden. Mit der heute gestarteten Förderkampagne stellt sie rund 3 Mrd. € für neue E-Autos bereit. Bis 2029 soll das Geld für rund 800.000 Fahrzeuge reichen.

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Doch fragt man die Autofahrer selbst, wünschen sie sich etwas anderes: dauerhaft günstigere Ladekosten. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI).

Inhaltsverzeichnis

60 % wollen günstigeren Strom

Knapp 60 % der befragten Autofahrerinnen und Autofahrer bevorzugen dauerhaft niedrigere Stromkosten gegenüber einer einmaligen Kaufprämie. Nur 18 % favorisieren laut der heute (19. Januar ) veröffentlichten Studie die Prämie.

Für die Umfrage befragte Civey im Auftrag des ZVEI vom 18. Dezember 2025 bis 1. Januar 2026 rund 2.800 Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland.

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Rund 25 % der Befragten nennen hohe Strompreise als Hauptargument gegen eine Anschaffung des E-Autos. „Elektromobilität muss sich rechnen – jeden Tag, nicht nur beim Kauf“, resümiert Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung.

Ladesäulen in der Münchener Innenstadt. Mehr Ladesäulen wird es durch die neue E-Auto-Förderung 2026 nicht unbedingt geben.
An Schnellladern kostet Strom bis zu 85 Cent pro Kilowattstunde. Das macht E-Autofahren teurer als Tanken.

Laden teils teurer als Tanken

Ein Blick auf die aktuellen Preise zeigt, warum viele zögern. Wer zuhause an der Wallbox lädt, zahlt bei einem typischen Verbrauch von 15 bis 20 kWh auf 100 km etwa 4,50 bis 6 Euro. Das ist nur rund die Hälfte dessen, was ein Benziner mit 6 bis 8 l Verbrauch kostet.

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Allerdings hat nicht jeder eine Wallbox in der Garage – geschweige denn eine Garage. Und an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen (AC) liegen die Kosten derzeit bei 6,75 bis 12 € pro 100 km. Am Schnelllader (DC) können es sogar 9,75 bis 17 € werden; mehr als beim Tanken.

Das Kernproblem: Mieter, Stadtbewohner und alle ohne eigene Lademöglichkeit sind auf öffentliche Säulen angewiesen. Und für diese Käufergruppe – die Mehrheit der potenziellen Kunden – rechnet sich das Elektroauto langfristig oft noch nicht.

Deutschland hat höchste Ladepreise in Europa

Im europäischen Vergleich zahlen deutsche Autofahrer sogar die höchsten Strompreise an der Ladesäule. „Das ist abschreckend und konterkariert die Emissionsziele im Verkehrssektor“, kommentiert ZVEI-Chef Weber.

Der Verband fordert deshalb einen politischen Kurswechsel: Die Stromsteuer müsse sinken, ebenso Abgaben und Umlagen. Außerdem brauche es mehr Wettbewerb beim öffentlichen Laden.

„Statt Milliarden in kurzfristige Kaufprämien zu stecken, sollte die Politik das Geld in eine spürbare und dauerhafte Senkung der Strompreise investieren“, so Weber.

Was die neue Förderung bringt

Das Bundesumweltministerium hat die Details der neuen Kaufprämie am 19. Januar veröffentlicht. Das Programm gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026, Anträge können voraussichtlich ab Mai gestellt werden. Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Die Basisförderung beträgt 3.000 € für reine Elektroautos und 1.500 € für Plug-in-Hybride. Hinzu kommen Zuschläge: 500 € pro Kind (maximal 1.000 € für zwei Kinder) sowie bis zu 2.000 € extra für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Die maximale Fördersumme liegt bei 6.000 €.
  • Antragsberechtigt sind Privatpersonen mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von maximal 80.000 Euro – bei Familien mit Kindern steigt die Grenze auf bis zu 90.000 €. Das Fahrzeug muss mindestens 36 Monate gehalten werden.

Die Förderung setzt damit auf den Kaufanreiz. An den laufenden Betriebskosten, die der ZVEI kritisiert, ändert sie nichts. Womöglich hätte man die 3 Mrd. € also besser in neue Ladesäulen investiert. Denn mehr Ladesäulen bedeuten mehr Wettbewerb und damit potenziell niedrigere Preise. So aber droht das bereitgestellte Geld zu verpuffen: Wer ein E-Auto kauft, aber beim Laden draufzahlt, wird kaum überzeugt sein.



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