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Deutscher Tüftler schafft Rekord: Mit dem E-Camper bis zum Nordkap

11. November 2020

Wohnwagen auf der Straße
100 % elektrisch reiste Frank Eusterholz bis ans Nordkap. (Symbolbild)
Foto: panthermedia.net/ U. Gernhoefer (YAYMicro)
Die E-Mobilität hat im Segment der Camper bislang nicht Fuß fassen können. Für einen Deutschen Tüftler ist dies jedoch kein Hindernis. Mit einem umgebauten Wohnmobil fuhr er von Hannover bis ans Nordkap.
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Elektrische Fahrzeuge werden aufgrund ökologischer Faktoren immer wichtiger. Aktuell konzentriert sich die Entwicklung stark auf alltagstaugliche Autos, mit denen Fahrer schnell von A nach B kommen. Elektrische Wohnmobile sind daher noch selten. Doch Frank Eusterholz, seines Zeichens großer Fan der E-Mobilität, lässt sich davon nicht abhalten und baut seinen Camper kurzerhand um.

VW e-Crafter in Eigenregie umgebaut

Als Basis für das E-Wohnmobil diente ein nachträglich umgerüsteter VW e-Crafter. Immerhin mit 136 PS ausgestattet liefert der Motor ausreichend Power, um auch weite Strecken zurücklegen zu können. Besonders angenehm empfand Eusterholz die durch den E-Motor geschaffene Ruhe während der Fahrt. Die geräuscharme Kulisse trug dazu bei, dass er die Umwelt und die Natur besser genießen konnte. Seine Route: von Hannover bis zum Nordkap. Der auf der dänischen Insel Samsø lebende deutsche Frank Eusterholz fuhr mit seinem e-Crafter von Niedersachsen bis an den nördlichsten auf der Straße erreichbaren Punkt Europas.

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„Und ich bin nun wohl der Erste, der mit einem elektrisch angetriebenen Transporter bzw. Reisemobil am Nordkap war.“

Für viele Interessenten könnte die Reichweite jedoch abschreckend sein. Gemäß der NEFZ-Norm (Messungen im Rahmen des Neuen Europäischen Fahrzyklus) reicht eine volle Batterieladung im besten Fall für lediglich 173 Kilometer. Auf dem Weg von Hannover bis ans Nordkap waren aus diesem Grund satte 95 Ladestopps nötig. Für Tüftler Eusterholz war dies jedoch kein Problem. Die regelmäßigen Pausen sorgen seiner Ansicht nach dafür, dass das Fahren insgesamt viel entspannter vonstattengeht. Als problematisch erwies sich hingegen das Aufladen der Batterie. Zwar verfügt Norwegen über ein gutes Netz an Ladestationen, doch agieren diese nicht immer auf der modernen DC-Technik (Gleichrichter in der Ladestation). Die Folge waren teils sehr lange Wartezeiten an den Ladestationen, da AC-Ladesäulen fast fünfmal so lange benötigen, ehe die Batterie voll aufgeladen ist. Unter AC versteht man das On-Board-Ladegerät im Fahrzeug.

Wide Path Camper: Campinganhänger für das Fahrrad

Die Besonderheit des e-Crafter liegt jedoch nur zum Teil im Bereich des elektronischen Antriebs. Noch spannender ist die Art und Weise, wie der Kastenwagen zu einem für weite Strecken geeigneten Wohnmobil umfunktioniert wurde. Die Idee dahinter stammt von einem Berliner Unternehmen, dass sich zukünftig vermutlich über regen Kundenzulauf freuen dürfte.

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Nachahmer müssen nicht auf die Serienproduktion warten

Wer glaubt, dass es besondere technische Fähigkeiten und Fachwissen benötigt, um einen derartigen Umbau zu vollziehen, der irrt. Vielmehr ist es im Prinzip jedem möglich, seinen eigenen E-Camper zu bauen. Auch Frank Eusterholz musste nicht viel tüfteln, ehe er seinen Traum realisieren konnte. Um den Camper für lange Strecken auszurüsten, bediente er sich bei der Firma PlugVan. Diese stellt vorgefertigte Module her, welche innerhalb weniger Minuten über die Hecktür in den leeren Camper geschoben werden können. Auf diese Weise muss das Fahrzeug selbst nicht umgebaut werden. Für den nötigen Halt sorgen die mitgelieferten Verzurrösen, mit welchen das Model am Fahrzeug befestigt wird. Zur Grundausstattung der Module aus dem Hause PlugVan gehört neben einem Bett für zwei Personen auch ein Küchenblock inklusive Spülbecken, ein Gaskocher sowie eine integrierte Kühlbox. Auf diese Weise können sich auch Nachahmer auf die Reise begeben und in die Fußspuren von Frank Eusterholz treten – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. In der Basisausstattung kostet das Modul immerhin stolze 13.900 Euro. Auf der anderen Seite gilt es jedoch zu bedenken, dass es bislang keine serienmäßigen E-Camper zu kaufen gibt.

Eindrücke von seiner Tour, gibt Frank Eusterholz auf YouTube.

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Elektromobilität: Reichweite wird kontinuierlich steigen

Die Idee hinter dem E-Camper ist nicht neu. Dank der flexiblen und individualisierbaren Wohnmodule lässt sie sich nun allerdings ohne viel Aufwand umsetzen. Einzig die geringe Reichweite größerer Fahrzeuge wie dem VW e-Crafter hemmt derzeit noch etwas das Vergnügen auf längeren Reisen. Da Entwickler weltweit an immer neuen Batterien für E-Fahrzeuge arbeiten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Reichweite deutlich steigt. Sofern diese zumindest 250 oder gar mehr Kilometer erreichen sollte, könnte der Umbau via Wohnmodule Schule machen. Verwunderlich wäre es daher nicht, wenn künftig mehr E-Camper auf Deutschlands Straßen zu sehen sind.

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