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Trotz Schlepperhilfe: „Mein Schiff 3“ rammt Containerschiff in Bremerhaven

25. Oktober 2026

Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ liegt an der Columbuskaje in Bremerhaven. Im Vordergrund sind Hafenanlagen und das Hafenbecken zu sehen.
Die „Mein Schiff 3“ an der Columbuskaje in Bremerhaven (Archivbild). Am 25. Oktober 2026 kollidierte das Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen trotz Schlepperunterstützung mit einem Containerschiff. Foto: picture alliance / imageBROKER | Andreas Rose
Mein Schiff 3“ rammt in Bremerhaven ein Containerschiff – trotz Schlepperhilfe. Was über Schäden, Windverhältnisse und den Unfall bekannt ist.
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Ein fast 300 m langes Kreuzfahrtschiff, stürmisches Wetter und eine Kollision mit einem Frachter: Beim Auslaufen aus Bremerhaven ist die „Mein Schiff 3“ mit einem Containerschiff zusammengestoßen. Dabei sollen Rettungsboote zerstört worden sein. Die geplante Kanarenreise musste vorerst unterbrochen werden.

Nur wenige Minuten nach dem Ablegen war die Reise schon wieder vorbei. Am Sonntagabend (25. Oktober) kollidierte die „Mein Schiff 3“ im Hafen von Bremerhaven mit einem Containerschiff der Reederei MSC. Das Kreuzfahrtschiff war gegen 17 Uhr von der Columbuskaje aufgebrochen. Ziel war eine 20-tägige Reise zu den Kanarischen Inseln.

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Das Wetter machte das Auslaufen offenbar schwierig. Starke Windböen sollen das Manöver beeinträchtigt haben. Obwohl Hafenschlepper das knapp 300 m lange Schiff unterstützten, kam es etwa zehn Minuten nach dem Ablegen am Containerterminal zum Zusammenstoß.

Augenzeugen berichteten von einem heftigen Aufprall. Passagiere spürten demnach ein deutliches Rucken und Zittern. In einem Video, das den Unfall zeigen soll, ist zu hören, wie eine Frau angesichts der Kollision sagt: „Ich glaub, das war’s mit der Reise.“ Das berichtet t-online unter Berufung auf die Videoaufnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Zehn Meter langer Riss im Containerschiff

Der Zusammenstoß hinterließ nach ersten Medienberichten erhebliche Schäden. Die „Nordsee-Zeitung“ und Bild berichten von einem rund 10 m langen Riss in der Bordwand des Containerschiffs. Auch die „Mein Schiff 3“ wurde beschädigt. Mehrere Rettungsboote sollen beim Aufprall zerstört worden sein.

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TUI Cruises bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die Kollision. Das Kreuzfahrtschiff sei anschließend zur Columbuskaje zurückgekehrt, um die Schäden untersuchen zu lassen.

„Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine Personenschäden“, erklärte die Reederei auf dpa-Anfrage. Weitere Informationen wolle das Unternehmen veröffentlichen, sobald gesicherte Erkenntnisse vorlägen. Auch die Polizei in Bremen bestätigte den Unfall.

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Warum wird Wind für ein Kreuzfahrtschiff zum Problem?

Die „Mein Schiff 3“ ist 293,2 m lang, 35,8 m breit und bietet Platz für rund 2500 Passagiere. Gebaut wurde sie 2014 bei Meyer Turku in Finnland. Ihr Antrieb hat eine Leistung von insgesamt 28.000 kW. Die Dieselmotoren und die übrigen Maschinenanlagen kommen laut Werft zusammen auf 48.000 kW.

Trotz dieser Leistungsreserven können Hafenmanöver anspruchsvoll sein. Besonders bei starkem Seitenwind. Der Grund liegt in der Bauweise großer Kreuzfahrtschiffe. Ihre hohen Aufbauten bieten dem Wind eine erhebliche Angriffsfläche. Je nach Windrichtung können dadurch starke seitliche Kräfte entstehen. Der Wind kann das Schiff versetzen oder um seine Hochachse drehen.

Anders als auf offener See ist der Platz zum Gegensteuern im Hafen begrenzt. Hinzu kommt, dass Schiffe beim An- und Ablegen nur langsam fahren. Deshalb werden häufig Hafenschlepper eingesetzt. Sie helfen, die Position eines Schiffs zu kontrollieren, indem sie es ziehen, seitlich drücken oder beim Drehen unterstützen.

Wie leistungsfähig solche Fahrzeuge sein können, zeigt ein Blick auf die stärksten Hochseeschlepper der Welt. Die dort vorgestellten Spezialschiffe erreichen Pfahlzugkräfte von mehreren Hundert Tonnen. Hafenschlepper sind dagegen vor allem für präzise Manöver auf engem Raum ausgelegt.

Moderne Antriebstechnik verhindert nicht jeden Unfall

Die „Mein Schiff 3“ gehört zur sogenannten Blue-Motion-Klasse. Der finnische Schiffbauer Meyer Turku fertigte zwischen 2014 und 2017 insgesamt vier weitgehend baugleiche Kreuzfahrtschiffe für TUI Cruises.

Die Schiffe besitzen dieselelektrische Antriebssysteme. Dabei erzeugen Dieselmotoren elektrische Energie, mit der unter anderem die Antriebsmotoren versorgt werden. Solche Systeme ermöglichen eine flexible Steuerung der Antriebsleistung.

Beim Manövrieren spielen allerdings nicht nur die verfügbaren Kilowatt eine Rolle. Entscheidend ist auch, in welche Richtung und mit welcher Wirkung der Schub eingesetzt werden kann. Zudem müssen Antrieb, Schlepper und Schiffsführung aufeinander abgestimmt sein. Welche Manöver unmittelbar vor der Kollision ausgeführt wurden, ist noch nicht bekannt.

Die Kollision erinnert an die Risiken des Schiffsverkehrs, über die ingenieur.de bereits im Zusammenhang mit dem Zusammenstoß des Containerfrachters „Solong“ mit dem Tanker „Stena Immaculate“ berichtet hat. Die damaligen Umstände waren allerdings grundlegend anders.

Kann die „Mein Schiff 3“ ihre Reise fortsetzen?

Das hängt vor allem von der Schadensprüfung ab. Neben möglichen Beschädigungen am Schiffsrumpf dürften die betroffenen Rettungsmittel besondere Aufmerksamkeit erhalten.

Kreuzfahrtschiffe müssen für ihre Passagiere und die Besatzung ausreichend funktionsfähige Rettungsmittel mitführen. Sollten tatsächlich mehrere Rettungsboote zerstört worden sein, müsste vor einer Weiterfahrt geklärt werden, ob die vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen weiterhin erfüllt werden.

Am Sonntagabend befand sich die „Mein Schiff 3“ wieder an der Columbuskaje. Wann die Reise fortgesetzt werden kann, war zunächst offen. Die Wasserschutzpolizei untersucht den Unfallhergang.

Quellen



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