18.04.2015, 07:55 Uhr | 0 |

Crystal Wash Waschkugel 2.0: Hightech in der Waschmaschine

Mit den kleinen Kugeln, das versprechen die Hersteller von Crystal Wash, wird die Wäsche auch ohne Waschmittel sauber. Die Kugeln sollen  sogar live aus der Waschtrommel Daten ans Smartphone senden können. Finanziert wurde das Projekt Crystal Wash 2.0 über Kickstarter.

Crystal Wash 2.0
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Statt Waschmittel: Die mit Keramikkügelchen gefüllten Kugeln sollen umweltfreundlich und effektiv waschen. Und kommen bald smart auf den Markt. Mit eingebauten Sensoren und einem Bluetooth-Modul. 

Foto: Crystal Wash

Gemessen an der Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sind die smarten Waschkugeln schon jetzt ein Erfolg. 100.000 Dollar sollten eingespielt werden – 268.368 Dollar kamen zusammen. Offenbar sind die Versprechungen, die Crystal Wash 2.0 für technikaffine Hausfrauen und –männer macht, sehr attraktiv – und waschen muss schließlich jeder.

Biokeramische Kügelchen sollen den ph-Wert des Wassers heben

Crystal Wash 2.0 ist die Weiterentwicklung eines Produktes, das es bereits gibt und auch verkauft wird. Die Kugeln kommen im Zweierset und sind mit kleinen Kügelchen aus „biokeramischem Werkstoff“, wie der Hersteller es nennt, gefüllt. Diese Kügelchen würden den ph-Wert des Wassers in der Waschmaschine auf 8,5 oder höher anheben und damit das erledigen, was ein handelsübliches Waschmittel erreicht.

Allerdings, und das sei der große Vorteil der Kugeln, die aus verschiedenen Mineralien entwickelt wurden, kommen sie ohne Chemikalien aus und sind deshalb wesentlich umweltfreundlicher. Außerdem würden die biokeramischen Kügelchen Wasserstoffperoxid erzeugen und damit Bakterien und Gerüche aus der Wäsche waschen. Das alles sei überaus hautfreundlich, würde die Farben nicht ausbleichen, komme ohne Parfums aus und sei zudem auch noch deutlich billiger als ein normales Waschpulver.

Damit die Kugeln für mindestens 1000 Waschvorgänge ihren Säuberungseffekt beibehalten, müssen sie nach etwa 30 Tagen oder 30 Einsätzen in die Sonne gelegt werden, um sich wieder aufzuladen. Danach seien sie so effektiv wie am ersten Tag, verspricht der Hersteller.

Waschkugeln berichten über Bluetooth live aus der Waschtrommel

Die neuen Crystal Wash 2.0-Kugeln sind zusätzlich noch mit Hightech ausgestattet, damit sie live über das Geschehen in der Waschtrommel berichten können. Dafür werden Sensoren und ein Bluetooth-Modul in die Waschkugeln verbaut. Mit ihrer Hilfe wird der ph-Wert des Wassers überwacht und der Nutzer bekommt über die entsprechende App auf seinem Smartphone eine Nachricht, wenn die Kugeln in der Sonne aufgeladen werden müssen.

Wer möchte, kann sich auch über den Status des Waschvorgangs und die Trommelumdrehungen informieren lassen und eine Meldung erhalten, wenn die Wäsche fertig gewaschen ist. Zusätzlich Infos, wie man mit Flecken umgeht und die Bedeutung der Symbole in den Wäscheschildchen gibt es ebenfalls auf der App. Dabei werden die Daten statistisch erfasst, und es steht jedem frei seinen Waschstatus auch über die Sozialen Medien zu teilen. Die eingebauten Batterien sollen genauso lange halten wie die Waschwirkung der biokeramischen Kügelchen. Dann sind neue Crystal-Wash-Kugeln zum Preis von 59 US-Dollar fällig.

Kritik an den Waschkugeln: Minimal besser oder komplett wirkungslos

Neben dem Erfolg auf Kickstarter wurde allerdings auch bereits Kritik an den Waschkugeln mit der wunderbaren Wirkung laut. Auf den ersten Blick sei das Konzept von Crystal Wash 2.0 eine erstaunliche Sache, schrieb etwa das Magazin Digital Trends. Wenn aber die Funktionsweise der Waschkugeln erklärt werde, gehe es nur noch um „pseudowissenschaftlichen Unsinn“. „Crystal Wash sind längst nicht die ersten Wäschekugeln, die erfunden wurden“, so Digital Trends. In den 90er Jahren habe es eine Welle mit ähnlichen Produkten gegeben, die den Markt überschwemmt hätten. Zu Beginn seien diese auch recht populär geworden, allerdings hätten sich die Beschwerden von Verbrauchern über die fehlende Wirkung gehäuft.

Daraufhin hatte die Federal Trade Commission (FTC), eine unabhängige amerikanische Bundesbehörde für den Verbraucherschutz, sich dem Thema angenommen. Die FTC kam zu dem Schluss, dass die Waschkugeln bestenfalls ein minimal besseres Ergebnis bringen würden als wenn die Wäsche nur in heißem Wasser gewaschen würde. Auf jeden Fall seien die Waschkugeln nicht so effektiv wie Waschpulver. Im schlimmsten Fall seien sie komplett wirkungslos. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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