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13.11.2015, 12:18 Uhr | 0 |

Technik für die Reise Gimmick für Ingenieure: Wäsche waschen mit Ultraschall

Ingenieure werden es lieben: Wäsche waschen mit Ultraschall. Was der Zahnarzt schon bei der Zahnreinigung macht, nämlich Schmutz per Ultraschall lösen, verspricht jetzt auch ein kleines Gerät in Seifenform, das nächstes Jahr auf dem Markt kommt. Wie es funktioniert, lesen Sie hier.

Dolfi sendet Ultraschallwellen
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Dolfi sendet Ultraschallwellen aus, die im Wasser mikroskopische Bläschen bilden. Diese implodieren und schicken dabei winzige Wasserströme aus. Diese holen den Schmutz aus der Wäsche. 

Foto: Dolfi

Es ist kein Zufall, dass der Name des neuen Waschwunders Dolfi sofort die Assoziation mit einem Delfin in den Kopf holt. Die Verbindung zwischen dem Hightech-Gerät und dem Tier liegt darin, dass beide sich Ultraschallwellen zunutze machen. Delfine orientieren sich mit diesen für den Menschen nicht hörbaren Schallwellen und spüren per Echoortung damit ihre Beute auf.

Die Ultraschallwellen, die Dolfi aussendet, sollen den Schmutz aus delikaten Wäschestücken herausspülen, und zwar sanft und äußerst effektiv.

Dolfi ist für das Handwaschbecken gedacht

Lena Solis, die Gründerin des jungen Unternehmens mit Sitz in Düsseldorf, hatte die Idee für Dolfi. Sie sei viel unterwegs, hasse Handwäsche und habe schlechte Erfahrungen mit örtlichen Wäschereien gemacht, erzählte die gebürtige Ukrainerin dem Magazin Blueprint vor ein paar Monaten. Sie habe gewusst, dass es für Ultraschall in technischen Bereichen zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten gibt, auch als Möglichkeit zur Reinigung von Materialien.

Daraufhin habe sie in Deutschland und der Schweiz zahlreiche Labore besucht, in denen Ultraschall-Anwendungen entwickelt werden. „Ich war wirklich überrascht, dass diese großartige Technologie bisher kaum den Weg bis zum Verbraucher und seinen Bedürfnissen gefunden hat“, sagte Solis.

Als Partner für ihre eigene Lösung des Wäsche-Problems wählte Solis MPI Ultrasonics, ein Schweizer Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in Ultraschall-Technologie. In deren Schweizer Labors wurde Dolfi entwickelt. Das kleine Gerät ist 8,2 mal 6,4 cm groß, wiegt etwa 300 g und ist nicht für die Waschmaschine, sondern für den Gebrauch im Waschbecken gedacht.

Dafür wird dort Wasser eingefüllt sowie ein handelsübliches Waschpulver, das bisher auch bei der Ultraschall-Methode noch nicht überflüssig geworden ist. Nun legt man die Wäsche ins Waschbecken sowie Dolfi, das außerdem über eine Steckdose mit Strom versorgt werden muss.

Dolfi reinigt nicht durch Reibung, sondern durch winzige Jet-Ströme

Dolfi sendet nun Ultraschallwellen aus, die im Wasser mikroskopische Bläschen bilden. Diese implodieren und schicken dabei winzige Wasserströme aus. Diese unsichtbaren, aber kraftvollen Ströme holen den Schmutz aus der Wäsche. Anders als bei herkömmlichen Waschmaschinen ist hier keine Reibung im Spiel, was vor allem der Feinwäsche zugute kommt, denn sie wird nicht durch harte Waschzyklen beansprucht.

Andererseits ist Dolfi für große Wäschestücke, etwa Bettwäsche, nicht geeignet. Das Ende des Waschvorgangs, bei dem sich Dolfi blau einfärbt, um den Säuberungsfortschritt anzuzeigen, ist nach etwa 30 bis 40 min erreicht.

Videoquelle: Dolfi

Die notwendige finanzielle Unterstützung für ihre Entwicklung holten sich Lena Solis und ihr Team auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Ende März 2015, nach Abschluss der Kampagne, war klar, dass viele Verbraucher auf so etwas wie Dolfi längst gewartet haben. Die fast 840.000 $, die auf Indiegogo eingesammelt wurden, haben das ursprüngliche Finanzierungsziel um über 400 % übertroffen. Vorbestellen kann man immer noch auf Indiegogo, etwa den Original Dolfi für 109 $ das Stück. Die Auslieferung ist für Dezember 2015 avisiert.

Ohne Waschmittel waschen können dagegen Nutzer der smarten Chrystal-Wash-Waschkugel 2.0 – allerdings nur in einer Waschmaschine.

 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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