03.11.2013, 07:29 Uhr | 0 |

3D-Druckmaterialien Hindernis für die Verbreitung der 3D-Drucker ist hauptsächlich das Druckmaterial

Während der Markt für 3D-Drucker derzeit eine rasante Entwicklung erlebt und prognostiziert wird, dass 3D-Drucker schon in wenigen Jahren Einzug auch in die privaten Haushalte finden werden, sieht die Zukunft auf dem Markt für 3D-Druckmaterialien weit weniger positiv aus.

3D-Drucker für den Schreibtisch
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3D-Drucker für den Schreibtisch: Während 3D-Drucker schon in einer gewissen Vielfalt zur Verfügung stehen, erweisen sich die benötigten Druckmaterialien preisbedingt wohl  noch auf längere Zeit als Engpass.

Foto: MakerBot

Wie aus der jüngsten Analyse des britischen Marktanalyseunternehmens IDTechEx in Cambridge mit dem Thema „3D Druckmaterialien 2014-2025: Status, Chancen, Marktprognosen“ hervorgeht, wird die Wettbewerbsituation auf dem Markt für Druckmaterialien bis zum Jahr 2025 eher ungünstig bleiben. Mit anderen Worten: Die Materiallieferanten werden noch auf lange Zeit in der Lage sein, einen nennenswerten Preisaufschlag für ihre Produkte für den Einsatz in 3D-Druckern zu erzielen. Das behindert zugleich auch die Entwicklung neuer Materialen für 3D-Drucker stark.

Material-Marktvolumen von 615 Millionen Dollar bis 2025

Ein 3D-Drucker baut dreidimensionale Werkstücke Schicht für Schicht auf. Das Material besteht beispielsweise aus verschiedenen Kunststoffen, Kunstharzen aber auch aus Keramiken, die zum Auftragen mit hohen Temperaturen von weit über 200 Grad Celsius verflüssigt werden müssen. In der Analyse werden detaillierte Marktprognosen zu Wert und Masse unterteilt in Materialtypen wie Inkjet-Material, Metallpulver, pulverförmige Thermoplaste, feste Thermoplaste und Photopolymere gegeben. Die Studie kommt zum Schluss, dass der Umsatzwert für 3D-Druckmaterialien bis 2025 insgesamt bei 615 Millionen Dollar im Jahr liegen wird. 

Spitzenpreise bei Kodierungen

Spitzenpreise können von einigen 3D-Druckerproduzenten dadurch erreicht werden, dass sie die Endverbraucher in ihre Materiallieferungen sowohl durch Schlüssel-Kodierungen oder Funkfrequenz-Kennzeichungen (RFID tagging) unter dem Deckmantel der Qualitätskontrolle einbinden. Nach Aussagen von IDTechEx seien diese Praktiken in der Branche bereits weit verbreitet. Die Druckmaterialpreise liegen dabei vielfach beim Hundertfachen der Rohstoffpreise für ähnliche Materialien und verteuern damit die Versorgung mit kostengünstigen Druckmaterialien in hoher Qualität ganz erheblich.

Hohe Zugangsbarrieren für neue Anbieter

Dieses wettbewerbsfeindliche Verhalten verhindert nicht nur die Entwicklung eines effizienteren und wettbewerbsfähigen Marktes für 3D-Druckmaterialien sondern führt zugleich auch zu hohen Marktzugangsbarrieren für neue Lieferanten. Der größte Nachteil liegt aber wohl darin, dass dadurch die Entwicklung völlig neuer Materialien für das 3D-Drucken behindert wird.

Photopolymere stehen bislang an der Spitze

Der Gesamtmarkt für 3D-Druckmaterialien soll IDTechEx zufolge angesichts der Preisbindung im Jahre 2017 einen Wert von rund 600 Millionen Dollar erreichen. Photopolymere machen dabei mit weitem Abstand den größten Anteil aus, gefolgt von Thermoplasten in fester Form (Filamente oder Pellets). Dieses Szenario sei allerdings auf die Dauer nicht aufrechtzuerhalten, da immer neue 3D-Druckerproduzenten auf den Markt kommen und vermutlich schon bald einen gewissen Preisdruck auf den Materialmarkt auszuüben versuchen werden – beispielsweise indem sie selbst in das Materialgeschäft gehen. 

Auf die Dauer werden Materialpreise deutlich fallen

Zwar werden Photopolymere bis zum Jahre 2025 den Löwenanteil der 3D-Druckmaterialien ausmachen, doch langfristig wird das Material vom Umsatz her an Boden verlieren. Die höchsten jährlichen Wachstumsraten werden vielmehr bei Metall- und Plastikpulvern erwartet. Derzeit werden jährlich rund 30 bis 40 Tonnen dieser beiden Materialien produziert. Der Schlüssel für das Wachstum der 3D Materialhersteller wird in der Zukunft darin gesehen, dass sie sich Anteile an der installierten Geräte-Basis sichern statt auf die Preispolitik Einfluss zu nehmen.

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Von Peter Odrich
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