20.05.2016, 08:08 Uhr | 0 |

FOTOS BERÜHMTER GEMÄLDE Giga-Pixel-Qualität: Google zeigt, was mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist

Auch noch die kleinsten Details berühmter Kunstwerke soll die neue „Art Camera“ von Google in Fotos sichtbar machen. Monets Tupfer, van Goghs Pinselstrich, nichts bleibt dem Betrachter mehr verborgen. Die Spezialkamera kann hochauflösende Bilder laut Google in einem Bruchteil der gewohnten Zeit machen.

Art Camera von Google
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Googles neue Roboterkamera ist mit einem Laser und einem Ultraschallgerät ausgerüstet. Damit macht sie tausende Nahaufnahmen von einem Gemälde, die anschließend von einer Software zu einem einzigen Bild zusammengesetzt werden. Insgesamt dauert der ganze Prozess statt einem Tag nur noch etwa eine halbe Stunde.

Foto: Google Cultural Institute

Google schaut ganz genau hin. Nichts entgeht der Kamera und den Datensammlern des Konzerns. Das kennt man. Nur dass es diesmal um einen wirklich durch und durch guten Zweck geht: Google digitalisiert die Kunst der Welt. So genau, so gut, dass man für eine Reise ins Guggenheim-Museum vielleicht nicht mehr nach New York fliegen muss, sondern zuhause vor dem Computer bleiben kann.

So jedenfalls stellen sich die Macher in Googles „Cultural Institute“ das vor. Seit fünf Jahren schon haben sie systematisch große Kunstwerke in Gigapixel-Qualität aufgenommen, also mit mindestens einer Milliarde Bildpunkten. „Solche Bilder können Einzelheiten sichtbar machen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind“, heißt es bei Google. Versteckte Signaturen zum Beispiel oder die eine kleine Bewegung, die der Maler mit dem Pinsel vollführt hat.

Näher dran als im Museum

Rund 200 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen waren in dem virtuellen Museum bereits so zu bewundern, und per Zoom kommt man so nahe an die Werke heran, wie es ein Museumswärter niemals zulassen würde. Allerdings war der Aufwand dafür enorm hoch, so dass mehr als diese Zahl in fünf Jahren nicht machbar war.

Einen ganzen Tag dauerte es durchschnittlich, um ein einziges Kunstwerk so aufzunehmen. Dazu war nicht nur sehr spezielles Gerät nötig, sondern auch Spezialisten, von denen es auf der Welt nur eine Handvoll gibt, sagt Google. Außerdem musste sich das Unternehmen das Equipment leihen. Google aber hat ja immer lieber was eigenes, und deshalb ließ der Konzern die „Art Camera“ entwickeln. 

Diese Roboterkamera arbeitet weitgehend autonom. Um die Optik bestmöglich auszurichten, ist sie nicht nur mit einem Laser ausgestattet, sondern auch mit einem Ultraschallgerät, das die Entfernung zu jedem einzelnen Pinselstrich misst wie eine Fledermaus die Distanz zur nächsten Fliege.

Software setzt Einzelbilder zusammen

So entstehen tausende Nahaufnahmen, die anschließend von einer Software zu einem einzigen Bild zusammengesetzt werden. Insgesamt dauert der ganze Prozess statt einem Tag nur noch etwa eine halbe Stunde.

Die ersten tausend so digitalisierten Kunstwerke sind jetzt in dem virtuellen Museum zu sehen. Darunter sind Arbeiten weltberühmter Künstler wie Rembrandt, van Gogh und Monet, die in Museen auf allen Kontinenten aufgenommen wurden. Google will die „Art Camera“ aber nicht nur selbst nutzen, sondern hat gleich 20 davon produzieren lassen und stellt sie Museen kostenlos zur Verfügung.

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Von Werner Grosch
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