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07.10.2016, 10:50 Uhr | 0 |

Sensoren im Flughafen Fluggäste lassen sich per Bluetooth erfassen und zum Gate steuern

An welchem Schalter ist die Gepäckabfertigung am schnellsten? Wie ist der kürzeste Weg zum Gate? Wo irrt der Passagier vom letzten Aufruf herum? Flughäfen setzen zunehmend Bluetooth-Sensoren ein, um die Fluggäste zu lenken. Flughäfen wie New York und Genf setzen die Technik schon ein. Der Erfolg: Warteschlangen werden kürzer.

Bluetooth-Sensoren im Flughafen
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Bluetooth-Sensoren im Flughafen: Durch diese Technik lassen sich Passagierströme und Wartezeiten erfassen. Gleichzeitig können dadurch Fluggäste zu weniger ausgelasteten Gate geführt werden.

Foto: Blip Systems

Was für ein Glück, dass die meisten Fluggäste ein Smartphone in der Tasche haben und die Bluetooth- und WLAN-Funktion nicht ausschalten. Mit Sensorsystemen lassen sich die Passagierströme in einem Flughafen ziemlich genau erfassen, Wartezeiten an Gates und Gepäckkontrolle messen und so die Passagiere steuern.

Die ersten Flughäfen haben die Technik bereits installiert, auf die sich beispielsweise das dänische Unternehmen Blip Systems spezialisiert hat.

Viele Flughäfen setzen schon auf Bluetooth-Erfassung

Über 20 Flughäfen weltweit wie JFK in New York, Tegel in Berlin, Genf, Edinburgh und Dublin haben die Sensorsysteme bereits installiert. In Berlin müssen die Passagiere eine App installieren und können sich dann zum Gate leiten lassen. Doch das setzt ein Einverständnis des Nutzers voraus. Der Flughafen Frankfurt zeigt die Wartezeiten neuerdings auf dem Smartphone an – wenn man die entsprechende App geladen hat.

Die anderen Flughäfen setzen dagegen auf Smartphones, die per Bluetooth oder WLAN Signale aussenden, die sich über sensible Sensoren erfassen lassen – ohne dass der Fluggast sein Einverständnis erklärt oder gar eine App installiert.

Beim Betreten des Flughafen wird Smartphone registriert

Der Vorteil der Bluetooth-Technik: Beim Gang eines Fluggastes über den Flughafen lässt sich durch eine Vielzahl von Sensoren erfassen, wo er sich aufhält, wie lang er beim Einchecken benötigt, wie lang er braucht, um durch den Sicherheitscheck zu kommen. Diese Durchlaufzeiten sind nicht nur für den Flughafen interessante Daten. Zugleich können die Wartezeiten über Displays angezeigt und die Fluggäste dadurch zu den Schaltern geleitet werden, die am wenigsten zu tun haben.

Warum der Aufwand? Von der staatlichen Aufsichtsbehörde in Großbritannien gibt es beispielsweise präzise Vorgaben, beispielsweise, dass mindestens 95 Prozent aller Passagiere binnen zehn Minuten abzufertigen sind. Um das tatsächlich zu überwachen, ist viel Personal erforderlich, wobei damit noch nicht einmal sichergestellt ist, wie genau tatsächlich gemessen wird. Die Bluetooth-Technik ist dagegen absolut genau.

Flughafen Genf hat Wartezeiten halbiert

Und die Technik kann wirklich Wartezeiten reduzieren. So hat der Flughafen in Genf die durchschnittliche Wartezeit bei der Sicherheitsüberprüfung von 7 auf 3,5 Minuten halbieren können.

Und wie funktioniert die neue Technik? Betritt ein Passagier das Flughafengebäude, wird über Bluetooth automatisch sein Mobiltelefon erfasst. Wenn dieser Passagier die Sicherheitskontrolle erreicht, registrieren die Sensoren sein Smartphone erneut. Damit lässt sich nicht nur erfassen, wie lange sich der Fluggast im Flughafen schon aufhält, sondern auch, wie lange er nun für den Sicherheitscheck benötigt. Erfassen lassen sich auch die Warte- und Abfertigungszeiten bei der Passkontrolle sowie beim Zoll.

Auch Wartezeit aufs Taxi lässt sich verkürzen

Verschiedene britische Verkehrsflughäfen beschäftigen sich gegenwärtig mit Plänen, die Bluetooth-Funktion von Mobiltelefonen noch stärker zu nutzen. So lässt sich auch die Schnelligkeit der Gepäckausgabe erfassen. Warteschlangen an Taxiständen lassen sich ebenfalls messen und entsprechend der Wagenpark steuern. Das erfolgt bereits am Flughafen in San Diego.

Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Behindertenbetreuung, weil es hier besonders viele Beschwerden über lange Wartezeiten gibt. Wer warten muss, wird leicht ungeduldig. Das gilt ganz besonders für Menschen, die sich – etwa weil sie im Rollstuhl sitzen – nicht selbst zu helfen vermögen. Ungeduld aber führt dazu, dass die Wartezeiten schnell drastisch überschätzt werden. Also bietet sich das exakte Messen der Wartezeiten besonders an.

Passagier Mustermann, begeben Sie sich zum Gate!

Selbst individuelle Leistungen sind per Bluetooth denkbar. So sendet jedes Smartphone eindeutige Mac-Adressen, so dass sich jedes Smartphone personalisiert erfassen lässt. So können die Techniker jederzeit den genauen Standort eines Passagiers im Flughafen feststellen. Das erlaubt es, Passagiere, die sich zu weit von ihrem Abflug-Gate entfernt bewegen, rechtzeitig telefonisch aufzufordern, zu ihrem Gate zu gehen.

Unabhängig davon ist es für die Sicherheitsdienste aber auch interessant, jederzeit die Kontrolle über den Aufenthaltsort Verdächtiger zu bekommen.

Längst wird die Technik aber auch schon in großen Gebäuden oder Bahnhöfen für die Navigation eingesetzt. Hier lesen Sie über die fünf vielversprechendsten Gebäudenavis.

Auch der Rollkoffer Cowa Robot nutzt Bluetooth, um selbstständig seinem Besitzer zu folgen.

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Von Axel Mörer-Funk & Peter Odrich
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