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14.04.2016, 11:43 Uhr | 1 |

Projekt Breakthrough Starshot Stephen Hawking will Mini-Raumsonden ins nächste Sonnensystem schicken

Endlich einen detaillierten Blick ins benachbarte Sternensystem werfen: Das würde Stephen Hawking nur allzu gerne. Gemeinsam mit einem russischen Milliardär lässt der Starphysiker jetzt Raumsonden entwickeln, die Richtung Alpha Centauri aufbrechen sollen. 

Stephen Hawking bei der Präsentation der Initiative Breakthrough Starshot
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Stephen Hawking (links) und Freeman Dyson (rechts), Physiker und Mathematiker, stellen im One World Trade Center in New York die Initiative Breakthrough Starshot vor, die Mini-Raumsonden ins benachbarte Sternensystem Alpha Centauri schicken will.

Foto: Jason Szenes/dpa

Seine Lähmung hat Stephen Hawking noch nie von großen Visionen abgehalten. Jetzt verblüfft der 74-jährige britische Physiker die Welt mit einem außergewöhnlichen Projekt namens Breakthrough Starshot, das er am Dienstag im One World Trade Center in New York vorgestellt hat – an seiner Seite der russische Milliardär Yuri Milner, der das nötige Kleingeld bereithält und auch schon früher in SETI-Projekte für die Suche nach Aliens investiert hat. Und was haben die beiden genau vor?

Raumsonden sollen ins benachbarte Sonnensystem fliegen 

Hawking und Milner wollen für 100 Millionen Euro Raumsonden entwickeln lassen, die bis ins benachbarte Sonnensystem Alpha Centauri fliegen. Dort sollen sie Bilder schießen, die Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Sternensystems geben. Sehr detaillierte Bilder. Für eine vergleichbare Bildauflösung müsste ein Teleskop auf der Erde einen Durchmesser von 300 km haben, schreiben die Forscher.

epa05256960 A grab from a computer animated video provided by the Breakthrough Initiatives on 13 April 2016 shows laser beams hitting an ultra-light spacecraft over planet earth. British astrophysicist Stephen Hawking and Russian billionaire Yuri Milnerhas have presented an ambitious space exploration project in New York, USA, on 12 April 2016, which includes a new model of space probe to reach the nearest star system Alpha Centauri. The 'Breakthrough Starshot' project will use an ultra light and thin material called 'light sail' that will reach the nearest star system about 20 years after its launch. The space probe will travel through space using a 'sail pushed by a light beam.' EPA/BREAKTHROUGH INITIATIVES/HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Antrieb der Raumsonden: Laserstrahlen zielen von der Erde aus auf ein Sonnensegel. Die Sonden sollen auf 20 % der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen.

Foto: Breakthrough Initiatives/dpa

Das Problem: Alpha Centauri ist ziemlich weit entfernt – 4,37 Lichtjahre, umgerechnet über 41 Billionen km. Klassische Raumschiffe wären Hunderte Jahre unterwegs. Deswegen muss ein neuer Antrieb für die Raumsonden her, die kaum größer als eine Briefmarke sein werden und weniger als 30 g wiegen sollen.

Laserstrahlen beschleunigen Sonde auf 20 % der Lichtgeschwindigkeit

Hawking stellt sich folgenden Antrieb vor: Im erdnahen Weltraum entfalten die Raumsonden Sonnensegel. Auf diese richten Forscher von der Erde aus Laserstrahlen mit 50 bis 70 GW Leistung. Das entspricht in etwa der hundertfachen Leistung eines Kernkraftwerks. Oder anders: So viel Energie verbraucht der Start eines Spaceshuttles mit 2000 t Treibstoff, sagte Avi Loeb, Chef des Starshot-Beraterstabs, der New York Times.

 epa05256961 A grab from a computer animated video provided by the Breakthrough Initiatives on 13 April 2016 shows laser beams pointing at an ultra-light spacecraft (unseen). British astrophysicist Stephen Hawking and Russian billionaire Yuri Milnerhas have presented an ambitious space exploration project in New York, USA, on 12 April 2016, which includes a new model of space probe to reach the nearest star system Alpha Centauri. The 'Breakthrough Starshot' project will use an ultra light and thin material called 'light sail' that will reach the nearest star system about 20 years after its launch. The space probe will travel through space using a 'sail pushed by a light beam.' EPA/BREAKTHROUGH INITIATIVES/HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Die Laser sollen eine Leistung von bis zu 70 GW haben – das entspricht in etwa der hundertfachen Leistung eines Kernkraftwerks.

Foto: Breakthrough Initiatives/dpa

Und mit dieser Energie lässt sich ordentlich Dampf machen. Die Mini-Raumschiffe würden innerhalb weniger Minuten auf 20 % der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen. Sie könnten Alpha Centauri dann in nur 20 Jahren erreichen. Zum Vergleich: Am weitesten in den Weltraum vorgedrungen ist bislang die Raumsonde Voyager 1. Sie ist seit 40 Jahren auf der Reise, hat aber nicht einmal ein Tausendstel der Distanz zu Alpha Centauri überwunden. Beim Mars wären die neuen Sonden in schlappen 30 Minuten, bislang sind Sonden dorthin neun Monate unterwegs. 

Auch Mark Zuckerberg ist mit von der Partie 

Und wann geht es los? Geduld ist gefragt. Denn es könnte bis zu 20 Jahre dauern, bis die Raumsonden fertig entwickelt und die Laser leistungsstark genug sind. Ungeklärt sei auch noch das Problem, dass derart angetriebene Sonden nicht manövrieren können, gibt das Onlinemagazin heise zu bedenken. Auch das Abbremsen am Zielort könne problematisch werden. Hat vielleicht Facebook-Gründer Marc Zuckerberg die Antwort? Wahrscheinlich nicht. Aber er unterstützt das Projekt und sitzt in der Aufsicht. Die Leitung übernimmt Pete Worden, ehemaliger Chef des Ames Research Centers der US-Weltraumbehörde Nasa. 

Videoquelle: Breakthrough Starshot

Was Stephen Hawking angeht, glaubt er nicht nur, dass sich mit der richtigen Technik nach den Sternen greifen lässt. Was künstliche Intelligenz anbelangt, ist er eher kritisch und warnt vor der Entwicklung autonomer Kampfroboter mit KI. 

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Von Patrick Schroeder
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kommentare
18.04.2016, 19:26 Uhr Progetti
Raumschiff- Antriebe mit Lichtsegel haben in Bezug auf die benötigte Gesamtenergie einen sehr geringen Wirkungsgrad.
Magnetokinetische Triebwerke, die mit polarisierten stehenden Mikrowellen den Meißner- Ochsenfeld- Effekt von Hochtemperatur- Supraleiter- Ringen im Vakuum ausnützen, dürften hier wesentlich bessere Ergebnisse bringen. Dabei geht ein Normal- Temperatur- Leiterring mit einer Phasenverschiebung von etwa 110 Grad in einen Supraleiter- Ring mit einer Phasenverschiebung von 180 Grad über, wobei dann der Wirkungsgrad der Energieumwandlung deutlich erhöht ist. Dabei handelt es sich nicht um eine sogenannte "Nah- Wirkung" zwischen Elektromagnet und Supraleiter sondern um eine "Fernwirkung" zwischen dem Erzeuger der polarisierten Mikrowelle und dem Supraleiter- Ring (kein Treibgas erforderlich!)
Natürlich ist hier noch Forschungsarbeit erforderlich, aber die dürfte sich auf lange Sicht lohnen!

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