12.10.2015, 16:08 Uhr | 0 |

Bis 20 Tonnen schwer Russland plant unsichtbare Super-Drohnen

Die russische Wehrtechnik arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung von Drohnen. Sie sollen sowohl westliche unbemannte Flugzeuge als auch moderneste Kampfflugzeuge frühzeitig entdecken und bekämpfen können. Vorreiter ist das Unternehmen KRET aus dem russischen Wehrtechnik-Konzern Rostec.

Amerikanische Drohne X-47B
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Amerikanische Drohne X-47B: Die neuen KRET-Drohnen weisen als Nurflügel-Flugkörper vom Äußeren her eine auffällige Ähnlichkeit zu dieser auf.

Foto: Darpa

Der Rostec-Konzern mit Sitz in Moskau ist das größte Unternehmen der russischen Wehrtechnik mit knapp 900.000 Beschäftigten. Die Konzerngesellschaft JSC Concern Radioelectronic Technologies (KRET) entwickelt und baut Drohnen. Dabei handelt es sich inzwischen um vergleichsweise schwere Drohnen. Das derzeitige Spitzenmodell von KRET wiegt fünf Tonnen. Bis 2020 soll eine superschwere Drohne mit einem Startgewicht von 20 Tonnen einsatzbereit sein.

Im Vordergrund steht Radar-Elektronik

Die neueren Drohnen von KRET zeichnen sich sowohl durch eine neue aktive wie passive Radartechnik aus. Das aktive Radar arbeitet mit Niedrig-Frequenz-Impulsen, um Flugzeuge, Drohnen und Raketen aufzuspüren. Vor allem geht es dabei um die Früherkennung der amerikanischen besonders modernen Kampfflugzeuge von Typ F22 und F35.

Die Fünf-Tonnen-Drohne verfügt noch nicht über eigene Waffensysteme zur Bekämpfung gegnerischer Flugzeuge und Lenkwaffen. Diese sollen in der künftigen 20 Tonnen-Drohne installiert werden.

Die passive Radartechnik der neuen KRET-Drohnen arbeitet mit einem so genannten elektromagnetischen Umfeld, das die Drohne schützend einhüllt. Dieses Magnetfeld zerstört gegnerische Radar-Impulse. Das macht diese Drohnen im Prinzip weitgehend unsichtbar für das gegnerische Radar. Das gilt sowohl für das Aufklärungsradar als auch für die radargestützten Zielsuchgeräte gegnerischer Lenkwaffen.

Äußerlich starke Ähnlichkeit zur amerikanischen X-47B-Drohne

Die neuen KRET-Drohnen weisen als Nurflügel-Flugkörper äußerlich eine auffällige Ähnlichkeit zu der experimentellen amerikanischen Drohne X-47B auf, die 2011 erstmals flog und von der amerikanischen Marine seit 2013 hauptsächlich dazu benutzt wird zu testen, wie weit Drohnen auf Flugzeugträgern landen können.

Die X-47B war nie für die Serienproduktion oder die Ausstattung mit Waffen und moderner Radartechnik gedacht.

KRET-Drohnen weitgehend aus Kunststoff

Die neuen KRET-Drohnen sind im wesentlichen nicht aus Aluminium sondern aus Kunststoff gefertigt. Vermutlich handelt es sich dabei um glasfaserverstärkte Kunststoffe. Dabei ist ein Teil des Äußeren der Drohnen aus transparentem Material hergestellt, das sogar den Blick auf die Elektronik im Inneren der Drohne freigibt.

Bei der Wahl der Materialarten soll die Sicherung eines ständigen Magnetfelds rund um die Drohnen eine wesentliche Rolle gespielt haben. Mehr ist zu diesem Punkt allerdings bisher nicht zu erfahren.

Vermutlich können neue Drohnen auch senkrecht starten

Besonders auffällig bei den KRET-Drohnen ist der Einbau zweier zusätzlicher Lift-Triebwerke in die Tragflächen. Das lässt darauf schließen, dass KRET die Möglichkeit von Senkrecht-Starts oder zumindest extrem kurzen Startbahnen für die schweren Drohnen im Auge hat.

Wie wichtig Russland Drohnen sind, zeigt auch die Bildung einer Drohnen-Einheit, wie Ingenieur.de zu Jahresbeginn berichtet hatte.

China arbeitet an ähnlichen Drohnen wie KRET

Zumindest seit dem Frühjahr dieses Jahres steht fest, dass auch die chinesische Flugzeugindustrie an der Entwicklung ähnlicher Drohnen wie KRET arbeitet. Ein Modell mit dem Namen “Divine Eagle” oder “Göttlicher Adler” flog im Frühjahr. Auch hier hat die Radartechnik allem Anschein nach eine herausragende Bedeutung.

Dabei geht es aber nicht nur um die frühzeitige Entdeckung von Flugzeugen, sondern auch um die von gegnerischen Kriegsschiffen. Ob es eine Zusammenarbeit zwischen China und Russland in der Drohnen-Entwicklung gibt, ist bisher nicht bekannt. Im Militär- wie Zivilflugzeugbau gibt es auf einigen Gebieten eine solche Kooperation.

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Von Peter Odrich
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