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30.12.2013, 07:00 Uhr | 0 |

1,25 Gigabit pro Sekunde Flugzeuge übertragen Daten per Laserblitz zur Bodenstation

Langsame Datenübertragung per Funk könnte im Flugverkehr bald der Vergangenheit angehören: Dann übertragen Laser Umgebungsbilder in Echtzeit an die Bodenstation. Bei Notfällen kann das einen lebensrettenden Zeitvorsprung bedeuten.

Das Micro-Laser-Terminal am Rumpf eines Tornados
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Am Rumpf eines Tornado-Jets ist das Micro-Laser-Terminal angebracht. Dieses kann 1,25 Gigabit Daten pro Sekunde per Laserblitz an die Bodenstation übertragen. Das entspricht der 100-fachen Geschwindigkeit eines Standard-DLS-Anschlusses.

Foto: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

In Flugzeugen schießen moderne Kamerasysteme permanent hochaufgelöste Bilder der Umgebung. Sie könnten bei Such- und Rettungseinsätzen der Bodenstation einen lebensrettenden Zeitvorsprung verschaffen. Allerdings gibt es ein Problem: Die gängige Übertragung per Funk ist so langsam, dass eine Liveübertragung in vielen Fällen unmöglich ist.

Jetzt gibt es ein neues Lasersystem, das die Datenübertragung per Laserblitz ermöglicht. Damit die Daten an der Bodenstation ankommen, müssen sie stets mit höchster Präzision auf die winzige Fotodiode in der Bodenstation treffen. „Eine anspruchsvolle Aufgabe, insbesondere bei einem Düsenflugzeug mit hoher Fluggeschwindigkeit“, so Florian Moll, einer der beteiligten Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Sender muss dabei außer der Flugbewegung auch Vibrationen und andere Bewegungen des Flugzeugs ausgleichen.

Ein erster Versuch fand auf dem bei Ingolstadt gelegenen Militärflugplatz Manching statt. Dort bauten die Beteiligten die sogenannte Transportable Optical Ground Station (TOGS) des DLR auf. Unter den Rumpf des Flugzeugs, ein Tornado der Bundeswehr, montierten sie einen Behälter. In diesem brachten sie Kamera und Sender unter, das sogenannte Micro-Laser-Terminal.

Lasersystem erzielt Datenrate von 1,25 Gigabit pro Sekunde

Obwohl das Kommunikationssystem bis dahin nur mit Hilfe einer Do228, ein relativ langsames Propellerflugzeug, getestet worden war, gelang der Versuch mit dem fast schallschnellen Tornado auf Anhieb. Dabei waren die Wetterverhältnisse noch nicht einmal optimal. Der zweite Test bei gutem Wetter lief noch besser. „Wir haben eine Datenrate von 1,25 Gigabit pro Sekunde erzielt. Das entspricht etwa der 100-fachen Geschwindigkeit eines Standard-DSL Anschlusses", so Moll.

„Unser nächstes großes Ziel ist es, Kommunikationssatelliten mit dem Internet über Laserlinks zu verbinden und damit die Internetversorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern", so Professor Christoph Günther, der Direktor des DLR-Instituts, zur zukünftigen Entwicklung.

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Von Wolfgang Kempkens
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