19.10.2016, 13:56 Uhr | 0 |

Raumsonde Maven Der Mars leuchtet – Nachtglühen und poetische UV-Bilder

Die Nasa-Raumsonde Maven hat neue Bilder vom Mars geliefert, die wissenschaftlich interessant und gleichzeitig wunderschön sind. Seit 2014 umkreist Maven den Roten Planeten, um mehr über dessen Atmosphäre zu erfahren. In den aktuellen Aufnahmen ist zum ersten Mal das ultraviolette Glühen des Planeten zu sehen.

UV-Aufnahmen der Tagseite des Mars
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UV-Aufnahmen der Tagseite des Mars: Sie zeigen die Wolkenbildung über den großen Vulkanen des Planeten - zu sehen als helle Flecke.

Foto: Nasa/Maven/University of Colorado

Erst kürzlich feierten die Wissenschaftler der University of Colorado in Boulder den Jahrestag der bisher erfolgreichen Mission „Maven“. Seit September 2014 befindet sich die Nasa-Raumsonde im Orbit des Mars mit dem Auftrag, die Atmosphäre des Roten Planeten genauer zu erforschen. In gewisser Hinsicht war dies auch der erste Geburtstag des Beginns der eigentlichen Mission, denn zwei Marsjahre sind etwa so viel wie ein Erdjahr.

Mars om ulltraviolettem Licht 

Maven hat seither einiges zur Aufklärung beigetragen über die Zusammensetzung der atmosphärischen Gase, über Staubwolken, Polarlichter und den Einfluss der Sonne auf die Marsatmosphäre. Jetzt hat die Nasa Aufnahmen veröffentlicht, die der Spektograf der Sonde machte und den Roten Planeten in einem neuen, ultravioletten Licht zeigen. „Maven hat Hunderte solcher Aufnahmen in den letzten Monaten gemacht, darunter etliche mit der besten Auflösung im ultravioletten Bereich“, sagt Nick Schneider vom Labor für Atmosphärische und Weltraum-Physik der University of Colorado.

Die Ansichten der Tagseite des Mars zeigen eine dynamische Wolkenbildung, die ähnlich funktioniert wie auf der Erde. Vor allem über den vier großen Vulkanen bilden sich dichte Wolken, die nach oben steigen und dabei abkühlen. Durch die UV-Aufnahmen dieser Wolkenmuster erfahren die Wissenschaftler einiges über das energetische Gleichgewicht des Planeten sowie über den Bestand an Wasserdampf. Das wiederum lässt Rückschlüsse zu auf tages- und jahreszeitliche Veränderungen in der Atmosphäre.

Maven liefert die ersten Aufnahmen vom Nachtglühen auf dem Mars

Am Südpol haben die UV-Aufnahmen außerdem während des herannahenden Mars-Frühlings Ozon sichtbar gemacht und konnten dadurch mehr über die Richtungen und Zirkulation der Winde in der Atmosphäre erfahren. In den Falschfarbendarstellungen – dabei werden zur besseren Sichtbarmachung die Farbkanäle des Originalbildes anderen Farben zugeordnet – erscheint das Ozon am südlichen Pol nun in einem leuchtenden Rosa.

Maven hat auch die ersten Aufnahmen vom sogenannten Nachtglühen des Mars geliefert und damit die Annahme der Wissenschaftler bestätigt, dass die Nachtseite UV-Strahlung abgibt. Diese entsteht, indem Höhenwinde die auf der Tagseite durch Sonneneinstrahlung gespaltenen Kohlendioxid-Moleküle auf die Nachtseite des Planeten tragen. Dort reagiert der Sauerstoff aus dem CO2 mit Stickstoff, bildet Stickstoffmonoxid und setzt Energie in Form von UV-Photonen frei – das charakteristische Nachtglühen.

Video zeigt die Wolkenbildung auf dem Mars

Interessant ist auch hier wieder für die Wissenschaftler, wie sich die starken Höhenwinde verhalten und welche Zirkulationsmuster, die sich mit den Jahreszeiten stark verändern,  dabei entstehen. Die Aufnahmen helfen insbesondere beim Verständnis dafür, was in der Mars-Atmosphäre in einer Höhe zwischen 60 und 100 km passiert.

Videoquelle: Nasa/Maven/University of Colorado

Aus den neuen Aufnahmen hat die Nasa ein nur neun Sekunden langes Video gemacht, das die schönen Bilder in Bewegung bringt. Die Aufnahmen stammen vom Juli 2016 und zeigen in Falschfarben, was wir mit ultraviolett-sensitiven Augen sehen könnten. Der Kurzfilm zeigt die Bewegungen, die der Mars in sieben Stunden macht, auf der linken Bildseite der Morgen, rechts der Nachmittag. Drei große Vulkane mit ihren Wolkenkappen erscheinen in diagonaler Reihe. Den größten Mars-Vulkan, den Olympus Mons, sieht man etwas oberhalb dieser Region. Er erscheint dunkler, weil er deutlich höher in die Atmosphäre ragt. Die Bilder zeigen, wie schnell und stark die Wolken sich am Nachmittag über den Vulkanen verdichten. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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