21.11.2016, 14:27 Uhr | 0 |

MAG LEV Audio Bei diesem Plattenspieler schwebt der Teller in der Luft

„Do kanns zaubre“, singt BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken 1982. Sicher meinte er damit aber nicht den Plattenspieler der Zukunft, auf dem seine Musikscheibe in der Luft schweben kann. Diese Zauberei bringt das Start-up MAG-LEV Audio demnächst auf den Markt. Was der schwebende Plattenteller soll?

Vor allen Dingen gut aussehen. Und beim Musikgenuss zusätzlich noch das „Gefühl von Schwerelosigkeit ins Wohnzimmer“ bringen, so das Start-up auf der Finanzierungsplattform Kickstarter. Die Vinyl-Fans haben dafür gesorgt, dass der ungewöhnliche Plattenspieler aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana auch wirklich produziert wird: Mehr als eine halbe Million Euro sind zusammen gekommen. Das ist mehr als genug.

Technik ähnlich wie beim Transrapid

Damit die Schallplatte beim Abspielen beeindruckend in der Luft schweben kann, machen sich die Erfinder die Kraft von Magneten zunutze. MAG LEV Audio, so auch der Name des Plattenspielers, steht für „magnetic levitation“, also Magnetschwebetechnik. Und mit der lassen sich schließlich Fahrzeuge wie der Transrapid in der Schwebe halten.

Bei MAG LEV Audio ist es ein massiver Plattenteller, der magisch seine Runden in der Luft dreht und dabei HiFi-Klänge von sich gibt. Damit der heimische Hokuspokus auch richtig wirkt, befindet sich darunter ein leuchtender Ring, der das Ganze sehr elegant in Szene setzt.

Bewegliche Stifte für Positionierung

Eine Herausforderung für die Erfinder war die Ausrichtung des Plattentellers in der Luft. Denn das ist Millimeterarbeit, die man nicht die Hände der Gerätenutzer legen wollte und sollte. Und so sind im MAG LEV Audio Sockel Stifte untergebracht, die die Platte stets an der richtigen Stelle positionieren. Ist der Plattenspieler ausgeschaltet, halten die Stifte den Plattenteller. Wird das Gerät eingeschaltet und damit der Magnet aktiviert, ziehen sich die Stifte ins Gehäuse zurück.

Damit der schwebende Plattenteller bei einem Stromausfall nicht ganz unmagisch herunterkracht, wurde vorsorglich eine Notstromversorgung integriert, die dann rechtzeitig für Halt sorgt, indem die Stifte ausgefahren werden.

33,3 oder 45 Umdrehungen pro Minute

Betritt das Start-up mit der Magnetschwebetechnik bei Plattenspielern Neuland, setzt es bei den Komponenten auf Zulieferer: Zumindest im Präsentationsvideo stammt der Tonarm von Pro-Ject Audio Systems aus Österreich und der Tonabnehmer von Ortofon aus Dänemark.

Per Knopfdruck und digital kann gewählt werden, ob Singles oder LPs abgespielt werden sollen. Der Plattenteller stellt sich entsprechend auf 33,3 oder 45 Umdrehungen pro Minute ein. Ist die Schallplatte zu Ende gespielt, wird der Tonarm automatisch wieder zurückgeführt.

Finanzierungsrunde überaus erfolgreich

300.000 US-Dollar wollte das Start-up MAG LEV Audio einsammeln, um in die Produktion einsteigen zu können. Das Finanzierungsziel wurde nicht nur geschafft, mit Ablauf der Kampagne am heutigen 21. November waren es mehr als 540.000 Dollar. Es kann also losgehen mit dem Zauber.

Laut Zeitplan soll der Plattenspieler der Zukunft ab September 2017 in verschiedenen Materialausführungen erscheinen und 1390 Dollar aufwärts kosten.

Ebenfalls ein Riesenerfolg auf Kickstarter war Floating Record – ein Schallplattenspieler, der Vinylplatten in der Senkrechten abspielt. Wie das aussieht, können Sie sich hier ansehen. Und der österreichische Digitalvertrieb Rebeat Digital hat zusammen mit dem Forschungszentrum Joanneum Research eine Technik zum Patent angemeldet, die Vinyl auf ein neues Level heben soll. Wir berichten auf dieser Seite darüber.

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Von Martina Kefer
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