Konjunktur 14.08.2026, 13:00 Uhr

Dax-Konzerne melden Rekordgewinne – doch Tausende Jobs fallen weg

Dax-Konzerne erzielen Rekordgewinne und Rekordumsätze. Dennoch sinkt die Beschäftigung. Vor allem die Autobranche baut Tausende Stellen ab.

Blick auf das Börsenparkett mit Anzeigetafeln in der Frankfurter Börse. Die Börsen reagiert auf die angekündigte zweiwöchige Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA.

Rekordgewinne, aber Stellenabbau: Die Dax-Konzerne entwickeln sich im zweiten Quartal sehr unterschiedlich.

Foto: picture alliance/dpa | Hannes P Albert

Deutschlands größte Börsenkonzerne haben im zweiten Quartal so viel verdient wie nie zuvor. Gleichzeitig bauen viele Unternehmen Tausende Stellen ab. Die 40 Dax-Konzerne steigerten ihren Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 16 % auf 52,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 7 Milliarden Euro.

Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY ist das der höchste Gewinn, den die Dax-Konzerne jemals in einem zweiten Quartal erzielt haben – und 10 % mehr als der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024. Das gelang trotz des Iran-Kriegs und der Zollstreitigkeiten mit den USA.

Den höchsten operativen Gewinn erzielte die Deutsche Telekom mit 6,9 Milliarden Euro. Dahinter folgen Allianz mit 4,9 Milliarden Euro, Volkswagen mit 3,5 Milliarden Euro und Siemens mit 3,4 Milliarden Euro. Besonders stark legten Bayer und der Immobilienkonzern Vonovia beim Gewinn zu.

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Dax-Unternehmen steigern Umsatz auf Rekordniveau

Auch beim Umsatz erreichten die Dax-Unternehmen im zweiten Quartal einen Rekordwert. Zusammen kamen die 40 Konzerne auf rund 463 Milliarden Euro. Das sind 4,6 % beziehungsweise knapp 20,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Allerdings wird das Wachstum laut EY von vergleichsweise wenigen Branchen getragen. Dazu gehören die Rüstungsindustrie, Unternehmen, die vom Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) und Rechenzentren profitieren, sowie Chemiekonzerne. Letztere konnten wegen des Iran-Kriegs und Versorgungsengpässen in Asien ihre Preise erhöhen. Auch Banken und Versicherungen erzielten zuletzt Rekordgewinne.

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Autobranche verzeichnet sinkende Umsätze und Gewinne

Bei vielen klassischen Industriekonzernen ist dagegen keine Erholung zu erkennen. Besonders deutlich zeigt sich das in der Automobilindustrie. „Bei vielen klassischen Industriekonzernen, allen voran in der Autobranche, ist von einer Trendwende dagegen nichts zu spüren“, schreibt EY in der Studie. Dafür wurden Quartalszahlen und Pressemitteilungen ausgewertet.

Die Autokonzerne verzeichneten im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von 1,2 %. Ihr operativer Gewinn sank sogar um 12 %. Besonders stark traf es BMW: Der Betriebsgewinn brach um 39 % ein. Bei Volkswagen und Daimler Truck ging der operative Gewinn jeweils um 9,5 bzw. 9 % zurück.

EY warnt trotz Rekordgewinnen vor einer anhaltenden Krise

EY-Chef Henrik Ahlers warnt davor, die Rekordgewinne der Dax-Konzerne als Zeichen für eine überstandene Krise zu werten. „Wer nur auf die Rekordsummen schaut, könnte meinen, die Krise sei überstanden – aber das Gegenteil ist der Fall“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY.

„Zum einen bleibt die Nachfrage am Heimatstandort Deutschland schwach, das Gewinn- und Umsatzwachstum findet in erster Linie im Ausland statt.“ Zum anderen sei die Lage in Teilen der Industrie fragil.

Dax-Konzerne beschäftigen weniger Menschen

Die Wirtschaftsflaute wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus. Zum 30. Juni arbeiteten rund 3,49 Millionen Menschen bei den Dax-Konzernen. Das waren 1,2 % oder etwa 41.000 Beschäftigte weniger als ein Jahr zuvor.

Von den 37 Dax-Unternehmen, die Angaben zur Beschäftigtenzahl machten, bauten 21 ihre Belegschaft aus, während 16 Stellen abbauten. Besonders stark wirkt sich der Stellenabbau in der Automobilindustrie auf die Beschäftigungszahlen aus. Gleichzeitig stellte etwa der Rüstungskonzern Rheinmetall deutlich mehr Personal ein.

EY erwartet weiteren Stellenabbau in der Autobranche

Die Krise der deutschen Autobranche sei noch nicht ausgestanden, erklärt Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. In der Branche bestehe weiterhin erheblicher Restrukturierungsbedarf. Deshalb sei mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigung zu rechnen. (mit dpa)

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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