Anzeige

Warum organische Solarzellen bisher falsch gebaut wurden

20. Januar 2026

flexible Solarzellen
Organische Solarzellen gelten als flexibel und günstig. Neue Forschung zeigt, warum ihr Aufbau sie bisher ausbremst – und was sich ändern muss. Foto: Smarterpix/alejomiranda
Nicht das Material, sondern die Struktur bremst organische Solarzellen. Eine Studie erklärt, warum der p/n-Übergang neu gedacht werden muss.
Anzeige
Anzeige


Organische Solarzellen gelten seit Jahren als Hoffnungsträger. Sie sind leicht, flexibel und lassen sich auf Folien oder Textilien drucken. Trotzdem bleiben sie deutlich hinter klassischen Siliziumzellen zurück. Das liegt nicht nur an den Materialien. Es liegt vor allem am Prinzip, nach dem sie gebaut werden.

Forschende der Osaka Metropolitan University zeigen nun, dass ein zentrales Bauteil organischer Solarzellen lange falsch gedacht war: der p/n-Übergang. Ihre Arbeit legt nahe, dass nicht das Material selbst das Hauptproblem ist, sondern die Art, wie es kombiniert wird.

Anzeige
Anzeige

Inhaltsverzeichnis

Der Engpass sitzt an der Grenzfläche

Jede Solarzelle braucht einen p/n-Übergang. Dort entstehen freie Ladungen, wenn Licht auf das Material trifft. Bei Silizium ist dieser Übergang klar definiert und stabil. Bei organischen Solarzellen sieht das anders aus.

Hier treffen zwei unterschiedliche organische Halbleiter aufeinander: ein p-Typ- und ein n-Typ-Material. Üblicherweise mischen Entwickler*innen beide Komponenten physikalisch. Das klingt simpel, ist aber heikel. Schon kleine Änderungen bei Temperatur, Lösungsmittel oder Trocknung verändern die Struktur.

Takeshi Maeda erläutert: „Die ‚p/n-Heteroübergänge‘ müssen präzise abgestimmt werden, um eine schnelle Trennung und einen schnellen Transport der bei der Lichtabsorption entstehenden Ladungen zu ermöglichen.“ In der Praxis gelingt diese Präzision selten reproduzierbar. Die Folge sind instabile Grenzflächen, schwankende Leistungen und begrenzte Effizienz.

Anzeige
Anzeige

Warum Mischen nicht reicht

Das klassische Bulk-Heterojunction-Prinzip setzt auf ein feines Gemisch aus p- und n-Typ-Molekülen. Theoretisch entstehen dadurch viele Kontaktstellen. Praktisch ist das System empfindlich.

Maeda erklärt: „Traditionell werden die Grenzflächen durch physikalisches Mischen von p-Typ- und n-Typ-Molekülen erzeugt. Aber selbst geringfügige Änderungen der Verarbeitungsbedingungen können zu inkonsistentem Mischen, instabilen Strukturen und verminderter Geräteleistung führen.“

Anzeige
Anzeige

Kurz gesagt: Die Architektur ist zu chaotisch. Für ein technisches Bauteil, das Millionenfach identisch funktionieren soll, ist das ein strukturelles Problem.

Ein Molekül statt zweier Materialien

Der neue Ansatz dreht die Logik um. Statt zwei Materialien zu mischen, integrieren die Forschenden beide Funktionen in ein einziges Molekül. Dieses Molekül organisiert sich selbst und bildet dabei nanoskalige p/n-Übergänge.

Konkret entwickelten sie ein Donor-Akzeptor-Donor-Molekül namens TISQ. Es kombiniert ein p-Typ-Segment auf Squaraine-Basis mit einem n-Typ-Segment aus Naphthalindiimid. Wasserstoffbrücken sorgen dafür, dass sich die Moleküle geordnet zusammenlagern. Das Entscheidende: Die Grenzfläche entsteht nicht durch Zufall, sondern durch molekulare Selbstorganisation.

Je nach Lösungsmittel organisiert sich TISQ spontan zu nanopartikelartigen J-Typ- oder nanofaserartigen H-Typ-Aggregaten, die jeweils unterschiedliche elektronische Eigenschaften aufweisen.

Lösungsmittel steuern die Funktion

Die Experimente zeigen, wie sensibel das System reagiert – diesmal jedoch kontrollierbar. In polaren Lösungsmitteln bildet TISQ sogenannte J-Typ-Aggregate. In unpolaren Lösungsmitteln entstehen H-Typ-Aggregate. Beide Strukturen unterscheiden sich deutlich in ihren elektronischen Eigenschaften.

„Wir haben festgestellt, dass TISQ je nach Lösungsmittel entweder J-Typ- oder H-Typ-Aggregate bildet“, sagt Maeda. „Beide weisen unterschiedliche elektronische Eigenschaften auf.“

Messungen belegen: J-Typ-Aggregate erzeugen fast doppelt so hohe Photoströme wie H-Typ-Strukturen. Die innere Ordnung entscheidet also direkt über die elektrische Ausbeute.

Was das für organische Solarzellen bedeutet

In ersten Prototypen nutzte das Team TISQ als einziges photoaktives Material. Die Solarzellen funktionieren, auch wenn die Effizienz noch niedrig ist. Entscheidend ist etwas anderes: Das Konzept geht auf. Der p/n-Übergang entsteht gezielt und reproduzierbar.

Maeda fasst den Ansatz so zusammen: „Dieser Bottom-up-Ansatz bietet eine Plattform, um zu erforschen, wie molekulare Selbstorganisation in elektronische Funktionalität umgesetzt werden kann.“

Noch ist das Grundlagenforschung. Aber sie räumt mit einer zentralen Fehlannahme auf. Organische Solarzellen waren nicht zu schlecht. Sie waren lange falsch aufgebaut.

Hier geht es zur Originalpublikation



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige