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So lohnt sich die Photovoltaikanlage auch ohne Einspeisevergütung

26. März 2026

Freistehendes Haus mit Solaranlage auf dem Dach
Frei stehendes Einfamilienhaus mit Solarpaneelen und schwarzem Anbau. Nur: Wenn die Bundesregierung für die Zukunft die feste Einspeisevergütung für solche Anlagen streicht – kann sich das überhaupt lohnen? Und wenn ja, wie? Foto: picture alliance / imageBROKER/Manuel Kamul
Photovoltaik lohnt sich auch ohne Einspeisevergütung: Mit hohem Eigenverbrauch, passender Anlagengröße und Speicher senken Haushalte dauerhaft ihre Stromkosten.
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Wer Strom aus seiner privaten Photovoltaikanlage ins Netz einspeist, wird dafür belohnt. Für eine Teileinspeisung des Stroms bekommen Verbraucher 7,78 Cent/kWh. Bei Volleinspeisung sind es sogar 12,34 Cent/kWh. Der Staat deckelt diese Vergütung bei 10 kW Nennleistung. In der Fachsprache heißt das auch Kilowatt Peak, also Spitzen- oder Nennleistung, abgekürzt kWp. Mit wechselnden Werten gibt es die Einspeisevergütung bereits seit dem Jahr 2000.

Doch bald könnte Schluss sein. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) möchte die gesamten Förderkosten für Solarstrom um 20 % pro Jahr senken. Dem könnte die feste Vergütung für die kleinen Dachanlagen zum Opfer fallen. Schon im April soll ein entsprechender Gesetzentwurf im Kabinett beschlossen werden. Wann die Förderung dann genau ausliefe, ist noch unklar. Sie würde aber nur für neue Anlagen wegfallen. Für bestehende Anlagen gilt die bei Inbetriebnahme festgelegte Vergütung weiter, in der Regel für 20 Jahre. Daran ändert sich nichts.

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Inhaltsverzeichnis

Wie wichtig ist die feste Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen auf Hausdächern

Experten sehen die Pläne kritisch: „Das wird dazu führen, dass Hausbesitzer entweder kleinere Photovoltaikanlagen bauen oder gar keine mehr“, sagt Verena Fluri vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE). Sie hat im Februar mit Kollegen eine Studie veröffentlicht, die die Auswirkungen der Gesetzesänderung beleuchtet.

Quintessenz: Ohne Einspeisevergütung lohnt es sich für private Anlagenbesitzer kaum, den Strom ins Netz einzuspeisen. „Ein abrupter Wegfall der Einspeisevergütung bremst PV-Ausbau und Investitionsbereitschaft“, heißt es in der Studie. Neben der wegfallenden staatlichen Förderung gäbe es dafür noch andere Erlösmodelle.

Direktvermarktung als Alternativen zur festen Einspeisevergütung

Eine Alternative zu einer festen Einspeisevergütung, die immer wieder genannt wird, ist die Direktvermarktung. Dabei würden Hausbesitzer den Strom, den sie ins Netz einspeisen, direkt an der Börse verkaufen. Das ist aber aufwendig. So braucht es einen Vertrag mit einem Direktvermarkter, der dann auch die technischen Voraussetzungen schaffen muss. Dazu gehört etwa ein Smart Meter, das genau misst, wie viel Strom eingespeist wird, Abstimmungen mit dem Netzbetreiber, ein Weg, den Verkauf abzurechnen und so weiter.

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„Viele Vermarkter sehen das für kleine Anlagen kritisch“, sagt Fluri. Erstens ist der Aufwand für wenig Stromertrag groß, zweitens sind auch die Erträge klein. Schließlich ist Solarstrom sowieso schon eine der günstigsten Stromarten. Zudem würde er bei gutem Wetter massenhaft ins Netz fließen und die Preise senken. Hausbesitzer würden also den meisten Solarstrom dann einspeisen, wenn die Preise am niedrigsten sind – und damit auch die Erlöse.

Eine zweite Möglichkeit bestünde darin, den Strom direkt an die Stromversorger oder Netzbetreiber zu verkaufen. Da fiele zumindest der Direktvermarkter als Zwischenstation weg. Doch die technischen Probleme bleiben. Zudem müssten die Netzbetreiber eigene Erlösmodelle aufsetzen. Das dürfte für kleine Anlagen auch für sie zu aufwendig werden. Als dritte Option gibt es die Energiegemeinschaften, also den direkten Verkauf zum Beispiel an Nachbarn. Da aber sind die Voraussetzungen schlecht, wie eine Studie des EU-Rechnungshofes jüngst zeigte.

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Photovoltaikanlage: Die wichtigste Alternative zur Einspeisevergütung ist der Eigenverbrauch

Stattdessen propagieren Fluri und ihre Kollegen einen Strategiewechsel für Hausbesitzer. Statt auf Bezahlung für die Einspeisung von Strom ins Netz zu hoffen, sollten Verbraucher lieber auf viel Eigenverbrauch setzen. Eigentlich sei das auch mit Einspeisevergütung der richtige Weg. Die Forscher haben dafür mehrere Szenarien durchgerechnet. Ergebnis: „Die Einspeisevergütung lohnt sich schon heute nicht mehr“, sagt Fluri. Selbst bei den günstigsten Anschaffungs- und Installationskosten müssten Verbraucher eine Eigenverbrauchsquote von mindestens 40 % haben, um von der Vergütung noch zu profitieren.

Ohne Vergütung sollte diese Quote noch viel höher sein. Aktuell bringt Verbrauchern jede selbst erzeugte Kilowattstunde Strom eine Ersparnis von 33 Cent/kWh gegenüber dem Strom aus dem Netz. Das bedeutet paradoxerweise, dass die Anlagen kleiner gebaut werden. Praktisch sollten sich Hausbesitzer an ihrem Stromverbrauch orientieren. Dabei sind künftig geplante Anschaffungen wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto zu berücksichtigen.

Faustregeln für die optimale Photovoltaikanlage

Für die richtigen Dimensionen der Photovoltaikanlage gibt es Faustregeln, um den Eigenverbrauch zu optimieren. Empfohlen werden meist 1,5 kW bis 2 kW Nennleistung pro 1000 kWh Jahresverbrauch. Ein Paar mit 3000 kWh Verbrauch sollte dann also eine Anlage mit 4,5 kW bis 6 kW installieren. Bei einer Familie mit 5000 kWh Verbrauch wären es 7,5 kW bis 10 kW.

Kleinere Anlagen sind dabei pro Kilowatt gerechnet meist teurer. Denn einige Fixkosten wie Anlieferung, Installation oder der Schaltschrank im Keller bleiben gleich. Bei kleinen Anlagen verteilen sie sich auf weniger Kilowatt, wodurch das einzelne Kilowatt im Preis steigt. In der Praxis hat das aber nur geringe Auswirkungen und amortisiert sich meist nach einigen Jahren.

Warum Photovoltaikanlagen und Speicher optimal zusammen passen

Entscheidend für einen hohen Eigenverbrauch ist aber, dass Verbraucher den selbst erzeugten Strom speichern. Schließlich produziert eine Photovoltaikanlage über den Tag und das Jahr hinweg ungleichmäßig. Im Sommer und am Tag scheint tendenziell häufiger die Sonne und steigert den Ertrag. Im bewölkten Winter sowie nachts sind die Erträge niedriger. Da der Verbrauch aber nicht im gleichen Maße schwankt, braucht es für eine optimale Eigennutzung Hausspeicher.

Auch für den optimalen Betrieb und die Auslegung von Stromspeichern im Haus gibt es Faustformeln. Die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der HTW Berlin empfiehlt maximal 1,5 kWh Speicherkapazität je 1000 kWh Stromverbrauch und je 1 kW Solarleistung. Für einen Haushalt mit 5000 kWh Verbrauch und einer PV-Anlage mit 10 kWp wären das also maximal 7,5 kWh Speicherkapazität.

Onlinehelferlein geben erste Auskunft, ob sich die Anlage lohnt

Wie viel des Eigenbedarfs ein Haushalt damit decken kann, lässt sich über Onlinerechner kalkulieren. Die HTW-Forschungsgruppe bietet dafür etwa den Solarisator an. Hier können Verbraucher wichtige Daten zu ihrem Haushalt eingeben. Dazu zählt der Stromverbrauch, die Leistung der Photovoltaikanlage, die Größe des Batteriespeichers, ob ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe vorhanden ist und welcher Preis für Strom aus dem Netz aktuell gilt.

Am Ende gibt der Rechner aus, wie viel Prozent Eigenbedarf erreichbar sind und welche Kosten ein Haushalt damit spart. Das Tool zeigt: Ohne Hausspeicher liegt die Eigenverbrauchsquote meist zwischen 30 % und 40 %, mit Speicher geht es auf 60 % bis 70 % nach oben. Bei Wärmepumpen und Elektroautos müssen Haushalte mit größeren Anlagen und Speichern kalkulieren, weil durch beide der Verbrauch ansteigt.

Trotz aller Optimierung wird es aber vorkommen, dass private PV-Anlagen im Sommer mehr Strom produzieren, als ein Haushalt selbst speichern oder verbrauchen kann. Bisher konnten Hausbesitzer diesen überschüssigen Strom eben für die Einspeisevergütung ins Netz einspeisen. Wenn diese wegfällt, fällt auch diese Option weg. „Photovoltaikanlagen müssten dann entsprechend abgeregelt werden“, sagt Fluri. Der überschüssige Strom ginge in diesem Fall komplett verloren.



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