Geldanlage 11.01.2013, 10:28 Uhr

Luxemburger legt ersten regulierten Pferde-Fonds auf

Der erste regulierte Fonds für Pferde weltweit setzt auf Spring- und Dressurpferde. Aufgelegt hat den Equi Future Champions der Luxemburger John Baumann. Die Preisentwicklung allein bei deutschen Reitpferden lag in den vergangenen 40 Jahren bei 700 %. Noch bis zum 20. Januar können Interessierte zeichnen.

Neu in der Welt der Fonds: Der erste regulierte Pferde-Fonds.

Neu in der Welt der Fonds: Der erste regulierte Pferde-Fonds.

Foto: Jens_Schierenbeck

John Baumann ist seit 25 Jahren in der Finanzbranche tätig. Und er ist Vater. Als sein Sohn vor einigen Jahren anfing zu reiten, dachte er über Pferde nach – als Investitionsobjekt. Jetzt präsentiert er den Equi Future Champions. „Es ist meines Wissens der erste regulierte Pferdefonds weltweit“, sagt der Luxemburger nicht ohne Stolz. Zwar gab es schon andere Pferdefonds. Aber dieser ist als Sicav-Fis von der strengen „Commission de Surveillance du Secteur Financier“, der Luxemburger Bankenaufsicht geprüft worden. Das Zielvolumen liegt bei 100 Mio. €, die Mindesteinlage bei 125 000 €. Noch bis zum 20. Januar können Investoren zulangen.

„Die Zeichner kommen vor allem aus dem arabischen Raum, Russland, dem Mittleren Osten und Großbritannien“, berichtet Baumann. Die Pferde des Fonds stehen dagegen im Moment in Deutschland. Dort werden der Wallach Snickers, die Stute Adriane BB oder der Bundeschampion Captain Sparrow zugeritten. Denn der Wertzuwachs erfolgt vor allem über eines: Ausbildung.

„Zwar steigt der Pferdebestand weltweit. Aber die Qualität hochwertiger, gut ausgebildeter Sportpferde nimmt ab“, beobachtet Baumann. Gleichzeitig wollen viele Investoren in der Krise einen reellen Wert. Ein Renditeobjekt zum Streicheln verschwindet nicht so einfach aus der Bilanz. Baumanns Idee, die zunächst sehr ausgefallen klingt, überzeugt viele Anleger.

Baumann ist überzeugt, dass Pferde krisensicher sind. Auf jeden Fall sind sie en vogue. Von der Fürstenfamilie in Monaco über die Kinder von Bruce Springsteen bis zu den Eigentümern von Red Bull und Zara: Der Pferdesport zieht ein zahlungskräftiges Publikum an. Der Fondsinitiator sieht die Pferde als Industrie. In diesem Bereich steigen die Preisgelder und reichen von 150 000 € bis zu 1 Mio. € pro Springen. Allein in Europa gibt es über 3000 Springwettbewerbe jährlich. Und Pferde werden auf Auktionen ge- und verkauft. Ihr Wert ist bestimmbar. „Die Preisentwicklung allein bei deutschen Reitpferden lag bei 700 % in den vergangenen vierzig Jahren“, unterstreicht der Finanzexperte.

Deutschland ist das Exportland Nummer eins für Sportpferde. Von dort hat Baumann sich prominente Unterstützung geholt. Holger Hetzel, Reiter, Ausbilder und Auktionsveranstalter, berät ihn bei der Auswahl der Tiere. Der Springreiter Dietmar Gugler und die Sachverständige Birgit Dohmen helfen beim Management und den Ankaufsgutachten.

Die erworbenen Tiere werden ausgewählten Reitern zugeteilt. Ihre Unterbringung ist im Hinblick auf Stallgröße, Beleuchtung, Beritt, Futter und viele weitere Details genau geregelt. „Schließlich kommt der Wertzuwachs nur, wenn das Pferd sich wohlfühlt“, ist Baumann überzeugt.

Der selbstständige Finanzexperte legt rund 60 % bis 70 % des Fondsvolumens in Pferden an. Weitere 20 % sollen in Unternehmen der Branche fließen.

Sattelhersteller, Reitbekleidungshersteller etc. sind allerdings selten börsennotiert. Hier will sich Baumann über Beteiligungen einkaufen. „Einen Teil halten wir aber auch als liquide Mittel vor. Schließlich sind die laufenden Kosten für die Pferde relativ hoch.“

Angestrebt wird eine Mindestrendite von 10 %, die jährlich ausgeschüttet wird. Der Equi Future Champions ist dabei kein geschlossener Fonds. Die Laufzeit ist deshalb prinzipiell unbegrenzt. Mindestens zehn Jahre soll der Fonds existieren. Würde er dann 2023 geschlossen, folgte eine zweijährige Exitphase. Der Fonds wird aufgelöst, Pferde und Unternehmensbeteiligungen verkauft.

Wer seine Anteile vorzeitig loswerden will, kann sie (mit Abschlag) an den Emittenten zurückgeben oder am Zweitmarkt veräußern.  CORDELIA CHATON/ps

Ein Beitrag von:

  • Cordelia Chaton

  • Peter Schwarz

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