Mini-LED-Projektoren 14.10.2014, 07:13 Uhr

Folie verwandelt Alltagsgegenstände in 3D-Displays

Eine durchsichtige Folie projiziert dreidimensionale Standbilder auf Gegenstände. Zwar hält der japanische Elektronikkonzern Omron die Funktionsweise noch geheim. Doch Experten vermuten, dass es sich um Mini-LED-Projektoren handelt. 

Die durchsichtige Folie ist flexibel und lässt sich beispielsweise auf ein Glas kleben. Für den Betrachter erscheint das 3D-Bild direkt im Glasinneren. 

Die durchsichtige Folie ist flexibel und lässt sich beispielsweise auf ein Glas kleben. Für den Betrachter erscheint das 3D-Bild direkt im Glasinneren. 

Foto: Omron

Transparent Plate-type Space Projection Technology nennt Omron seine neue Technik, die offensichtlich noch in einem sehr frühen Stadium ist. Foto- oder Videomaterial gibt es bislang kaum. Naoki Tanaka, einer der Entwickler, beschreibt die Folie als durchsichtig, so dünn, das sie unsichtbar erscheint und sehr leicht. Zum Display wird sie, wenn sie auf eine beliebig geformte Unterlage geklebt wird. Wenn diese aus Glas besteht – darauf haftet die Folie ohne Klebstoff – sind die projizierten 3D-Bilder von beiden Seiten zu sehen.

Bild erscheint im Inneren der Scheibe

Sie ähneln dann einem Hologramm, wie es auf manchen Postkarten zu finden ist. „Da diese Folien hauchdünn sind, kann man mit freiem Auge gar nicht erkennen, das da etwas auf der Glasscheibe klebt. Der Effekt ist der, dass es für den Betrachter aussieht, als entstehe das Bild direkt im Inneren der Scheibe“, sagt Omron-Ingenieur Masayuki Shinohara im Gespräch mit der japanischen Zeitung Asahi Shimbun.

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Einzelheiten der Technologie verrät das Unternehmen nicht. Die Folie scheint aber an ihrem unteren Ende mit einem Mini-Projektor ausgestattet zu sein, der LEDs als Lichtquelle nutzt, um ein Bild auf die Folie zu projizieren. Die Folie selbst lässt sich nach Belieben verbiegen und so passgenau an Oberflächen anbringen.

Mehrfarbige Bilder kommen in Zukunft

Jede dieser durchsichtigen Folien kann nur ein 3D-Bild in jeweils einer Farbe darstellen. Sobald mehrere Schichten übereinander angebracht sind, sollen aber auch mehrfarbige und sogar animierte Darstellungen umsetzbar sein. Das Verfahren soll zudem deutlich preiswerter sein als bisherige Techniken zur Erzeugung von 3D-Bildern, mutmaßt jedenfalls die japanische Zeitung Asahi Shimbun in einem Bericht über die japanische Elektronikmesse Ceatec. Dort präsentiert Omron seine Innovation.

Auch wenn die Technik noch längst nicht ausgereift ist, haben die Entwickler schon Ideen für ihren Einsatz. Sie sei geeignet für die attraktive Gestaltung von Firmenschildern und Reklametafeln. Hinweisschilder in Bahnhöfen, Flughäfen und anderen viel besuchten Plätzen könnten mit der neuen Technik gestaltet und Schaufenster verschönert werden.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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