Airbus ist Industriepartner 02.02.2015, 10:15 Uhr

Fraunhofer-Forscher bauen Carbonfasern aus Holzstoff

Fraunhofer-Forscher entwickeln ein Verfahren, um Carbonfasern aus dem Holzstoff Lignin herzustellen. Jedes Jahr bleiben davon Millionen Tonnen in der Papierherstellung zurück. Das könnte zum Preisrutsch führen, den Auto- und Flugzeughersteller herbeisehnen. Industriepartner des Projekts ist Airbus. 

Weltweit bleiben in der Papierherstellung jedes Jahr Millionen Tonnen Lignin zurück. Dieses könnte man zukünftig nutzen, um Carbonfasern herzustellen. 

Weltweit bleiben in der Papierherstellung jedes Jahr Millionen Tonnen Lignin zurück. Dieses könnte man zukünftig nutzen, um Carbonfasern herzustellen. 

Foto: dpa/Patrick Pleul

Deutschlands meistverkauftes Fahrzeug, der VW Golf, wog in seiner ersten verkauften Version rund 800 Kilogramm. Der heute verkaufte Golf VII ist etwa 50 Prozent schwerer. Mehr Technik, mehr Sicherheit, mehr Luxus und mehr Platz fordern diesen Gewichtstribut. Jetzt, mit dem Aufkommen der Elektromobilität kehrt sich der Trend um. Es gilt, Autos wieder leichter zu bauen, um der begrenzten Reichweite mit Leichtigkeit zu begegnen.

Bisher setzten Automobilunternehmen auf Carbonfasern. Diese sind leichter, stabiler aber auch teurer als Glasfasern. Carbonfasern gewinnen Hersteller zumeist aus dem fossil-basierten Polyacrylnitrit (PAN) oder aus Pech. Nun wollen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) das Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Lignin zur Anwendungsreife bringen.

Weltweite Papierherstellung lässt 50 Millionen Tonnen Lignin zurück

Der Holzstoff Lignin lagert sich in der pflanzlichen Zellwand ein und bewirkt die Verholzung der Zelle. Er hat einen Kohlenstoffanteil von 55 bis 65 Prozent und fällt in der Papierherstellung weltweit in der Größenordnung von rund 50 Millionen Tonnen im Jahr an. Heute wird er zumeist thermisch verwertet, sprich er wird verbrannt.

Der Holzstoff Lignin hat einen Kohlenstoffanteil von bis zu 65 Prozent. Er wäre eine Alternative zu fossil-basiertem Polyacrylnitril (PAN) oder Pech. Das sind die bisherigen Quellen für die Carbonfaserherstellung. 

Der Holzstoff Lignin hat einen Kohlenstoffanteil von bis zu 65 Prozent. Er wäre eine Alternative zu fossil-basiertem Polyacrylnitril (PAN) oder Pech. Das sind die bisherigen Quellen für die Carbonfaserherstellung.

Quelle: Fraunhofer IPA

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Schulbau GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Raum Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) im Bereich Hochbau- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Berlin-Brandenburg Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Hoch- und Schlüsselfertigbau KLEBL GmbH
Frankfurt Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Hausbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 

Wenn es gelingt, Lignin für die Carbonfaser-Herstellung zu nutzen, könnte das den heißersehnten Preisrutsch bewirken. Nach Schätzungen würde eine ligninbasierte Carbonfasern langfristig nur etwa 4,50 Euro je Kilogramm kosten, gegenüber mindestens 9,50 Euro je Kilogramm für die aus PAN gewonnene Fasern.

Es ist daher das erklärte Ziel der Forscher, ligninbasierte Carbonfasern in der für den industriellen Leichtbau erforderlichen Qualität herstellen zu können. Das wäre am Ende der Entwicklungsarbeit eine Carbonfaser, die eine Zugfestigkeit von rund 1,5 Gigapascal aufweist. Diese Faser wäre damit geeignet für Anwendungen in der Luftfahrt.

Das jetzt aktuell beginnende Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Zudem unterstützt Flugzeughersteller Airbus das Vorhaben als Industriepartner.

500.000 Tonnen Kohlenstofffasern im Jahr 2013

In der Luftfahrt und natürlich auch im Rennsport bewähren sich die Kohlenstofffasern als Verstärkungsfasern in leichten Verbundwerkstoffen schon seit langem. Doch der echte Massenmarkt für Carbonfasern ist der Automobilmarkt. Eine von der Unternehmensberatung McKinsey durchgeführte Studie sieht den Markt für Kohlenstofffasern von 20.000 Tonnen im Jahr 2011 auf 500.000 Tonnen im Jahr 2030 wachsen.

Die Automobilbranche wird nach dieser Studie einen Großteil der wachsenden Produktion von Kohlenstofffasern abnehmen. Bedingung ist eine deutliche Kostenreduktion. Um diesen Volumenmarkt bedienen zu können, müssen die Carbonfasern allerdings weg vom Erdöl. Und so kommt das Lignin ins Spiel.

 

Ein Beitrag von:

  • Detlef Stoller

    Detlef Stoller ist Diplom-Photoingenieur. Er ist Fachjournalist für Umweltfragen und schreibt für verschiedene Printmagazine, Online-Medien und TV-Formate.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.