Flugzeugträger 19.08.2025, 15:00 Uhr

USS Gerald R. Ford in der Nordsee: Das kann das Kriegsschiff

Zwei Kernreaktoren, elektromagnetische Katapulte und modernste Fangsysteme: Die USS Gerald R. Ford bringt Hightech auf die Weltmeere.

USS Gerald R. Ford

Anfang August lag die USS Gerald R. Ford noch in Marseille. Nun wurde das teuerste und größte Kriegsschiff der Welt in die Nordsee verlegt.

Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP | Speich Frederic

Die US Navy hat ihren modernsten Flugzeugträger in die Nordsee verlegt. Am Sonntag passierte die USS Gerald R. Ford (CVN-78) den Ärmelkanal, begleitet von mehreren Versorgungsschiffen. Bereits am Montag soll das Schiff an multinationalen Militärübungen teilnehmen. Für viele Beobachter ist die Verlegung ein militärisches Signal – an Verbündete wie an Rivalen.

Der Flugzeugträger ist nach Gerald R. Ford benannt, dem 38. Präsidenten der USA. Mit 337 Metern Länge, 100.000 Tonnen Verdrängung und bis zu 90 Flugzeugen an Bord ist er derzeit das größte und teuerste Kriegsschiff der Welt. Rund 4500 Menschen leben und arbeiten an Bord.

Politisches Signal in angespannten Zeiten

Offizielle Angaben zur Dauer des Aufenthalts liegen nicht vor. Dass die Schiffe „Supply“ und „William McLean“ die Trägergruppe begleiten, deutet aber auf eine längere Stationierung hin. Möglich ist, dass die Ford im Rahmen der NATO-Manöver „Quadriga 2025“ und „Northern Coast“ eingesetzt wird. Dabei geht es um die militärische Unterstützung der baltischen Staaten.

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Hinzu kommt eine zweite Ebene: Russland bereitet für September das Großmanöver „Sapad 2025“ vor. Schon das „Sapad“-Manöver von 2021 diente als unmittelbare Vorbereitung für die Invasion der Ukraine. Entsprechend genau beobachten NATO-Stäbe die Bewegungen der russischen Marine in der Ost- und Nordsee. Erst am Wochenende wurde erneut der russische Zerstörer „Vizeadmiral Kulakow“ vor Fehmarn gesichtet.

Ein Offizier der Bundeswehr erklärte: „Wir nehmen jede dieser Verlegungen ernst, auch wenn sie im Rahmen internationaler Regeln stattfinden.“

USS Gerald R. Ford

Die USS Gerald R. Ford bei der Ankunft in Marseille am 4. August.

Foto: picture alliance / Sipa USA | SOPA Images

Innovative Technik an Bord

Die Gerald R. Ford ist das Typschiff einer neuen Klasse von Flugzeugträgern. Im Vergleich zur Nimitz-Klasse bringt sie zahlreiche technische Neuerungen mit. Wir schauen uns die Besonderheiten im Detail an.

EMALS (Electromagnetic Aircraft Launch System)

Anstelle von Dampfkraft beschleunigen elektromagnetische Katapulte die Flugzeuge auf Startgeschwindigkeit. Das System basiert auf einer Reihe von linearen Induktionsmotoren, die nacheinander geschaltet werden. So lässt sich die Beschleunigung exakt steuern.

Der Vorteil: weniger Belastung für die Flugzeuge, geringerer Wartungsaufwand und eine gleichmäßigere Energienutzung. Kritiker verweisen jedoch auf den enormen Strombedarf und die anfällige Software, die zu langen Verzögerungen während der Erprobung führte. Inzwischen gilt EMALS als einsatzbereit – und erlaubt theoretisch mehr Starts pro Tag als ältere Systeme.

AAG (Advanced Arresting Gear)

Bei Landungen ersetzt das AAG die klassischen Fangseile, die bislang hydraulisch gebremst wurden. Stattdessen setzt es auf elektromagnetische Widerstände und Wasserspeicher. Dadurch ist das System flexibel: Es kann leichte Drohnen ebenso sicher stoppen wie schwere Kampfjets.

Auch die Belastung für das Fluggerät sinkt. Zusammen mit EMALS steigert AAG die Zahl möglicher Flugbewegungen erheblich – ein entscheidender Faktor für die Einsatzfähigkeit des Trägers.

Automatisierung und Bordtechnik

Die Technikrevolution an Bord geht noch weiter. Munitions- und Flugzeugaufzüge sind nicht mehr hydraulisch, sondern magnetisch angetrieben – das senkt die Brandgefahr. Neue Radarsysteme wie das Dual Band Radar (DBR) kombinieren Such- und Feuerleitfunktionen in einer Anlage und können gleichzeitig Luft- wie Seeziele verfolgen.

Viele Prozesse laufen automatisiert, wodurch die Crewstärke im Vergleich zur Nimitz-Klasse reduziert werden konnte. Wie bereits geschrieben: Rund 4500 Menschen leben und arbeiten dennoch an Bord.

Infobox: Technische Daten USS Gerald R. Ford (CVN-78)

  • Länge gesamt: 337,1 m
  • Breite: 40,8 m (Wasserlinie), 78 m (Flugdeck)
  • Tiefgang: 11,9 m
  • Verdrängung: ca. 100.000 t
  • Antrieb: 2 Nuklearreaktoren A1B, 4 Propeller
  • Geschwindigkeit: 30+ kn
  • Besatzung: rund 4500 Soldaten
  • Luftfahrzeuge: bis zu 90 (u. a. F/A-18, EA-18, C-2, E-2, F-35, SH-60)
  • Bewaffnung (Eigenluftabwehr/Abwehr naher Bedrohungen): 3× Phalanx Block 1B, 2× RIM-116 RAM, 2× RIM-162 ESSM, 4× Mk 38 25-mm, 4× M2 .50

 

Energie aus zwei Reaktoren

Angetrieben wird der Koloss von zwei Kernreaktoren des Typs A1B. Sie liefern Energie für Jahrzehnte, ohne dass eine Betankung nötig wäre. Damit kann die Ford theoretisch 20 bis 25 Jahre ununterbrochen auf See bleiben.

Die Reaktoren erzeugen genug Strom, um neben dem Antrieb auch die aufwendige Bordelektronik und künftige Waffensysteme zu versorgen. Dazu zählen beispielsweise elektromagnetische Geschütze oder Hochenergie-Laser.

Baugeschichte mit Verzögerungen

Die Gerald R. Ford ist der modernste Flugzeugträger der US Navy. EMALS, AAG und nuklearer Antrieb machen sie zum Hightech-Giganten.

Der Bau des Trägers begann 2008 bei Newport News Shipbuilding in Virginia. Schon damals stiegen die Kosten schnell an. Ursprünglich waren rund 10,5 Milliarden US-Dollar geplant, am Ende wurden es 13 Milliarden. Damit ist die Gerald R. Ford das teuerste Kriegsschiff der Welt. 2013 fand der Stapellauf statt, 2017 wurde sie offiziell in Dienst gestellt.

Die ersten Jahre waren geprägt von Tests. Radar, Munitionsaufzüge und Aufzugsysteme für Flugzeuge mussten mehrfach überarbeitet werden. 2022 folgte der erste volle Einsatz im Atlantik. 2023 nahm die Ford am Großmanöver „Air Defender“ teil und war dabei auch in Nordeuropa präsent.

F/A-18-Kampfflugzeug

Ein F/A-18-Kampfflugzeug auf der Gerald R. Ford. Insgesamt können bis zu 90 Flugzeuge und Hubschrauber auf dem Kriegsschiff landen.

Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP | Speich Frederic

Bewaffnung und Luftflotte

Die Gerald R. Ford ist kein reiner Flugzeugträger. Sie verfügt über eigene Waffen, darunter Maschinengewehre, Raketenabwehrsysteme und Kurzstreckenraketen. Ihre Hauptstärke bleibt jedoch die Luftflotte. Bis zu 90 Flugzeuge und Hubschrauber können starten und landen. Dazu gehören F/A-18-Kampfflugzeuge, F-35C-Tarnkappenjets, Aufklärungsflugzeuge vom Typ E-2 Hawkeye und Transportmaschinen.

Die US Navy betont, dass die Ford damit eine ganze Region abdecken kann. Flugzeuge mit hoher Reichweite schaffen es, große Gebiete zu kontrollieren – eine strategische Fähigkeit, die in Krisenregionen entscheidend sein kann.

Nato-Partner reagieren

Die Ankunft des Trägers fällt in eine Phase zunehmender Spannungen. Russland verlegt Truppen nach Belarus, wo das „Sapad“-Manöver vorbereitet wird. Beobachtende erinnern an die Vergangenheit: 2008 gegen Georgien, 2014 bei der Annexion der Krim und 2021 vor dem Angriff auf die Ukraine nutzte Moskau ähnliche Übungen als Deckmantel für militärische Aktionen.

Deutschland reagiert ebenfalls. Fünf Eurofighter der Luftwaffe wurden nach Polen verlegt, begleitet von 150 Soldatinnen und Soldaten. Sie sollen die Überwachung der NATO-Ostflanke verstärken.

Ein Sprecher der NATO sagte: „Wir senden eine klare Botschaft der Entschlossenheit, ohne die Lage unnötig zu verschärfen.“

Ein Schiff mit Geschichte

Die USS Gerald R. Ford ersetzte die legendäre Enterprise, die 2012 außer Dienst gestellt wurde. Dass der neue Träger den Namen des ehemaligen Präsidenten erhielt, war politisch gewollt. Senator John Warner brachte 2006 den Vorschlag im US-Kongress ein. Kurz nach Fords Tod wurde die Entscheidung offiziell bestätigt. 2013 taufte Fords Tochter Susan Ford Bales das Schiff.

Seitdem hat die Ford eine Reihe von Einsätzen absolviert. 2021 übte sie mit der italienischen Marine, 2023 nahm sie Kurs auf Norwegen und den Polarkreis. Im Oktober desselben Jahres verlegte die US Navy den Träger ins Mittelmeer – als Reaktion auf die Angriffe der Hamas auf Israel.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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