Mobilität 23.09.2025, 17:30 Uhr

Ungenutztes Potenzial: Fahrzeugdaten als Schlüssel für mehr Effizienz

Eine aktuelle Studie von Ford Pro zeigt, dass viele Unternehmen die Möglichkeiten von Fahrzeugdaten nicht voll ausschöpfen. Obwohl vernetzte Transporter wertvolle Erkenntnisse liefern, nutzen nur wenige Firmen diese Informationen. Datenschutzbedenken und fehlendes Wissen verhindern oft den produktiven Einsatz der digitalen Ressourcen.

Grafik eines Autos mit Symbolen drin :-)

Fahrzeugdaten bieten Unternehmen wichtige Informationen, aber nur wenige nutzen das.

Foto: SmarterPix/vectorfusionart

Die Nutzfahrzeugindustrie befindet sich im Wandel. Immer mehr Transporter sind mit Modems ausgestattet und generieren während der Fahrt wertvolle Daten. Diese Informationen bergen Potenzial für Unternehmen, um ihre Abläufe zu optimieren, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Produktivität zu steigern. Doch eine neue Studie von Ford Pro zeigt, dass viele Firmen diese Chancen noch nicht erkennen oder nutzen. Insbesondere kleinere Unternehmen verschenken durch den ineffizienten Umgang mit Fahrzeugdaten bares Geld und wertvolle Zeit. Die Gründe dafür liegen oft in fehlendem Wissen und Datenschutzbedenken.

Für die Studie „Wissenslücke Fuhrparkdaten: Viel Potenzial für Produktivität“ befragten Marktforschungsunternehmen im Auftrag von Ford Pro 3.000 Transporter-Fahrerinnen und -Fahrer sowie 150 Flottenmanagerinnen und -manager in Europa und den USA. Die Ergebnisse offenbaren Defizite in drei zentralen Bereichen: Wertschöpfung, Wissen und Datenschutz. Fast die Hälfte der befragten Fahrerinnen und Fahrer (46 %) sowie ein Viertel der Fuhrparkmanagerinnen und -Manager (25 %) nutzen die Fahrzeugdaten nicht täglich, um beispielsweise Wartungen zu planen. Zudem wissen weniger als ein Drittel der Fahrerinnen und Fahrer (32 %) und nur etwas mehr als die Hälfte der Flottenverantwortlichen (57 %), wie sie durch Telematik Zeit und Geld sparen können. Hinzu kommen bei fast allen Befragten Bedenken hinsichtlich Datenschutzes und -sicherheit.

Tägliche Analyse von Fahrzeugdaten minimiert Ausfallzeiten

Dabei bietet die regelmäßige Auswertung der Informationen, die ein vernetzter Transporter erfasst, enorme Vorteile. Flottenmanagerinnen und -manager können sich jederzeit über den Wartungs- und Reparaturbedarf der Fahrzeuge informieren. So lassen sich Werkstattaufenthalte besser planen und die Standzeiten deutlich reduzieren. Denn die Vertragswerkstatt kann anhand der Fahrzeugdaten benötigte Ersatzteile proaktiv bestellen. Darüber hinaus ermöglichen die vernetzten Daten eine Optimierung der Routenplanung, Echtzeit-Sicherheitswarnungen und sogar praktische Fahrertrainings. Ford Pro schätzt, dass Unternehmen durch intelligente Wartung und Überwachung ihrer Transporter die geplanten und ungeplanten Ausfallzeiten um bis zu 60 Prozent senken können.

Lücke zwischen erfahrenen Anwendern und Nachzüglern schließen

„Die Daten vernetzter Firmenfahrzeuge sind der Schlüssel, um Fuhrparks effizienter zu managen. Sie dienen praktisch als Fitness-Tracker für die Flotte und helfen, die Effizienz von Fahrzeugen und Fahrern zu optimieren“, sagt Hans Schep, General Manager Ford Pro Europa. Doch die Studie belege eine Kluft zwischen erfahrenen Anwenderinnen und Anwendern, die das Potenzial der Fahrzeugdaten bereits nutzen, und jenen, die noch auf traditionelle Managementmethoden setzen. „Als Branche müssen wir diese Lücke schließen – und zwar schnell“, erläutert Schep. Schließlich prognostiziert Berg Insight einen starken Anstieg aktiver Flottenmanagementsysteme in Europa von 16,3 Millionen Einheiten (2023) auf 27,6 Millionen im Jahr 2028.

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Datenschutz und Sicherheit haben bei Fahrzeugdaten oberste Priorität

Ein zentraler Aspekt bei der Nutzung von Fahrzeugdaten sind Datenschutz und Datensicherheit. Laut der Studie äußern 94 Prozent der befragten Fahrerinnen und Fahrer sowie 97 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen diesbezüglich Bedenken. Gleichzeitig genießen vernetzte Nutzfahrzeuge im Vergleich zu anderer Datenerfassungs-Software aber noch das größte Vertrauen. Ford Pro hat 2025 die Zertifizierung nach dem international anerkannten Datensicherheitsstandard ISO 27001 erhalten, die einen wirksamen Schutz und eine sichere Verarbeitung von Kundendaten bestätigt. Zudem veräußert Ford als Gesamtunternehmen keine Kundendaten an Dritte.

Die Studie zeigt, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Defizite bei der Nutzung von Fahrzeugdaten aufweisen. Das ist umso bedenklicher, da KMU rund 99 Prozent aller Betriebe in Europa ausmachen. Laut einer früheren Ford Pro Studie trugen sie mit ihren Transportern 2023 rund eine Billion Euro zum europäischen Bruttoinlandsprodukt bei. „Wir geben Fahrzeugbetreibern alle Werkzeuge an die Hand, damit sie die Möglichkeiten der vernetzten Daten für ihre Unternehmen voll ausschöpfen können“, fasst Hans Schep zusammen. Ziel sei es, den Betrieb von Nutzfahrzeugen so einfach und reibungslos wie möglich zu gestalten.

Entsprechende Plattformen bündeln alle relevanten Informationen und bieten einen umfassenden Überblick über den Flottenbetrieb – jederzeit und auf einen Blick. Dafür sammelt sie Daten von Fahrzeugkomponenten, Sensoren, Dashcams und Ladegeräten für Elektrofahrzeuge. So erhalten Flottenmanagerinnen und -Manager wichtige Erkenntnisse, um Abläufe zu optimieren, Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern. Dafür müssen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen die Chancen der Fahrzeugdaten erst erkennen und nutzen. Die Studie liefert wichtige Ansatzpunkte, um Berührungsängste abzubauen und Wissenslücken zu schließen.

Ein Beitrag von:

  • Julia Klinkusch

    Julia Klinkusch ist seit 2008 selbstständige Journalistin und hat sich auf Wissenschafts- und Gesundheitsthemen spezialisiert. Seit 2010 gehört sie zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Klima, KI, Technik, Umwelt, Medizin/Medizintechnik.

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