Regierungsflieger 31.01.2025, 10:14 Uhr

Teruel: Wo Merkels Airbus seine letzte Reise antritt

Ende einer langen Reise: Merkels Ex-Regierungsflieger wird in Spanien verschrottet. Der Airbus A340-300 „Konrad Adenauer“ wird in Teruel zerlegt und recycelt.

Regierungsflieger Konrad Adenauer

Mit dem Regierungsflieger "Konrad Adenauer" ist Angela Merkel einst rund um den Globus gereist. Nun hat der Airbus A340-300 seine letzte Reise angetreten.

Foto: picture alliance/dpa/Christoph Soeder

Auf dem Flughafen von Teruel in Spanien endet die Reise eines besonderen Flugzeugs: Der Airbus A340-300, getauft auf den Namen „Konrad Adenauer“, wird hier zerlegt und recycelt. Das einstige Flaggschiff der Flugbereitschaft der Bundeswehr, das jahrelang Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere Regierungsmitglieder sicher um die Welt transportierte, wird nun endgültig außer Dienst gestellt.

Ein fliegendes Regierungshauptquartier

Die Maschine mit einer Länge von 64 Metern und einer Kapazität für 143 Passagiere war mehr als ein Transportmittel. Neben einem luxuriösen Privatbereich mit Schlafzimmer und Dusche bot sie einen Konferenzraum sowie Business- und Economy-Sitze für die begleitende Delegation. Ursprünglich 1999 für die Lufthansa gebaut, wurde das Flugzeug später von der Bundesregierung übernommen und umfassend umgerüstet. Mit einer Reichweite von über 15.000 Kilometern konnte der Airbus nahezu jedes Ziel auf der Welt nonstop erreichen. Bei Bedarf ließ sich ein Teil der Kabine in eine Intensivstation für medizinische Notfälle umwandeln.

Nach dem Ausscheiden Angela Merkels aus dem Kanzleramt Ende 2021 blieb das Flugzeug zunächst weiter in Dienst. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz und seine Ministerinnen und Minister nutzten den betagten Vierstrahler. Doch eine Serie technischer Pannen auf Regierungsreisen machte die Maschine zunehmend unzuverlässig. Ende 2023 wurde sie endgültig ausgemustert. Der Nachfolger, ein moderner Airbus A350, trägt nun ebenfalls den Namen „Konrad Adenauer“ und übernimmt die Aufgabe des Regierungsfliegers.

Der Flughafen Teruel: Europas größter Flugzeugfriedhof

Teruel, eine abgelegene Region in Spanien, beherbergt Europas größtes Zentrum für die Stilllegung und Demontage von Verkehrsflugzeugen. Auf dem weitläufigen Areal mit einer fast 3000 Meter langen Landebahn gibt es keine kommerziellen Passagierflüge. Stattdessen haben sich hier Unternehmen auf Wartung, Lackierung und Recycling spezialisiert. Betreiber des Flughafens ist die Stadt Teruel zusammen mit der Regionalregierung von Aragón. In den vergangenen Jahren hat sich der Standort als wirtschaftlicher Motor für die strukturschwache Region etabliert und viele Arbeitsplätze geschaffen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Product Safety & Compliance Engineer (m/w/d) - R&D Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
Spar- und Bauverein eG-Firmenlogo
Leiter Technik / Prokurist (m/w/d) Spar- und Bauverein eG
Hannover Zum Job 
Koehler Paper SE-Firmenlogo
Ingenieur Qualitätssicherung (m/w/d) Koehler Paper SE
KOCO MOTION GmbH-Firmenlogo
Produktmanager (m/w/d) KOCO MOTION GmbH
Dauchingen Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für Projektberatung in der Autobahnplanung Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Architekt (w/m/d) Hochbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauwerksprüfingenieur (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Rastow (OT Fahrbinde) Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* Energieversorgung DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Projektingenieur*in Baulandbereitstellung und Grundstücksneuordnung Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieurwesen (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Krefeld, Euskirchen, Köln, Essen Zum Job 
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH-Firmenlogo
Sachgebietsleiter*in operatives Flottenmanagement - ECM3 Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH
Karlsruhe Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Planung von Ingenieurbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
GEBHARDT Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Project Manager Intralogistics Automation (m/w/d) GEBHARDT Fördertechnik GmbH
Waldbüttelbrunn, Weiden in der Oberpfalz, Sinsheim, Karlsruhe-Durlach Zum Job 
Rhein-Sieg Netz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Netzentwicklung (m/w/d) Rhein-Sieg Netz GmbH
Siegburg Zum Job 
HNVG  Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Teamleiter Planung Anlagen (m/w/d) HNVG Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur für die Netzleitstelle (m/w/d) Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH
Pirmasens Zum Job 
KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauleitung (m/w/d) KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG
Hannover Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Applikationsbetreuer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 

Während der Corona-Pandemie spielte der Flughafen eine zentrale Rolle. Da der internationale Flugverkehr stark eingeschränkt war, parkten hier monatelang Hunderte von Großraumjets. Ein entscheidender Vorteil des Standorts sind die vergleichsweise günstigen Gebühren für das Abstellen der Maschinen.

Zerlegung und Recycling der „Konrad Adenauer“

Die ehemalige Regierungsmaschine wartet bereits seit einigen Monaten auf ihre letzte Demontage. Der Zerlegungsprozess dauert mehrere Monate, denn viele der Bauteile lassen sich weiterverwenden oder recyceln. Das Unternehmen Tarmac Aragón, das sich auf das Recycling von Verkehrsflugzeugen spezialisiert hat, führt die Arbeiten durch. „Wir haben den Flughafen zur größten Infrastruktur für das Recycling, die Wartung, das Parken und die Lackierung von Flugzeugen in ganz Europa gemacht“, erklärt ein Flughafensprecher.

Nicht nur die „Konrad Adenauer“ findet in Teruel ihr Ende. Kürzlich traf auch der Airbus A320 „Quedlinburg“ der Lufthansa ein. Nach 32 Jahren und über 53.000 Flügen wird auch dieser Jet demontiert.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.