Kampf gegen Parksünder 15.09.2025, 12:00 Uhr

Scan-Autos auf Streife: Falschparker haben keine Chance mehr

Falschparken wird künftig digital kontrolliert: Scan-Fahrzeuge erkennen Verstöße auf Radwegen, Busspuren und Parkplätzen, erfassen Kennzeichen automatisch und unterstützen die Städte effizient – schnell, sicher und datenschutzgerecht.

Scan-Auto

Scan-Autos helfen, Falschparker auf Rad- und Fußwegen zu erkennen. .

Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Falsch geparkte Autos sind ein Sicherheitsrisiko, besonders auf Rad- und Fußwegen. Regelmäßige Kontrollen helfen, Gefahren zu vermeiden. Bisher überprüfen Mitarbeitende Falschparker noch manuell – das ist sehr zeitaufwendig. Mit digitaler Technik soll das in Zukunft deutlich einfacher werden.

Man hofft, dass man Glück hat und gerade kein Mitarbeiter des Ordnungsamts in der Straße unterwegs ist – sonst droht schnell ein Knöllchen. Ob Parkschein abgelaufen oder Auto ohne gültigen Anwohnerausweis abgestellt: Schon ist das Bußgeld fällig. Bald könnte es aber noch schneller gehen – und die Chancen, nicht erwischt zu werden, sinken. Denn im Südwesten wird künftig smarte Technik gegen Parksünder eingesetzt: Heidelberg startet am Donnerstag als erste Kommune mit einem sogenannten Scan-Fahrzeug im Kampf gegen Falschparker.

Falschparker erkennen und ahnden

Nach Angaben des Verkehrsministeriums sind die Scan-Fahrzeuge mit verschiedenen Sensoren ausgestattet. Wenn sie an Straßen und Parkplätzen entlangfahren, können sie Falschparker erkennen und ahnden. Dafür würden sie ein Foto machen und das Kennzeichen erfassen. In besonders gefährlichen Situationen könne schnell reagiert und die Fahrzeuge beispielsweise abgeschleppt werden. Die Scan-Fahrzeuge sollen somit auch helfen, Radwege, Busspuren und Fußwege freizuhalten.

So funktionieren Scan-Fahrzeuge

Die Fahrzeuge haben, wie bereits erwhnt, auf dem Dach Kameras, die beim Vorbeifahren die Nummernschilder aufnehmen. Diese werden automatisch mit einer Datenbank abgeglichen. Das Scan-Auto kann nur dort eingesetzt werden, wo Parkberechtigungen digital erfasst sind. Bei normalen Parkplätzen müssen Autofahrer ihren Parkschein am Automaten lösen und ihr Kennzeichen eingeben. Auch Bewohnerparkausweise oder Sondergenehmigungen müssen digital registriert sein.

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Laut Verkehrsministerium können die Scan-Fahrzeuge prüfen, ob ein Auto für einen kostenpflichtigen Parkplatz bezahlt hat oder einen gültigen Anwohnerparkausweis besitzt. Sie erkennen auch Falschparker, etwa auf Radwegen oder Busspuren.

„Eine Person kann mit einem Scan-Fahrzeug bis zu 1.000 Fahrzeuge pro Stunde kontrollieren, während es zu Fuß nur etwa 50 Fahrzeuge sind“, kommentierte ein Sprecher gegenüber der dpa.

Bisher kontrollieren städtische Mitarbeiter parkende Autos – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Dienstwagen. In Mannheim sind dafür etwa 55 Vollzeitkräfte zuständig, in Freiburg 29, in Heidelberg rund 30 und in Waldshut-Tiengen vier. Die neuen Scan-Fahrzeuge sollen die Mitarbeiter unterstützen, aber nicht ersetzen.

Während des Pilotprojekts in Heidelberg werden auf Grundlage der Daten des Scan-Fahrzeugs noch keine Strafzettel ausgestellt. Die Stadt nutzt die Daten zunächst nur zur internen Auswertung der Technik und Abläufe. Die erste Auswertung ist für das erste Quartal 2026 geplant. Danach entscheidet die Stadt, ob die Scan-Autos dauerhaft eingesetzt werden.

Falschparken schneller erkennen

Bei einem Test auf dem Parkplatz der Universität Hohenheim bei Stuttgart zeigte das Scan-Fahrzeug hohe Effizienz: Innerhalb von 75 Minuten wurden alle 1.237 Stellplätze dreimal überprüft. Dabei wurden 40 mögliche Verstöße festgestellt. Laut Verkehrsministerium hätte eine Fußstreife für dieselbe Kontrolle sieben Stunden gebraucht.

Parkkontrolle mit Datenschutz

Die Scan-Fahrzeuge fotografieren parkende Autos und erfassen Kennzeichen, Standort und Uhrzeit der Kontrolle. Daten von falsch geparkten Autos werden nur für die Dauer des Bußgeldverfahrens gespeichert und danach gelöscht. Richtig geparkte Autos werden sofort aus den Daten entfernt. Fußgänger werden automatisch verpixelt. Die Einsatzorte werden ausgeschildert, und die Fahrzeuge sind als Scan-Autos erkennbar.Mehr Informationen

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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