Über 1000 km Reichweite 25.02.2025, 12:56 Uhr

Mercedes-Benz startet erste Straßentests mit Festkörperbatterien

Mercedes-Benz testet erstmals eine Festkörperbatterie im EQS – ein Schritt in Richtung effizientere, leichtere und leistungsstärkere E-Mobilität.

Pkw- und Formel-1-Ingenieure bündeln ihre Kräfte, um Festkörperbatterien in Straßentests zu erproben

Pkw- und Formel-1-Ingenieure bündeln ihre Kräfte, um Festkörperbatterien in Straßentests zu erproben.

Foto: Mercedes-Benz AG

Mercedes-Benz hat den ersten Prototyp eines Fahrzeugs mit einer Lithium-Metall-Festkörperbatterie auf die Straße gebracht. In Zusammenarbeit mit Factorial Energy und Motorsportexperten von Mercedes AMG High Performance Powertrains (HPP) wurde ein innovatives Testprogramm entwickelt. Der Prototyp basiert auf einem modifizierten EQS und soll eine Reichweite von über 1000 km erreichen. Ziel ist es, das Potenzial der Festkörpertechnologie für den Serieneinsatz auszuloten.

Von der Rennstrecke auf die Straße

Das Mercedes-Benz Kompetenzzentrum für Batteriesysteme und die Formel-1-Experten von HPP haben ein völlig neues Batteriesystem entwickelt. HPP ist bekannt für seine Expertise in der Entwicklung von Hochleistungsantrieben – Erfolge, die sich in der Formel-1-Geschichte von Mercedes-AMG widerspiegeln. Diese Renntechnologie findet nun Anwendung in der Serienentwicklung.

Nach erfolgreichen Prüfstandtests wurde der erste Prototyp der Festkörperbatterie Ende 2024 in ein EQS-Modell integriert. Um Platz für die neuartige Batterie zu schaffen, wurde das Fahrzeug leicht modifiziert. Die ersten Labortests fanden Ende 2024 in Stuttgart statt, bevor die Straßentests im Februar 2025 starteten.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Birkenstock Productions Hessen GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Meister / Techniker Elektrotechnik / Automatisierungstechnik (m/w/d) Birkenstock Productions Hessen GmbH
Steinau an der Straße Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten, Bau- und Elektroingenieure (m/w/d) Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten / Bauingenieure (m/w/d) Hochbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Versorgungstechnik bzw. Technische Gebäudeausrüstung Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven, Bad Iburg, Oldenburg, Aurich, Meppen, Emden Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) der Fachrichtungen konstruktiver Ingenieurbau/Tiefbau/Geo-/Naturwissenschaften/Landschaftsbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
WITTENSTEIN SE-Firmenlogo
Werkleitung (w/m/d) mit Leitwerksfunktion WITTENSTEIN SE
Igersheim-Harthausen Zum Job 
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerks- und Erhaltungsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Lead Asset Management & Engineering (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Lehrte, Bayreuth Zum Job 
Hochschule Merseburg-Firmenlogo
Professur (W2): Automatisierungstechnik Hochschule Merseburg
Merseburg Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Produktmanager (w/m/d) für Systementwicklung iCAS DFS Deutsche Flugsicherung
Langen bei Frankfurt Zum Job 
WBS TRAINING AG-Firmenlogo
Schweißlehrer:in für WIG, MIG/MAG und E-Hand (m/w/d) WBS TRAINING AG
Dresden Zum Job 
M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur/in - Technische Projektierung / Presales Engineering (m/w/d) mit Schwerpunkt keramische Hochtemperatur-Isolationstechnik M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH
TenneT TSO-Firmenlogo
Parametrierer Stationsleittechnik (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 

Was macht Festkörperbatterien so besonders?

Festkörperbatterien setzen auf einen festen Elektrolyten anstelle einer flüssigen Substanz, wie sie bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz kommt. Dieser Wechsel bringt mehrere Vorteile:

  • Sicherheit: Der feste Elektrolyt minimiert das Risiko von Kurzschlüssen und Bränden.
  • Höhere Energiedichte: Die Technologie erlaubt den Einsatz von Lithium-Metall-Anoden, die herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen deutlich übertreffen.
  • Leichteres Gewicht: Durch die höhere Energiedichte wird bei gleicher Leistung weniger Gewicht benötigt.

Die gravimetrische Energiedichte – also die Energiemenge, die pro Kilogramm gespeichert werden kann – könnte auf bis zu 450 Wh/kg steigen. Dies wäre ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu aktuellen Batterien und würde die Reichweite von Elektrofahrzeugen signifikant erhöhen.

Revolutionäre Technik im Detail

Ein innovatives Merkmal der Mercedes-Festkörperbatterie ist der schwimmend gelagerte Zellträger, für den bereits ein Patent erteilt wurde. Während des Lade- und Entladevorgangs dehnen sich die Materialien in der Batterie aus oder ziehen sich zusammen.

Mercedes-Benz hat pneumatische Aktuatoren integriert, die diese Volumenänderungen ausgleichen. Dieses System verbessert nicht nur die Leistung, sondern auch die Lebensdauer der Batterie.

Auch interessant:

Über 1000 km Reichweite möglich

Das Prototypfahrzeug basiert auf dem EQS und bietet im Vergleich zum aktuellen Modell eine bis zu 25 % höhere Reichweite. Die Größe und das Gewicht der neuen Batterie bleiben dabei mit der Serienbatterie vergleichbar. Zusätzliche Effizienzgewinne werden durch eine passive Kühlung erzielt, die ohne zusätzlichen Energieaufwand funktioniert. Damit könnte das Fahrzeug eine Reichweite von mehr als 1.000 km erzielen – ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem aktuellen EQS 450+, der mit einer 118-kWh-Batterie über 800 km erreicht.

Die Kooperation mit Factorial Energy

Bereits 2021 begann Mercedes-Benz die Zusammenarbeit mit Factorial Energy, einem führenden Unternehmen im Bereich Festkörperbatterien. Factorial entwickelte die firmeneigene FEST®-Technologie, die Lithium-Metall-Festkörperzellen effizienter und sicherer macht. Im Sommer 2024 lieferte Factorial erste Prototypen dieser Batteriezellen an Mercedes-Benz, was einen Meilenstein in der Entwicklung markierte.

Siyu Huang, CEO und Mitbegründerin von Factorial Energy, betont die Bedeutung dieses Schrittes: „Dieser Durchbruch zeigt, dass die Festkörperbatterietechnologie über das Labor hinaus in die reale Anwendung gelangt ist und einen neuen Maßstab für die gesamte Automobilindustrie setzt.“

Wann kommt die Batterie in ein Serienfahrzeug?

Die nächsten Monate stehen im Zeichen intensiver Tests. Mercedes-Benz wird die Festkörperbatterie sowohl im Labor als auch auf der Straße weiter erproben. Diese Tests sollen Aufschluss über die Alltagstauglichkeit, die Lebensdauer der Batterie und das Verhalten unter verschiedenen Fahrbedingungen geben.

Sollte die Technologie die Erwartungen erfüllen, könnte dies die nächste Generation von Elektrofahrzeugen revolutionieren. Festkörperbatterien versprechen nicht nur längere Reichweiten, sondern auch eine erhöhte Sicherheit und eine effizientere Nutzung von Ressourcen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.