Smarter Verkehr 11.10.2018, 11:31 Uhr

Intelligente Verkehrssteuerung in Kassel

Intelligente Verkehrssysteme, wie Car2X oder Car-to-Infrastructure sind die Zukunft der Mobilität. Damit die kommunizierenden Fahrzeuge auch sinnvoll eingesetzt werden können, benötigt es die entsprechende Infrastruktur in Städten. Kassel ist diesbezüglich eine wahre Vorzeigestadt. Derzeit werden 60 Ampeln umgerüstet, damit diese zukünftig mit Autos kommunizieren.

Ampel auf grün

 

Foto: panthermedia.net/ktsdesign

Bei Car2X handelt es sich um eine Technologie, die in vielen modernen Fahrzeugen bereits integraler Bestandteil ist. Damit sind nicht nur Fahrer mobil vernetzt, sondern auch Fahrzeuge, die untereinander kommunizieren können. Mit solch einem Austausch von Informationen kann das Auto praktisch um die Ecke schauen, um Gefahren vorherzusehen und Unfälle zu vermeiden. Ganz konkret bietet nun die Stadt Kassel entsprechende Kommunikationspartner für Autofahrer. Denn derzeit werden sogenannte „sprechende“ Ampeln an den Kreuzungen des gesamten Innenstadtrings sowie in der Frankfurter Straße errichtet, die ein vorausschauendes Fahren ermöglichen.

Die „sprechenden“ Ampeln in Kassel

Aktuellen Zeitungsberichten zufolge rüstet die Stadt Kassel derzeit Ampelanlagen mit einer neuen Technik auf, damit diese mittels intelligentem Verkehrssystem mit Fahrzeugen kommunizieren können. Geplant ist bis zum Jahr 2020 ein Umbau an 60 Kreuzungen. Ziel dieser Investition ist es beispielsweise, den Autofahrern in Kassel rechtzeitig zu kommunizieren, ob sie die nächste Grünphase schaffen oder nicht. Denn auf diese Art kann jeder seine Fahrweise entsprechend anpassen. Der Verkehr sollte ohne unnötigen Bremsen oder Beschleunigen sowie Stopps vor roten Ampeln flüssiger werden.

Dies hat zur Folge, dass die Schadstoffe in der Luft erheblich reduziert werden. Zudem hat ein flüssigeres Fahrverhalten einen Einfluss auf die Geräuschkulisse in der Stadt: Es wird weniger Lärm erwartet. Die neue Technik in Kassels Ampeln soll aber nicht nur Autofahrern zugutekommen. Auch öffentliche Verkehrsmittel sollen mit den „sprechenden Ampeln“ vernetzt werden, um besser durch die Stadt zu rollen. Dadurch kann die Freigabezeit an Ampeln für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden, was wohl einen Gewinn für alle Verkehrsteilnehmer bedeutet.

Ein Car2X-fähiges Auto ist für die Nutzung der kommunikationsfähigen Ampeln übrigens nicht notwendig. Denn der Informationsaustausch funktioniert über ein spezielles Public WLAN (pWLAN), mit dem die Ampeln ausgerüstet sind und auf das Smartphones über eine kostenlose App zugreifen können. Erste Autos mit integriertem pWLAN soll es übrigens ab 2019 geben, wenn Volkswagen eine erste Modellreihe mit der neuen Infrastruktur ausrüstet.

V2X-Kommunikation per WLAN-Hotspots

Damit die Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen funktioniert, werden die Ampel-Anlagen mit speziellen WLAN-Hotspots ausgestattet und die Verkehrsrechnerzentrale ausgebaut. Diese Technologie nennt sich V2X, wobei V für vehicle, also Fahrzeug, und X für unterschiedliche Geräte steht. Per V2X können Ampeln Daten an Autos senden und ebenso Daten von Fahrzeugen empfangen. Des Weiteren senden die Ampeln die Daten an den Mobilitätsdatenmarktplatz, der Informationen zu Daten über Staus, Baustellen und Verkehrsströme bereitstellt.

Um diesen Service in Kassel zukünftig nutzen zu können, müssen Autofahrer die kostenlose App auf ihr Smartphone laden, das über den Mobilfunk läuft. Über die App kann der Autofahrer sehen, ob er mit der derzeitigen Geschwindigkeit die grüne Phase der kommenden Ampel mitnehmen kann oder nicht. Für eine sichere Handhabung der App am Smartphone wird allerdings eine Halterung empfohlen, die es bereits für die Nutzung von Navis am Handy gibt.

Kommt vernetzte Mobilität auch in andere deutsche Städten?

Kassel ist sicher Vorreiter in Sachen „sprechende Ampeln“. Jedoch ist sie nicht die einzige Stadt, die sich mit vernetzten Autos beschäftigt. In Düsseldorf auf dem Rheinbahn-Betriebshof im Stadtteil Heerdt wurde am 24. September die erste 20 Kilometer lange Teststrecke für automatisierte und vernetzte Autos eröffnet. Das Projekt unter dem Namen „Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf (KoMoD)“ ermöglicht es, den vernetzten und automatisierten Straßenverkehr live im innerstädtischen Bereich sowie auf Autobahnen zu testen.

Derzeit werden auf den Strecken der A57 und A52, auf der Rheinkniebrücke, im Rheinalleetunnel, am Heerdter Dreieck, am Vodafone-Parkhaus und im Stadtteil Friedrichstadt die unterschiedlichsten Szenarien erprobt. Neben der Kommunikation unter den Fahrzeugen wird auch das automatisierte Abbremsen, Lenken und Beschleunigen getestet. Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst erhofft sich dadurch, dass automatisiertes Fahren langfristig den Verkehr effizienter und sicherer macht.

Das Autofahren der Zukunft

An dem Projekt in Düsseldorf und der praktischen Umsetzung von kommunizierenden Ampeln in Kassel wird klar, dass die Zukunft des Verkehrs in Richtung der künstlichen Intelligenz geht. Immer mehr Autohersteller rüsten ihre Fahrzeugmodelle mit entsprechenden Systemansätzen auf, um vernetzte Mobilitätskonzepte noch einfacher zu gestalten. Darüber hinaus spielt das autonome Fahren eine immer wichtiger werdende Rolle bei Forschungen und Testfahrten. Ziel dieser Innovationen ist jedenfalls einen flüssigeren Verkehr in Städten und auf Autobahnen zu schaffen, die Reduzierung von umweltbelastenden Abgasen und Verkehrslärm sowie die Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

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