Automobil 19.02.2010, 19:45 Uhr

In Mannheim steht Daimlers Kompetenzzentrum für saubere Autos  

Daimler betreibt in Mannheim seit mehr als 15 Jahren das „Kompetenzcenter für emissionsfreie Mobilität“.

Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität würden an dem Standort gemacht, betonte Christian Mohrdieck, Leiter Brennstoffzellen- und Batterieantriebsentwicklung des Konzerns, auch wenn das tatsächliche Erreichen des ökologischen Ziels noch einige Zeit dauern könne.

Schießen Politiker manchmal aus der Hüfte, besteht die Gefahr, dass sie auch die Automobilingenieure und -hersteller in Deutschland treffen. Das ist ärgerlich für Ingenieure und Wissenschaftler, die, wie beispielsweise bei Daimler seit Jahren im „Kompetenzcenter für emissionsfreie Mobilität“ (KEM) an ökologischen Lösungen arbeiten.

Angesichts der herausfordernden Entwicklung, dass schon heute weltweit ca. 1 Mrd. Kraftfahrzeuge zugelassen seien und sich die Zahl bis zum Jahr 2030 wohl verdoppeln bzw. bis 2050 gar verdreifachen werde, müsse weiterhin akribisch an der Reduzierung von Emissionen gearbeitet werden, erklärte Mohrdieck kürzlich vor der Presse. Von großer Bedeutung sei dabei, dass vor allem der emissionsreichere Stadtverkehr überproportional zunehmen werde, weil der Umzug der Landbevölkerung in die Metropolen weiter anhält.

Vorerst basiere die Entwicklung umweltfreundlicher Antriebe noch auf drei Säulen, zu denen freilich auch der Verbrennungsmotor gehöre. Otto- und Dieselmotoren werden noch ziemlich lange prägend sein für Pkw und Nutzfahrzeuge, so Mohrdieck, weil ihre neuen Generationen sich durch immer niedrigere Verbräuche bzw. CO2-Emissionen auszeichnen.

Alternativen wie Hybrid- und Elektroantriebe würden in der Zukunft jedoch eine immer größere Rolle spielen. Als ein Beispiel dafür gilt für Mohrdieck auch der seit Juni 2009 angebotene Mercedes S 400 Hybrid, das erste Serienfahrzeug aus dem Daimler-Konzern mit Lithium-Ionen-Technologie aus eigener Entwicklung.

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Auf dem Gebiet des Hybrid-Busses sei man überdies bereits Weltmarktführer, so Mohrdieck: „Als Pionier für nachhaltige Mobilität entwickelt Daimler ein breites Spektrum modernster Antriebstechnologien.“ Kompetenzcenter wie das KEM übersetzten dabei die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung in alltagstaugliche Produkte.

„Alltagstauglichkeit“ wird bei Daimler überhaupt groß geschrieben, betonte Hermann Doppler, Leiter Produktion Mercedes-Benz Lkw-Motoren im Werk Mannheim. Bei aller Umweltfreundlichkeit dürften die Kosten nicht außer Acht gelassen werden. Doppler: „Grüne Technologien zu bezahlbaren Preisen sichern langfristig die Arbeitsplätze im Werk.“

Selbst die besonders preisbewussten Nutzfahrzeugkunden zeigen Interesse an umweltfreundlichen Fahrzeugen, berichtete Bernhard Heil, Leiter Produktentwicklung Lkw-Systeme: „Im Nutzfahrzeuggeschäft wollen immer mehr Kunden grüne Technologien, vor allem, wenn sie sich rechnen.“ Bestes Beispiel für die technische Umsetzung sei eine Innovationsflotte von 50 Atego BlueTec Hybrid, die dieses Jahr in den Alltagseinsatz der Kunden geschickt werden. „Damit sind wir Spitze in der Branche“, so Heil. L. WALLERANG/WOP

 

Ein Beitrag von:

  • Lars Wallerang

    Lars Wallerang schreibt als freier Journalist für verschiedene Print- und Onlinemedien wie VDI Nachrichten und ingenieur.de u.a. über Forschung und Lehre, Arbeitsmarktpolitik sowie Technik.

  • Wolfgang Pester

    Ressortleiter Infrastruktur bei VDI nachrichten. Fachthemen: Automobile, Eisenbahn, Luft- und Raumfahrt.

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