Fujian in Dienst gesetzt 07.11.2025, 17:23 Uhr

Elektromagnetpower: Wie Chinas neuer Flugzeugträger funktioniert

China stellt mit der „Fujian“ seinen modernsten Flugzeugträger in Dienst – mit elektromagnetischem Katapult und Plänen für einen Atomträger.

Chinesischer Flugzeugträger Fujian in Dienst gesetzt

Am 5. November wurde der chinesische Flugzeugträger Fujian in Dienst gesetzt. Er ist ein weiterer Schritt zu Marine-Weltmacht China.

Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Li Gang

Vor kaum 20 Jahren hatte China keinen einzigen Flugzeugträger. Heute fährt die Volksrepublik drei – und der vierte ist schon in Arbeit. Der jüngste Zuwachs, die „Fujian“, markiert den bislang größten technologischen Sprung in Chinas Marinegeschichte. Am Mittwoch, dem 5. November, hat Staats- und Parteichef Xi Jinping den Träger auf der Insel Hainan offiziell in Dienst gestellt. Vor mehr als 2000 Seeleuten übergab er symbolisch die Flagge an den Kapitän. Anschließend inspizierte Xi das Schiff persönlich.

Damit ist die „Fujian“ nun offiziell Teil der Volksbefreiungsarmee. Für Peking ist das mehr als eine Schiffstaufe – es ist ein Signal: China will zur globalen Seemacht aufsteigen.

Die „Fujian“: Gigant auf 316 Metern

Rund 316 Meter lang, 75 Meter breit und mit einer Verdrängung von etwa 80.000 Tonnen – die „Fujian“ ist das größte Kriegsschiff, das je in China gebaut wurde. Sie gehört zur neuen Typ-003-Klasse und ist der erste Flugzeugträger des Landes, der vollständig mit chinesischer Technologie entwickelt wurde.

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Ihr Herzstück ist ein elektromagnetisches Katapultsystem, kurz EMALS – die gleiche Technik, die auch auf der US-amerikanischen „USS Gerald R. Ford“ eingesetzt wird. Statt wie früher mit Dampf Energie zu erzeugen, beschleunigt EMALS Flugzeuge mithilfe elektromagnetischer Impulse. Das spart Gewicht, ist präziser steuerbar und erlaubt deutlich höhere Startgeschwindigkeiten.

Diese Technik eröffnet ganz neue Einsatzmöglichkeiten. Auf der „Fujian“ können schwerere Jets und Drohnen starten, etwa der Tarnkappenjet J-35, das Trägerkampfflugzeug J-15T oder das Frühwarnflugzeug KJ-600. Damit schließt China technologisch zu den USA auf – zumindest bei der Starttechnik.

Elektromagnetische Katapulte: Was dahintersteckt

Das Prinzip klingt nach Science-Fiction, ist aber reine Physik. Im Schiff verlaufen Schienen, in denen starke elektromagnetische Felder erzeugt werden. Diese beschleunigen den Startschlitten, an dem das Flugzeug hängt, in Sekundenbruchteilen auf mehrere hundert Stundenkilometer.

Der Vorteil: kontrollierbare Beschleunigung. Wo Dampfanlagen nur grob dosieren, lässt sich die elektromagnetische Variante fein abstimmen. Das ist entscheidend, wenn verschiedene Flugzeugtypen – von leichten Drohnen bis zu schweren Jets – starten sollen. Außerdem ist das System energieeffizienter und wartungsärmer.

Mit dieser Technologie kann China schwerer bewaffnete Flugzeuge starten. Das erhöht Reichweite und Schlagkraft der Marineflieger. Gleichzeitig sinkt der Treibstoffverbrauch, weil die Maschinen mit voller Beladung abheben können.

Die Vorgänger: Zwei Generationen als Sprungbrett

Chinas erster Flugzeugträger, die „Liaoning“, war einst ein sowjetischer Rohbau. China kaufte den unvollendeten Rumpf in den 1990er-Jahren von der Ukraine – offiziell als „Kasino-Schiff“. In der Werft von Dalian wurde daraus ein funktionstüchtiges Kriegsschiff.

Die „Liaoning“ war kein Hightech-Träger, sondern eine Lernplattform. Sie nutzte eine Startschanze statt Katapulte – ein System, das als STOBAR bekannt ist („Short Take-Off But Arrested Recovery“). Damit konnten Flugzeuge nur mit begrenztem Gewicht starten. Trotzdem war sie ein wichtiger Meilenstein: Hier sammelten die Chinesen erste Erfahrungen im Trägerbetrieb.

Mit der „Shandong“, dem ersten in China gebauten Träger, wagte die Volksrepublik 2019 den nächsten Schritt. Technisch blieb sie eng am sowjetischen Vorbild. Doch die Bauzeit, Logistik und Organisation zeigten: China kann komplexe Kriegsschiffe in Serie produzieren. Die „Fujian“ ist nun der konsequente dritte Schritt – vom Schüler zum Entwickler.

Ein flaches Deck und viel Symbolkraft

Zum ersten Mal verzichtet ein chinesischer Träger auf die markante Rampe am Bug. Das Deck der „Fujian“ ist komplett flach, was mehr Platz für Starts und Landungen bietet. Auch das ist eine Premiere.

Bereits während der Tests im Südchinesischen Meer zeigte die Volksrepublik, wie sicher sie das neue System beherrscht. Anfang des Jahres durchquerte das Schiff die Taiwanstraße – eine symbolträchtige Route. Offiziell hieß es, die Fahrt sei „routinemäßig“, doch sie war auch ein politisches Statement.

Der taiwanische Militärexperte Sheu Jyh-Shyang sagte dazu: „Die ‚Fujian‘ ist ein wichtiges politisches Symbol, sie soll Chinas Status als Großmacht unterstreichen.“ Die Botschaft: China will nicht mehr nur die eigene Küste schützen, sondern auf hoher See Präsenz zeigen.

Von der Küstenflotte zur globalen Marine

Lange galt die chinesische Marine als Küstenschutzflotte, die vor allem nahe dem Festland operierte. Diese Zeit ist vorbei. Heute sprechen Militärstrateg*innen von einer „Blauwasser-Marine“ – also einer Flotte, die weltweit agieren kann.

Flugzeugträger sind dabei die Schlüsselkomponente. Sie fungieren als mobile Flughäfen, die weit entfernt von der Heimat einsatzbereit bleiben. Mit der „Fujian“ kann China Missionen im Indischen Ozean, im Pazifik oder an den afrikanischen Handelsrouten unterstützen.

Noch fehlt der Volksrepublik die Erfahrung, solche Einsätze regelmäßig und koordiniert durchzuführen. Die USA betreiben seit Jahrzehnten Trägerverbände mit Begleitschiffen, U-Booten und Versorgern. China steckt hier noch in der Lernphase. Doch die Richtung ist klar.

Der nächste Schritt: Typ 004 mit Atomkraft

Kaum ist die „Fujian“ offiziell in Dienst, laufen in der nordchinesischen Werft Dalian bereits die Arbeiten am nächsten Modell: Typ 004. Offiziell ist wenig bekannt, doch Satellitenbilder und Berichte internationaler Medien lassen kaum Zweifel.

Typ 004 soll größer, stärker und atomgetrieben sein. Damit könnte China erstmals einen Flugzeugträger bauen, der monatelang ohne Nachschub auskommt. Experten schätzen eine Verdrängung von bis zu 120.000 Tonnen und Platz für rund 90 Flugzeuge.

Ein Atomreaktor an Bord ermöglicht höhere Reichweiten und längere Einsätze. Zudem bleibt mehr Platz für Waffen und Flugzeuge, weil keine riesigen Treibstofftanks nötig sind. Sollte das Projekt gelingen, wäre das Chinas Eintritt in die Liga der ganz großen Seemächte – technisch gesehen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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