Mobilität 29.05.2025, 14:00 Uhr

Das Autoradio als bürokratisches Problemkind

Deutsche Autohersteller wie auch Importeure stehen vor einem Problem: Die Landesmedienanstalten verlangen bestimmte Voreinstellungen des Autoradios bei Neuwagen. Und die können in Bayern anders aussehen als in Schleswig-Holstein.

Die Landesmedienanstalt schreibt vor, welche Sender in welchem Sendegebiet von Relevanz sind und welche von den Autoherstellern voreingestellt werden müssen. Foto: Peter Kellerhoff

Die Landesmedienanstalt schreibt vor, welche Sender in welchem Sendegebiet von Relevanz sind und welche von den Autoherstellern voreingestellt werden müssen.

Foto: Peter Kellerhoff

Wer ein Auto neu kauft, macht sich vielleicht Gedanken über die Audioqualität seines Autoradios – aber weniger darüber, welche Sender voreingestellt und dadurch leicht abrufbar sind. Die Landesmedienanstalten sehen das diffenzierter und verlangen bestimmte Voreineinstellungen bei Neuwagen. So sollen besonders nachrichtenstarke Sender, also solche, die „in besonderem Maß einen Beitrag zur Meinungs- und Angebotsvielfalt im Bundesgebiet leisten“, bei der Auslieferung des Neuwagens bereits implementiert sein. Das wiederum stellt die Autobauer und Importeure vor Hürden – nicht nur organisatorischer, sondern auch finanzieller Art.

Die Landesmedienanstalt bestimmt, welche Sender in welchem Gebiet eingespeichert werden

Konkret geht es um die sogenannte „Public Value“-Einstufung von Rundfunksendern, also besonders nachrichtenstarke Sender im jeweiligen Sendegebiet. Die aktuelle Fassung des Medienstaatsvertrags sieht in § 84 Absatz 5 nämlich vor, dass Anbieter von TV- oder Rundfunkgeräten bestimmte Sender auf der Bedienoberfläche der Geräte besonders leicht zugänglich machen müssen. Bedeutet: Sie müssen mit einem Klick erreichbar sein.

Für die Sender geht es dabei natürlich um Reichweite und Marktanteile, also um Vorteile gegenüber dem Wettbewerb. Und so sieht  sich etwa die zuständige Landesmedienanstalt NRW mit 348 Anträgen auf „Public Value“-Einstufung konfrontiert – 99 bundesweite Rundfunk- und TV-Anbieter sowie 249 lokale und regionale Programme. Und sie muss auswählen, welche für welche Region dieser Einstufung entsprechen.

Senderlisten müssen händisch eingespeichert werden

Ist das einmal geschehen, müssen die hiesigen Autohersteller und die Importeure aus anderen Weltregionen das umsetzen. Und genau das ist das Problem. Denn das kostet organisatorischen Aufwand und Geld. Aber sie laufen vor eine Wand. Gegenüber der Automobilwoche sprach Alexander Jess, Geschäftsführer des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), von einer absurden Situation, gerade vor dem Hintergrund aktueller Bemühungen zur Senkung der Bürokratiekosten.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH-Firmenlogo
Betriebsingenieur Mehrprodukte-Betrieb (w/m/d) Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH
ifp | Executive Search. Management Diagnostik.-Firmenlogo
Geschäftsführung (m/w/d) ifp | Executive Search. Management Diagnostik.
Ruhrgebiet Zum Job 
HYDRO Systems GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Teamlead Shopfloor Service Station Norderstedt (m/w/d) HYDRO Systems GmbH & Co. KG
Norderstedt Zum Job 
GVG Immobilien Service GmbH-Firmenlogo
Projektassistenz (m/w/d) Baumanagement GVG Immobilien Service GmbH
München Zum Job 
Kreis Dithmarschen-Firmenlogo
Brandschutzingenieur/in (m/w/d) Kreis Dithmarschen
Steuler Services GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Gebäudemanagement und Infrastruktur Steuler Services GmbH & Co. KG
Höhr-Grenzhausen Zum Job 
Staatliches Bauamt Nürnberg-Firmenlogo
Projektleitung (m/w/d) Staatliches Bauamt Nürnberg
Nürnberg Zum Job 
Birkenstock Productions Hessen GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Meister / Techniker Elektrotechnik / Automatisierungstechnik (m/w/d) Birkenstock Productions Hessen GmbH
Steinau an der Straße Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten, Bau- und Elektroingenieure (m/w/d) Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten / Bauingenieure (m/w/d) Hochbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Versorgungstechnik bzw. Technische Gebäudeausrüstung Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven, Bad Iburg, Oldenburg, Aurich, Meppen, Emden Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) der Fachrichtungen konstruktiver Ingenieurbau/Tiefbau/Geo-/Naturwissenschaften/Landschaftsbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
WITTENSTEIN SE-Firmenlogo
Werkleitung (w/m/d) mit Leitwerksfunktion WITTENSTEIN SE
Igersheim-Harthausen Zum Job 
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerks- und Erhaltungsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Geschäftsbereichsleitung (w/m/d) Planung - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes

„Seit drei Jahren tut sich nichts“, die  Landesmedienanstalten ließen sich nicht davon überzeugen, dass die entsprechenden Bestimmungen des Medienstaatsvertrags im Automobilsektor nicht praktikabel seien.

Allein beim Verband seien bereits Kosten im siebenstelligen Bereich aufgelaufen, verdeutlicht Jess. Auch Nissans Deutschlandchef Vincent Ricoux zeigt sich frustriert, das Thema beschäftigte ihn leider schon lange und eine Lösung sei nicht in Sicht.>Letztendlich ist die pragmatischste Lösung der Automobilhersteller bzw. Händler, die Senderlisten eines jeden Neuwagens jeweils manuell vor Ort zu programmieren – ein organisatorische Aufwand, der zudem viel Geld kostet.

Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.