Bürgernetz im Mittelrheintal 01.04.2025, 18:00 Uhr

Bahnlärm: „Deutschland muss leiser werden“

Lärm von Zügen ist nicht nur störend, sondern gefährdet auch die Gesundheit. Der Verein Pro Rheintal fordert dringend Maßnahmen zur Reduzierung des Bahnlärms und setzt sich für strengere Lärmschutzvorschriften ein.

Bahnlärm ist nicht nur störend, sondern gefährdet auch die Gesundheit. Besonders im Schienengüterverkehr ist der Lärm eine enorme Belastung für die Anwohner. 
Foto: panthermedia.net/Thomas Riess

Bahnlärm ist nicht nur störend, sondern gefährdet auch die Gesundheit. Besonders im Schienengüterverkehr ist der Lärm eine enorme Belastung für die Anwohner.

Foto: panthermedia.net/Thomas Riess

Lärm ist ein Indikator für den Zustand von Schienen und Fahrzeugen – er entsteht, wenn Geräusche über das normale Fahrgeräusch hinausgehen. Ursache sind oft technische Mängel oder überhöhte Geschwindigkeiten.

Jetzt sollen Milliarden in das Schienennetz investiert werden – auch im Mittelrheintal. Doch das Bürgernetz Pro Rheintal fürchtet, dass ausgerechnet bevorstehende Sanierungen die Situation in der Region verschlimmern könnten.

Maroder Schienenverkehr

Seit der Wiedervereinigung hat sich Deutschland zu einer Drehscheibe für den internationalen Warenverkehr entwickelt, doch Investitionen in die Infrastruktur blieben vielerorts aus. Straßen und Schienen sind in einem desolaten Zustand. Nun sollen Milliarden in die Infrastruktur fließen. Der Verein sieht es kritisch: Wird dadurch nur mehr Verkehr generiert? Und was ist mit der Gesundheit der Anwohner?

Im Mittelrheintal sei das Problem besonders akut: Der kurvenreiche Streckenverlauf und die geografische Beschaffenheit verstärken die Geräuschemissionen enorm, heißt es. Anwohner und Tourismusbranche fürchten  während der geplanten Sanierungen der Bahnstrecken massive Folgen. „Die Züge werden während der Bauzeit noch länger, schwerer und lauter. Menschen werden wegziehen, Hotels werden schließen“, warnt Frank Gross von Pro Rheintal.

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Ein Beitrag geteilt von Pro-Rheintal/FrankGross (@prorheintal.laerm)

Schon jetzt sei absehbar, dass die geplanten Sanierungen der rechtsrheinischen Strecke (2026) und der linksrheinischen Strecke (2028) zwar noch mehr Verkehr, aber keine Verbesserung der Lärmsituation und der Sicherheit bringen werden, weil sich am System nichts ändere.

Strengere Lärmschutzvorschriften gefordert

Pro Rheintal fordert deshalb die Politik auf, die gesundheitlichen Auswirkungen anzuerkennen und striktere Vorschriften zur Lärmminderung einzuführen.  Lösungen wären vorhanden: Automatische Kupplungen, digitale Überwachung der Züge und eine Temporeduktion auf 50 km/h innerorts könnten den Lärm drastisch reduzieren.

Derzeit gäbe es bundesweit keinen wirksamen Lärmschutz an Schienenwegen, da es keine Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge gibt. Durch entsprechende gesetzliche Vorschriften und akustische Vorgaben könne man für eine moderne und technisch einwandfreie Güterbahn sorgen. Doch bisher fehle der politische Wille, so Gross. Er fordert: „Deutschland muss leiser werden, das heißt: Es muss besser werden und es muss nutzen, was der heutige Stand des Wissens und der Technik hergibt.“

Ein Beitrag von:

  • Mélanie Voisin

    Nach einem Studium der Germanistik und Journalistik sammelte sie PR-Erfahrung an der Französischen Botschaft in Wien. Auf ein Volontariat folgte eine Anstellung als Redakteurin bei der WAZ. Von BILD abgeworben, entwickelte sie sich zur Online-Expertin. Derzeit leitet sie den Bereich Digital Content beim VDI Verlag, wo sie die digitale Transformation vorantreibt.

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