Versteckte Gesundheitsgefahr 07.11.2025, 08:00 Uhr

Altes Feuerwehrauto als Camper? Experten warnen vor Asbest

Viele Camper kaufen alte Feuerwehrfahrzeuge. Doch Experten warnen: In Sitzen und Innenraum lauert womöglich gefährlicher Asbest.

altes Feuerwehrauto

Alte Feuerwehrfahrzeuge sind bei Campern beliebt – doch Experten warnen vor unsichtbarer Asbestgefahr im Innenraum.

Foto: Smarterpix / phb.cz

Ausgemusterte Feuerwehrautos liegen bei Camperinnen und Campern im Trend. Die robusten Transporter und Lkw aus den 1970er- bis 1990er-Jahren gelten als solide, preiswert und charmant. Doch wer solch ein Fahrzeug zum Reisemobil umbaut, sollte genauer hinschauen – und zwar nicht nur auf Rost und Laufleistung. Nach Einschätzung der Mineralogen der CRB Analyse Service GmbH bergen viele alte Einsatzfahrzeuge eine unsichtbare Gefahr: Asbestfasern.

Krebserregende Faser, unsichtbar und langlebig

Asbest gilt seit Jahrzehnten als einer der gefährlichsten Arbeitsstoffe überhaupt. Seit 1993 ist sein Einsatz in Deutschland verboten, dennoch steckt die Faser laut IG Bau noch in über neun Millionen Gebäuden – etwa in Isolierungen, Dachplatten oder Bremsbelägen.

Insgesamt existieren nach Angaben von Fachverbänden mehr als 3000 Produkte, die Asbest enthalten können. Schon geringe Mengen eingeatmeter Fasern können zu schweren Lungenerkrankungen und Krebs führen. Der Körper kann sie weder abbauen noch ausscheiden.

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Besondere Gefahr bei Feuerwehreinsätzen

Bei Feuerwehreinsätzen tritt Asbest häufig dann auf, wenn ältere Gebäude oder Fahrzeuge verbrennen. Temperaturen über 600 °C und mechanische Zerstörung können Fasern freisetzen, die sich anschließend an Einsatzkleidung, Schläuchen oder Fahrzeugoberflächen anlagern.

Die DGUV-Information 205-035 warnt seit Jahren vor dieser sogenannten Kontaminationsverschleppung: Rußpartikel und faserförmige Schadstoffe können aus dem Einsatzraum in Mannschaftskabinen oder sogar in private Bereiche gelangen.

Auch der Leitfaden „Umgang mit Asbest-Verdachtsfällen an Einsatzstellen der Feuerwehr“ des Landes NRW empfiehlt, Fahrzeuge nach Einsätzen gründlich zu reinigen und kontaminierte Materialien fachgerecht zu entsorgen.

Innenraum-Kontamination als unterschätztes Risiko

Nach Angaben von Dr. Stefan Pierdzig, Laborleiter bei CRB, zeigen Analysen, dass sich Asbestfasern insbesondere in den Innenräumen langjährig genutzter Feuerwehrfahrzeuge nachweisen lassen. „Starke Hitze und Explosionen begünstigen das Freisetzen dieser Fasern. Beim Löscheinsatz befallen sie die Schutzanzüge – und gelangen so auch auf Sitze und Innenverkleidungen der Fahrzeuge“, erklärt Pierdzig. Schon geringe Mengen können erhebliche Kontaminationen verursachen.

Öffentliche Untersuchungen gibt es bislang nicht, doch die Einschätzungen decken sich mit den Warnungen von Fachverbänden: Fahrzeuge können durch Brandeinsätze und fehlende Dekontamination zu Trägern gefährlicher Stoffe werden.

Was Umbauwillige wissen sollten

Wer ein ehemaliges Einsatzfahrzeug zum Camper umbaut, erwirbt es in der Regel ungereinigt. Damit besteht die Möglichkeit, dass sich bei Schleif- oder Ausbauarbeiten kontaminierte Staubpartikel lösen. Werden diese eingeatmet, gelangen sie tief in die Lunge und verbleiben dort über Jahrzehnte.

Die Folge können chronische Entzündungen, Narbenbildung, Asbestose, Lungen- oder Kehlkopfkrebs sein. Laut dem NRW-Leitfaden dürfen nur speziell geschulte Fachkräfte mit entsprechender Schutzausrüstung asbesthaltige Materialien entfernen oder sanieren – geregelt durch die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 519).

Asbestanalyse schafft Gewissheit

Für gesundheitsbewusste Bastlerinnen und Bastlern gibt es eine einfache Vorsorgemaßnahme: eine Asbestanalyse. „Eine kleine Materialprobe aus der Fahrgastzelle genügt, um im Labor Asbest mittels Rasterelektronenmikroskop nachzuweisen“, erklärt Pierdzig.

Das Ergebnis liegt meist innerhalb weniger Werktage vor. Bei einem positiven Befund rät CRB, kontaminierte Bauteile durch Fachbetriebe entsorgen zu lassen und vor dem Innenausbau eine gründliche Reinigung des Fahrzeugs durchzuführen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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