Kobalt 11.11.2019, 14:32 Uhr

Blockchain legt Herkunft von Rohstoffen offen

Volvo Cars nutzt künftig die Blockchain, um die Nachhaltigkeit der verwendeten Rohstoffe nachzuweisen. Ein Modell auch für andere Unternehmen?

Chassis des Volvo_XC40_Recharge

Da Volvo die Produktion von Elektroautos massiv ausbauen möchte, bemüht sich das Unternehmen um Transparenz rund um Batterie und Rohstoffe.

Foto: Volvo Car Corporation

Die Gewinnung von Rohstoffen ist für die Industrie ein zunehmend kritischer Faktor. Da die Frage nach der Nachhaltigkeit immer bedeutender wird, legen Verbraucher und Geschäftspartner Wert auf absolute Transparenz. Damit soll verhindert werden, dass die seltenen Rohstoffe zulasten von Arbeitern in Entwicklungsländern oder zulasten der Natur gewonnen und ethische Grundsätze eingehalten werden. Doch wie können Unternehmen eine solche Transparenz gewährleisten?

Volvo Cars schafft Transparenz bei Kobalt

Volvo Cars greift künftig auf die Blockchain-Technologie zurück. Die Blockchain ist ein Modell, das mit der Entwicklung der Kryptowährung Bitcoin einherging und seitdem vielfach in unterschiedlichsten Bereichen der Datentransaktion sowie der Datenverschlüsselung zum Einsatz gekommen ist. Blockchains basieren auf einem dezentralen System. Das bedeutet, dass sämtliche Informationen einer Blockchain auf einer Vielzahl an Rechnern gespeichert und somit dokumentiert werden. Dies führt dazu, dass die enthaltenen Informationen nicht unbemerkt verändert werden können. Vielmehr können alle Beteiligten auf diese Weise sämtliche Transaktionen einsehen, überprüfen und verifizieren.

Letzteren Umstand möchte Volvo Cars künftig nutzen, um vollkommen transparent nachweisen zu können, unter welchen Umständen das in den Hochvoltbatterien verwendete Kobalt gefördert wurde. Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen sowie illegale Machenschaften während der Förderung und Produktion sollen damit ausgeschlossen werden. Eigens hierfür wurden unterschiedliche Kooperationen mit anderen Technologieunternehmen geschlossen. Das chinesische Unternehmen CATL sowie das südkoreanische Unternehmen LG Chem sind die beiden Batterielieferanten für Volvo. Während die Blockchain für CATL durch Circulor sowie Oracle betrieben wird, stellen RCS Global sowie IBM die Technik für LG Chem zur Verfügung.

Was bedeutet der Blockchain-Einsatz für andere Rohstoffe?

Der größte Vorteil der genutzten Blockchain besteht darin, dass alle Parteien – sprich Hersteller, Lieferanten, Händler und Verbraucher – sich absolut gewiss sein können, dass das jeweilige Produkt nachhaltig gefördert und hergestellt wurde. Diese Entwicklung dürfte sich auf unterschiedlichen Ebenen bemerkbar machen. Einerseits legen immer mehr Menschen Wert darauf, ausschließlich Produkte zu kaufen, die umweltschonend und unter fairen Bedingungen produziert wurden. Andererseits könnte die Maßnahme von Volvo Cars dazu führen, dass die Technik zukünftig auch bei anderen Rohstoffen angewandt wird, um die Transparenz um die Herkunft seltener Rohstoffe weiter zu fördern.

Volvo selbst verfolgt in Sachen Elektromobilität ambitionierte Ziele. Kürzlich wurde mit dem Volvo XC 40 Recharge das erste vollelektrische Modell des schwedischen Autobauers vorgestellt. Dies soll jedoch nur ein Anfang sein. Schon im Jahr 2025 sollen mindestens 50 % des weltweiten Fahrzeugabsatzes durch Elektroautos generiert werden. Entsprechend ergibt es durchaus Sinn, die jetzigen Pläne mit Blick auf das umweltschonende Autofahren mit einer transparenten Nachhaltigkeit zu kombinieren, um das Vertrauen der Kunden zu stärken.

Blockchain auch in anderen Industriezweigen begehrt

Das Konzept, Nachhaltigkeit mithilfe von Blockchains nachzuweisen, geht übrigens keinesfalls auf Volvo Cars zurück. In der Lebensmittelindustrie wird bereits mit der Food Supply Chain gearbeitet. Sie ermöglicht eine lückenlose Aufzeichnung der sogenannten Wertschöpfungskette. Derzeit liefert die Technik bereits wichtige Hinweise, woher die Produkte aus den Supermarktregalen stammen. Zukünftig soll das Ganze erweitert werden. Ziel ist es, dass Verbraucher Produkte mit ihrem Smartphone scannen und somit einen vollständigen Überblick über alle relevanten Informationen erhalten. So soll erkennbar sein, ob die Arbeiter fair bezahlt werden, welche Düngermittel beispielsweise beim Anbau von Obst oder Gemüse verwendet werden, wie die Verarbeitung abläuft und auf welchen Transportwegen die Produkte ihren Weg in die Regale finden.

Ausblick: Volvo Cars definiert die Transparenz-Ansprüche neu

Dass elektrische Fahrzeuge schon in wenigen Jahren den Markt dominieren werden, steht für einige Politiker und Unternehmer außer Frage. Damit steigt auch der Bedarf an Akkus und deren kostbaren Bestandteilen. In vielen Bereichen ist es bislang jedoch schwierig nachzuweisen, wie einzelne Rohstoffe gefördert werden oder unter welchen Bedingungen bei der Gewinnung gearbeitet wird. Folglich ist es für den Konsumenten kaum nachvollziehbar, ob ein Produkt wirklich nachhaltig und umweltschonend ist, selbst wenn es elektronisch betrieben wird. Der Ansatz von Volvo Cars eröffnet dem Kunden neue Möglichkeiten. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass Volvo Cars an dieser Stelle als Vorreiter agiert und viele weitere Unternehmen, auch aus anderen Wirtschaftszweigen, diesem Beispiel folgen werden.

 

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