Roboter CYRO 05.04.2013, 12:17 Uhr

Riesenqualle als Unterwasserdrohne

Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Riesenqualle: Acht Arme und ein 1,6 Meter langer weißer Körper, der sich langsam durch das Wasser bewegt. Aber es ist kein Tier, sondern ein Roboter, den Ingenieure und Studenten nach dem Vorbild einer Qualle gebaut haben. Das US-amerikanische Militär will ihn als Unterwasserdrohne im Meer einsetzen.

Roboterqualle Cyro auf Expeditionstour im Schwimmbecken.

Roboterqualle Cyro auf Expeditionstour im Schwimmbecken.

Foto: Virginia Tech University

Bei dem jetzt von den Wissenschaftlern der Virginia Polytechnic Institute and State University vorgestellten Prototypen der Unterwasserdrohne mit dem Namen „Cyro“, handelt es sich um eine Weiterentwicklung der bereits 2012 vorgestellten kleineren Version der Roboterqualle „RoboJelly“.

Cyro ist eine 1,6 Meter lange Konstruktion und bringt 77 Kilogramm auf die Waage. Unter dem weißen Silikon-Überzug befindet sich die Steuerung. Sie besteht aus einem Nickel-Metallhydrid-Akku sowie Sensoren, die sich auf einer Plattform als zentrales Element befinden. Dort sind acht Arme befestigt, die den Roboter wie eine Qualle langsam durch das Wasser fortbewegen – angetrieben von Elektromotoren. Die natürliche Eleganz, mit der Quallen durch das Wasser gleiten, kann allerdings nicht nachgestellt werden.

Warum eine Qualle als Vorbild?

Nicht die Krake oder der Hai wurde zum Vorbild genommen sondern die Qualle: Sie bewegt sich nicht schnell, jedoch auf eine sehr effektive und energiesparende Weise wie kein anderes Tier. Aufgrund der vielen verschiedenen Formen, Farben und Größen haben die Wissenschaftler die Möglichkeit, vielfältige Ideen für die Robotik zu sammeln. Für Cyro wurde die „Gelbe Haarqualle“ mit dem lateinischen Namen „Cyanea Capillata“ als Vorbild genommen. Sie ist bekannt als „Feuerqualle“ und gehört zu der Ordnung der Fahnenquallen. Die etwa 50 cm große Gelbe Haarqualle lebt im Atlantik, im Ärmelkanal sowie in der Nord- und Ostsee.

Im Vergleich zu RoboJelly kann Cyro eine größere Anzahl an Sensoren und Prozessoren mit sich tragen und dadurch einen längeren Zeitraum im Meer unterwegs sein. RoboJelly wurde noch über ein Seil mit Strom versorgt – Cyro hingegen ist eigenständig und autark unterwegs.

Einsatz im Militär und in zivilen Bereichen

Ziel des Projektes ist, Roboter-Quallen in militärischen und zivilen Bereichen zu nutzen. Sie sollen über mehrere Monate hinweg auf dem Meeresboden eingesetzt werden können, um dort Informationen über den Boden und das Leben im Wasser zu sammeln sowie den Zustand des Ökosystems zu überwachen. Zudem sollen die Unterwasserdrohnen zur militärischen Aufklärung eingesetzt werden. Der Meeresboden könnte künftig kartiert werden, um sich ein Bild über den Zustand des Meersbodens zu verschaffen.

Seit 2009 arbeiten bereits verschiedene US-amerikanische Universitäten an der Entwicklung der Unterwasserdrohne. Der Nachfolger von Cyro ist bereits in Arbeit. Bis zum tatsächlichen Einsatz im Meer wird es jedoch noch einige Jahre dauern. Das Projekt wird von der US-Navy mit fünf Millionen US-Dollar gefördert.

Von Petra Funk

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