Fairer Wettbewerb 10.04.2026, 08:00 Uhr

Wer gewinnt wirklich? Das mathematische Muster des Erfolgs

Wie fair ist Wettbewerb? Ein neues mathematisches Modell analysiert Erfolg in Sport & Wissenschaft und entlarvt strukturelle Verzerrungen.

Viele weiße Papierflieger und rein roter Flieger als Gewinner

Wer gewinnt und warum? Mathematik deckt auf, ob Wettbewerbssysteme fair, stagnierend oder verzerrt sind.

Foto: Smarterpix / AlexInPh

Die Frage, warum manche Menschen in Wettbewerben extrem erfolgreich sind, beschäftigt die Wissenschaft seit langem. Ein Team um Ioannis Pavlidis, Professor für Informatik an der University of Houston, hat nun eine mathematische Methode entwickelt, um die Qualität und Fairness solcher Systeme zu bewerten. Die im Fachmagazin npj Complexity veröffentlichte Studie zeigt, dass sich hinter dem Erfolg oft ein universelles Muster verbirgt.

Zwischen Fairness und Dominanz

Das mathematische Modell von Pavlidis und seinem Team analysiert die statistische Verteilung von Erfolgen über einen längeren Zeitraum. Die Forschenden untersuchten dabei drei völlig unterschiedliche Bereiche:

  • Sport: Die Medaillenausbeute von US-Schwimmteams und französischen Fechtenden bei Olympischen Spielen.
  • Wissenschaft: Die Vergabe von Forschungsgeldern durch die National Institutes of Health (NIH) und die National Science Foundation (NSF).
  • Militär: Die Luftsiege deutscher Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg.

Trotz der unterschiedlichen Disziplinen fanden die Forschenden eine Gemeinsamkeit: In funktionierenden Systemen ist der Erfolg zwar ungleich verteilt, aber nicht völlig konzentriert. Pavlidis erklärt: „Meine Hypothese war, dass es ein universelles Muster gibt, das sich durch alle menschlichen Bestrebungen zieht“.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Scientist for FPGA-based RF signal processing and control (m/f/d) Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
Landkreis Reutlingen-Firmenlogo
Leitung (w/m/d) des Kreisbauamtes Landkreis Reutlingen
Reutlingen Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 
Markt Bad Abbach-Firmenlogo
Sachgebietsleitung Hochbau und Gebäudeunterhaltung (w/m/d) Markt Bad Abbach
Bad Abbach Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Sweco GmbH-Firmenlogo
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x) Sweco GmbH
Hannover Zum Job 
Stadtwerke Strausberg GmbH-Firmenlogo
Techniker Stromnetz - Netzkoordination & Digitalisierung (m/w/d) Stadtwerke Strausberg GmbH
Strausberg Zum Job 
Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter (m/w/d) im Stahlbau Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG
Karlsruhe Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Die drei Gesichter des Wettbewerbs

Das Modell unterscheidet zwischen drei grundlegenden Systemzuständen, die jeweils eine eigene mathematische Signatur tragen:

  1. Relative Fairness (Optimal): Hier herrscht ein „harter, aber fairer“ Wettbewerb. Es gibt zwar eine Spitze von Top-Leistenden, aber die Positionen sind nicht in Stein gemeißelt. Neue Teilnehmende haben echte Aufstiegschancen. Mathematisch entspricht dies einer lognormalen Verteilung – Erfolg häuft sich an, ohne dass das System in eine winzige Elite kollabiert.
  2. Winner-takes-all (Verzerrt): In diesem Szenario dominieren ein oder zwei Akteure dauerhaft. Dies deutet auf strukturelle Ungleichgewichte hin und führt oft zu Stagnation, da andere Teilnehmende den Mut verlieren. Das mathematische Abbild ist hier die sogenannte Zipf-Verteilung.
  3. Breite Verteilung (Stagnierend): Erfolg ist hier fast gleichmäßig gestreut. Das wirkt zwar oberflächlich fair, deutet aber oft auf einen zu geringen Wettbewerbsdruck hin, was die Gesamtleistung des Systems mindert. Hier folgt die Statistik einer geometrischen Verteilung.

Wettbewerb als Lernprozess

Ein entscheidender Punkt der Studie ist die Erkenntnis, dass faire Systeme als Lernmechanismus dienen. „Jeder wird dazu angespornt, sich zu verbessern, aber manche verbessern sich mehr als andere, und im Laufe der Zeit können diese kumulierten Fortschritte zu auffälligen Unterschieden im Erfolg führen“, so Pavlidis.

Wichtig ist dabei der sogenannte „Sweet Spot“: Ein System muss fordernd genug sein, um Exzellenz zu fördern, darf aber den Erfolg nicht unerreichbar machen. Sobald sich die Regeln ändern oder Ressourcen massiv verschoben werden, reagiert die mathematische Signatur sofort. Sinkt etwa die Selektivität bei der Vergabe von Forschungsgeldern, nähert sich das System der breiten Verteilung an.

Ausblick: Von Individuen zu Teams

Die Methode bietet Organisationen die Chance, ihre eigenen Strukturen zu überprüfen – sei es in der Forschungsförderung oder bei militärischen Programmen. Künftig möchte Pavlidis untersuchen, ob diese Gesetze auch für Teamwettbewerbe gelten. Der Forscher betont: „Diese Forschung bietet eine neue Sichtweise auf den Wettbewerb, der ein grundlegender Bestandteil der Zivilisation ist“.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.