Ranking 18.01.2026, 19:00 Uhr

Tokio, Jakarta oder Dhaka – wer ist wirklich die größte Stadt der Welt?

40 Millionen Menschen in einer Stadt? Ein Blick auf die größten Metropolregionen der Welt – und ihre Probleme.

Luftbildaufnahme Tokio

Stadt so weit das Auge reicht: das ist Tokio.

Foto: panthermedia.net/jovannig

Die größten Städte der Welt sind längst mehr als „Großstädte“. Ihre Grenzen verschwimmen – aus einem Stadtkern werden Metropolregionen, die Vororte, Satellitenstädte und oft auch ländliche Randzonen einschließen. Bereits heute lebt rund 58 % der Weltbevölkerung in urbanen Räumen.

Gleichzeitig ist „Stadt“ statistisch kein eindeutiger Begriff: Je nach Quelle kann dieselbe Metropole deutlich größer oder kleiner ausfallen – je nachdem, ob Stadtgebiet, Agglomeration oder funktionaler Ballungsraum gezählt wird. Deshalb betrachten wir hier die 10 größten Metropolregionen auf Basis einheitlicher Abgrenzungen und runden Werte als ca.-Angaben.

Die größten Städte der Welt: Das sind die einwohnerstärksten Metropolregionen

Platz Metropolregion Einwohner
1 Jakarta (Indonesien) 41,9 Mio.
2 Dhaka (Bangladesch) 36,6 Mio.
3 Tokio-Yokohama (Japan) 33,4 Mio.
4 Neu-Delhi(Indien) 30,2 Mio.
5 Shanghai (China) 29,6 Mio.
6 Guangzhou-Foshan (China) 27,6 Mio.
7 Kairo (Ägypten) 25,6 Mio.
8 Manila (Philippinen) 24,7 Mio.
9 Kolkata (Indien) 22,6 Mio.
10 Seoul-Incheon (Südkorea) 22,5 Mio.

Hinweis: Einwohnerwerte variieren je nach Definition von „urban/Metropolregion“ und verwendeter Datengrundlage.

Platz 10: Seoul (Südkorea)

 

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Seoul-Incheon Brücke

Platz 10 für Seoul-Incheon in Südkorea.

Foto: panthermedia.net/gutarphotoghaphy (YAYMicro)

Auf den ersten Blick wirkt es beinahe überraschend, dass Seoul heute nur noch Platz 10 unter den größten Metropolregionen der Welt belegt. Mit rund 22,5 Millionen Einwohnern ist der südkoreanische Ballungsraum zwar weiterhin eine der größten urbanen Zonen Asiens, im globalen Vergleich aber wurde er inzwischen von schneller wachsenden Regionen in Süd- und Südostasien überholt.

Die Hauptstadtregion umfasst neben Seoul auch Incheon und große Teile der Provinz Gyeonggi. Fast jeder zweite Südkoreaner lebt hier. Während die Landesbevölkerung schrumpft, bleibt Sudogwon durch Binnenwanderung relativ stabil. Junge Menschen ziehen weiter in die Metropole, vorwiegend wegen zahlreichen Universitäten, Technologieunternehmen und gut bezahlten Arbeitsplätzen. Auf technischer und organisatorischer Ebene betrachtet, zählt Seoul zu den effizientesten Städten weltweit. Wohnraum ist jedoch knapp und die Immobilienpreise liegen auf internationalem Spitzenniveau.

Was hier eigentlich verglichen wird

„Größte Stadt“ klingt eindeutig – ist es aber nicht. Je nach Statistik werden sehr unterschiedliche Räume gezählt:

  • Stadtgebiet: administrative Grenzen (oft deutlich kleiner als der echte Ballungsraum).
  • Agglomeration: dicht bebaute Stadt plus direkt angrenzende Siedlungsflächen.
  • Metropolregion / urban extent: funktionaler Ballungsraum inkl. Vororte und Pendlergürtel.
  • Megaregion: mehrere zusammengewachsene Metropolen mit starker Verflechtung.
Konsequenz: Rankings und Einwohnerzahlen können je nach Definition um mehrere Millionen schwanken.

 

Platz 9: Kolkata (Indien)

Koloniale Prachtbauten, enge Altstadtviertel und weit ausgreifende Vorstädte prägen das Bild von Kolkata. In diesem vielschichtigen Stadtraum leben heute rund 22,6 Millionen Menschen, sodass sich die Metropolregion trotz ihres vergleichsweise langsamen Wachstums Platz 9 im Ranking sichert.

Über Jahrzehnte war Kolkata das industrielle und kulturelle Zentrum Ostindiens. Diese Rolle spiegelt sich bis heute im dichten, vielfach überalterten Stadtkern wider. Große Teile der Bevölkerung wohnen in informellen Siedlungen, häufig in niedrig gelegenen Vierteln entlang von Kanälen und Flussarmen. Gleichzeitig verlagert sich das Wachstum nach und nach in neue Entwicklungszonen wie New Town Rajarhat. Dort entstehen im Kontrast IT-Parks, moderne Wohnquartiere und Büroflächen, die Kolkata wirtschaftlich breiter aufstellen sollen.

Platz 8: Manila (Philippinen)

 

Geschäftsviertel von Manila mit Wolkenkratzern

Geschäftsviertel von Manila.

Foto: panthermedia.net/fazon1

Kaum eine Metropole verdeutlicht die Spannungen zwischen Wachstum und völliger Überlastung so anschaulich wie Manila. Der Ballungsraum und Platz 8 in der Rangliste zählt heute rund 24,7 Millionen Einwohner und bildet damit einen der dichtesten urbanen Räume der Erde. Die Stadt ist längst über ihre ursprünglichen Grenzen hinausgewachsen und verschmilzt zunehmend mit den angrenzenden Provinzen.

Im Alltag dominiert vor allem ein Faktor: Verkehr. Manila gilt regelmäßig als eine der staureichsten Städte weltweit. Pendelzeiten von mehreren Stunden sind keine Ausnahme, sondern fester Bestandteil des Alltags. Um gegenzusteuern, entstehen aktuell neue U-Bahn- und Hochbahnlinien, zusätzliche Stadtautobahnen sowie ein neuer internationaler Großflughafen. Die größere Bedrohung kommt von unten. Teile Manilas sinken ab, weil zu viel Grundwasser entnommen wird, während gleichzeitig der Meeresspiegel steigt.

Warum es keine „einzige“ Rangliste der größten Städte gibt

Einwohner-Rankings hängen stark davon ab, wie der Ballungsraum abgegrenzt wird. Typische Gründe für Abweichungen:

  • unterschiedliche nationale Definitionen von „urban“
  • andere Grenzziehungen (Stadt vs. Agglomeration vs. Metropolregion)
  • schnelles Wachstum – Datensätze sind oft schon beim Erscheinen leicht veraltet
  • Methodikwechsel: Neuere UN-Auswertungen nutzen teils konsistentere Kriterien, wodurch sich Platzierungen ändern
Wichtig: Zahlen sind nur vergleichbar, wenn Quelle und Methodik identisch sind.

 

Platz 7: Kairo (Ägypten)

Mit rund 25,6 Millionen Einwohnern ist Kairo der größte Ballungsraum Afrikas – und belegt den 7. Platz im Ranking. Die Stadt reicht längst über ihren historischen Kern hinaus und umfasst heute auch Gizeh, Schubra al-Chaima sowie weitläufige Neubaugebiete im Niltal und in der umliegenden Wüste.

Dieses Wachstum bringt die Infrastruktur langsam an ihre Grenzen. Straßen, Abwassersysteme und Stromnetze sind bereits heute vielerorts überlastet und die Verkehrslage zählt zu den chaotischsten der Welt. Hinzu kommen Umweltprobleme wie Luftverschmutzung, Müll und zunehmende Wasserknappheit. Um gegenzusteuern, entsteht östlich von Kairo eine neue Verwaltungshauptstadt, in die Ministerien, Behörden und Millionen Menschen umziehen sollen. Doch währenddessen expandiert auch das alte Kairo, sodass sich eine soziale Spaltung bereits jetzt bemerkbar macht.

Platz 6: Guangzhou (China)

Nachtaufnahme von Guangzhou

Nachtaufnahme von Guangzhou. Platz 6 in unserem Ranking.

Foto: panthermedia.net/tsuguliev

Auf Platz 6 folgt mit Guangzhou-Foshan einer der wirtschaftlich bedeutendsten Ballungsräume Chinas. Rund 27,6 Millionen Menschen leben im westlichen Perlflussdelta, wo Guangzhou längst mit Nachbarstädten wie Foshan, Dongguan und Shenzhen zu einer nahezu durchgehenden Megaregion verschmolzen ist. Gemeinsam bilden sie das industrielle Herz der Greater Bay Area, einer der produktivsten Wirtschaftsregionen der Welt.

Guangzhou war lange ein klassisches Zentrum der Massenfertigung. Inzwischen vollzieht sich aber ein Strukturwandel, wobei Elektronik, Robotik, Automobilbau und Logistik an Bedeutung gewinnen. Die einfachere Industrie wandert schrittweise in Hinter- oder Ausland ab. Das schnelle Wachstum bringt jedoch steigende Wohnkosten, Verkehrsbelastung und Flächenknappheit mit sich.

Platz 5: Shanghai (China)

 

Cityscape Shanghai China

Millionenmetropole Shanghai im Osten Chinas.

Foto: panthermedia.net/Imaginechina (Luxx)

Als Chinas wichtigstes Finanz- und Handelszentrum steht Shanghai sinnbildlich für den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes. Der Ballungsraum zählt heute rund 29,6 Millionen Einwohner und bildet den Kern des dicht besiedelten Jangtse-Deltas, einer der leistungsstärksten Wirtschaftsregionen der Welt. Shanghai und Platz 5 im Ranking ist nicht nur Sitz großer Banken und Konzerne, sondern auch ein globales Logistikzentrum mit dem größten Containerhafen der Erde. Gleichzeitig wandelt sich die Stadt.

Klassische Industrie verliert an Bedeutung, während Finanzdienstleistungen, Forschung sowie Halbleiter- und Biotechnologie immer stärker in den Vordergrund rücken. Im Vergleich wächst Shanghai aber nur noch langsam – etwa aufgrund strenger Zuzugsregel und als Effekt der demografischen Alterung Chinas. Hoher Energieverbrauch, Bodenversiegelung und Verkehr belasten zudem das Umfeld, weshalb Shanghai in Elektromobilität, grüne Gebäude und emissionsarme Industrie investiert.

Platz 4: Neu-Delhi (Indien)

 

Blick auf Delhi von Jama Masjid in Indien

Blick auf Delhi von Jama Masjid in Indien.

Foto: panthermedia.net/DonyaNedomam

Mit rund 30 Millionen Einwohnern ist der Großraum Neu-Delhi die größte Metropolregion Indiens – und Platz 4 in unserer Rangliste. Der Ballungsraum umfasst neben der Hauptstadt zahlreiche Satellitenstädte wie Gurgaon, Noida und Ghaziabad, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu eigenständigen Wirtschafts- und Wohnzentren entwickelt haben. Getrieben wird dieses Wachstum vor allem durch Binnenmigration.

Menschen aus ganz Indien ziehen in die Region, angelockt von Arbeitsplätzen in Verwaltung, IT, Industrie und dem Dienstleistungssektor. Die Infrastruktur hält damit jedoch kaum Schritt, sodass zum Beispiel in den Wintermonaten der Smog regelmäßig gesundheitsgefährdende Werte erreicht – befeuert durch Verkehr, Industrie und landwirtschaftliche Brände im Umland.

Ein wachsendes Metro-Netz, neue Schnellstraßen und ein weiterer internationaler Großflughafen sollen dabei das Verkehrsaufkommen entlasten. Die soziale Spaltung sorgt darüber hinaus für ein sehr kontrastreiches Stadtbild, vor allem, wenn Slums, informelle Siedlungen, moderne Büroviertel und Gated Communities gleichermaßen rasant wachsen.

Platz 3: Tokio-Yokohama (Japan)

 Yokohama japanisches Stadtbild

Tokio-Yokohama ist die größte Stadt der Welt.

Foto: panthermedia.net/sepavone

Noch vor wenigen Jahren galt Tokio als größte Metropolregion der Erde. Inzwischen ist der Ballungsraum Tokio-Yokohama mit rund 33 Millionen Einwohnern auf Platz 3 zurückgefallen – nicht, weil die Region selbst schrumpft, sondern weil andere asiatische Megastädte schneller wachsen als Japan. Der Ballungsraum umfasst Tokio, Yokohama und zahlreiche weitere Städte der Kanto-Region und bildet das wirtschaftliche, politische und technologische Zentrum des Landes.

Kaum eine Metropole funktioniert so effizient: Das Bahn- und U-Bahn-System transportiert täglich zig Millionen Menschen, die Flächennutzung ist extrem verdichtet, aber absolut präzise organisiert. Anders als in Süd- und Südostasien ist Tokios Herausforderung nicht Überbevölkerung, sondern ein demografischer Rückgang. Japans Bevölkerung altert rapide, und selbst Tokio verliert langsam Einwohner. Wirtschaftlich bleibt die Region dennoch stark, da dort hochproduktive Branchen wie Elektronik, Automobilbau, Robotik und Finanzdienstleistungen vertreten sind.

Platz 2: Dhaka (Bangladesch)

Dass Dhaka heute Platz 2 unter den größten Metropolregionen der Welt belegt, ist vor allem das Ergebnis eines der schnellsten Urbanisierungsprozesse überhaupt. Der Ballungsraum zählt rund 36,6 Millionen Einwohner – fast so viele wie ganz Polen – und wächst weiter, getrieben von massiver Land-Stadt-Migration aus allen Teilen Bangladeschs. Dhaka ist das wirtschaftliche Herz Bangladeschs, vor allem dank der Textil- und Bekleidungsindustrie, die Millionen Arbeitsplätze bietet.

Im Kontrast dazu sind Wohnraum, Verkehr und Versorgungssysteme chronisch überlastet. Viele Menschen leben in informellen Siedlungen mit nur eingeschränktem Zugang zu Wasser, Strom und Abwasserentsorgung. Die Lage im Ganges-Delta verschärft die strukturellen Probleme noch weiter. Überschwemmungen, steigender Meeresspiegel und immer bedrohlichere Extremwetterereignisse offenbaren die Verwundbarkeit dieser Region. Und trotz umfangreicher Infrastrukturprojekte, wie etwa neue Straßen, Brücken und Schnellbahnlinien, hinkt der Ausbau der Stadt immer dem Bevölkerungswachstum hinterher.

Platz 1: Jakarta (Indonesien)

 

Hochhäuser von Jakarta

Skyline von Jakarta.

Foto: panthermedia.net/h9images

Mit rund 42 Millionen Einwohnern ist der Großraum Jakarta heute der bevölkerungsreichste Ballungsraum der Welt – und damit Platz 1 im globalen Ranking. Die Metropole reicht weit über die eigentliche Hauptstadt hinaus und umfasst ein zusammengewachsenes Netz aus Städten wie Bekasi, Depok, Tangerang und Bogor, in dem sich ein Großteil der indonesischen Wirtschaft konzentriert.

Jakarta ist das politische, wirtschaftliche und finanzielle Zentrum des Landes, zugleich aber eine der am stärksten belasteten Megastädte der Erde. Große Teile der Stadt sinken jedes Jahr um mehrere Zentimeter ab, weil mehr Grundwasser entnommen wird, als sich natürlich neu bildet. In Teilen Nord-Jakartas liegt die Absenkung sogar bei 10 bis 25 cm pro Jahr.

Einige Flächen befinden sich mittlerweile unter dem durchschnittlichen Meeresspiegel und werden lediglich durch bauliche Barrieren vor den Fluten geschützt. Die Regierung geht deshalb einen historisch einmaligen Schritt. Die politische Hauptstadt wird nach Nusantara auf der Insel Borneo verlegt, um Jakarta zumindest administrativ etwas zu entlasten. Wirtschaftlich betrachtet bleibt die Region aber weiterhin unverzichtbar. Neue MRT- und S-Bahn-Linien, Deiche und Pumpwerke sollen die Funktionsfähigkeit längerfristig sichern.

Fazit: Megastädte sind kein Ausreißer mehr – sie sind die neue Regel

Der Blick auf die größten Metropolregionen der Welt zeigt: Extreme Stadtgrößen sind kein statistischer Sonderfall, sondern Ausdruck eines grundlegenden globalen Trends. Urbanisierung konzentriert sich zunehmend auf wenige, riesige Ballungsräume, die wirtschaftliche Dynamik, Arbeitsplätze, Infrastruktur und politische Macht bündeln. Städte wie Jakarta, Dhaka oder Delhi wachsen nicht deshalb so stark, weil sie „besser geplant“ wären, sondern weil sie als Anziehungspunkte in Ländern mit starkem Bevölkerungswachstum fungieren.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Größe allein kein Qualitätsmerkmal ist. Viele der größten Metropolregionen kämpfen mit strukturellen Problemen, die sich nicht proportional zur Einwohnerzahl lösen lassen: Verkehr, Wohnraummangel, Wasserknappheit, Umweltbelastungen und soziale Spaltung verschärfen sich, je schneller das Wachstum verläuft. Technische Lösungen – neue Verkehrssysteme, Digitalisierung, energieeffiziente Gebäude – können entlasten, ersetzen aber keine langfristige Stadt- und Regionalplanung.

Für Europa ergibt sich daraus eine klare Einordnung. Dass hier keine 30- oder 40-Millionen-Städte entstehen, ist kein Zeichen von Rückständigkeit, sondern Folge anderer demografischer und räumlicher Entwicklungen. Statt Megaregionen prägen polyzentrale Strukturen, kleinere Metropolräume und eng vernetzte Städte das Bild. Diese Modelle sind weniger spektakulär, dafür oft stabiler.

Entscheidend ist daher nicht, wo die größten Städte liegen, sondern wie sie funktionieren. Die Metropolregionen der Zukunft werden sich daran messen lassen müssen, ob sie Wachstum steuern können – oder ob sie von ihm überrollt werden.

 

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

  • Silvia Hühn

    Silvia Hühn ist freie Redakteurin mit technischem Fokus. Sie schreibt unter anderem über die Rekorde dieser Welt und verfasst Ratgeber.

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