Gewagte Rettungsmission 02.07.2026, 10:00 Uhr

So will die Nasa ihr wertvolles Observatorium vor dem Absturz bewahren

Dem Weltraum-Observatorium Swift drohte der sichere Absturz. Bis die Nasa sich für eine gewagte Rettungsaktion entschieden hat.

Ein Satellit mit Roboterarmen soll ein Nasa-Observatorium greifen und in einen höheren Orbit schleppen.

Der Service-Satellit Link greift in dieser künstlerischen Darstellung nach dem Nasa-Observatorium Swift.

Foto: Katalyst Space

Heute Mittag startet die Nasa eine gewagte Rettungsmission. Ein Satellit mit drei robotischen Greifarmen soll das wertvolle Weltraum-Observatorium Swift packen und vor dem Absturz bewahren. Gemeinsam sollen beide Satelliten einen sicheren höheren Orbit ansteuern, wo die Nasa swift weiter betreiben will. Der Start der Rakete ist für den späten Abend Ortszeitauf den Marshall-Inseln (Mittag nach deutscher Sommerzeit) geplant.

Der Auftrag für den Rettungssatelliten in Höhe von 30 Mio. $ ging an das US-Unternehmen Katalyst. Für Weltraumverhältnisse ist die Mission ein Schnellschuss: Katalyst hatte zwischen Auftragsvergabe und Raketenstart neun Monate Zeit für Design, Bau und Test des Abschleppsatelliten mit Namen Link.

Link wiegt annähernd 400 kg und ist mit drei Hauptantrieben ausgerüstet. Das wichtigste Feature: Der Service-Satellit hat drei Greifarme, die das Weltraumobservatorium Swift packen sollen. Um den Orbit anzuheben, benötigt Link laut Nasa mehrere Monate. Solche Greifmanöver sind kaum jemals erprobt worden, rund um diese so genannte In-orbit Servicing könnte sich aber ein Milliardenmarkt entwickeln. Auch die Bundeswehr beschäftigt sich mit defensiven und offesiven Spielarten der Technologie, zum Beispiel mit Inspektor- und Wächtersatelliten.

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Darum ist der Nasa Swift so wichtig

Swift ist seit 2004 im Orbit. Ursprünglich war die Mission nur auf zwei Jahre ausgelegt. Dann erwies sich Swift aber als Datenfabrik.

Swift ist mit drei Teleskopen ausgerüstet. Es beobachtet vor allem so genannte Gammablitze, also gewaltige Energieausbrüche im Universum. Die Nasa nutzt Swift, wann immer es flüchtige und unvorhersagbare Veränderungen am Himmel zu analysieren gilt.

Darum droht Swift abzustürzen

Der Satellit ist laut Nasa noch immer in einem guten Zustand. Aufgrund starker geomagnetischer Stürme hat er aber über die Jahre an Bahnhöhe verloren. Im Spätsommer wäre Swift vermutlich abgestürzt.

Das passiert beim und nach dem Raketenstart

Zunächst soll ein Flugzeug vom Typ Stargazer eine Pegasus-Rakete in etwa 10 km Höhe über den Marshall-Inseln absetzen, wo die Triebwerke zünden. Die Rakete bringt dann Link in einen erdnahen Orbit. Nach der Annäherung an das Observatorium Swift soll Link ein Rendez-vous-Manöver einleuten und schlussendlich Swift greifen.

Die Nasa rechnet damit, dass Swift – ein erfolgreiches Abschlepp-Manöver vorausgesetzt – noch etwa fünf Jahre lang Daten liefert.

So stehen die Chancen für die Rettungsmission

Die Erfolgsaussichten der Mission sind schwer einzuschätzen. Greif- und Docking-Manöver sind immer risikoreich und selten demonstriert worden. Zudem mussten sich die Katalyst-Teams extrem beeilen. „Das ist alles herausfordernd und riskant. Selbst viele Raumfahrzeuge, die viel länger und mit viel mehr Geld entwickelt wurden, sind aus banalen Gründen gescheitert“, sagte Kieran Wilson von Katalyst Space bei einer Pressekonferenz.

Ein Beitrag von:

  • Iestyn Hartbrich

    Iestyn Hartbrich ist Ingenieur und Journalist mit den Schwerpunkten Werkstoffe, Stahlindustrie, Raumfahrt und Luftfahrt.

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