Weltall 31.07.2023, 10:45 Uhr

Mars-Missionen: Startup setzt auf Mini-Raumschiff für Schwerkraft-Tests

Die Forschung zur Schwerkraft und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Körper im Zusammenhang mit der Mars-Besiedelung ist faszinierend und von großer Bedeutung für die Zukunft der Raumfahrt. Die Entwicklung eines Mini-Raumschiffs durch Startups wie gravityLab, das Schwerkraft-Tests ermöglicht, eröffnet spannende Möglichkeiten für die Raumfahrtforschung und die Planung von Missionen zum Mars.

Schwerkraft

gravityLab's Mini-Raumschiff: Neue Horizonte für Schwerkraft-Forschung und Mars-Missionen.

Foto: PantherMedia / erika8213

Wie wirkt sich Schwerkraft auf den menschlichen Körper aus?

Das Leben ohne Schwerkraft ist eine interessante Vorstellung, die sowohl begeistert als auch Herausforderungen mit sich bringt. Denn: In einer solchen Umgebung würden die grundlegenden physikalischen Gesetze, die unser tägliches Leben auf der Erde bestimmen, ihre Gültigkeit verlieren. Schwerelosigkeit würde bedeuten, dass Menschen und Gegenstände im Raum schweben könnten, ohne von der Anziehungskraft der Erde beeinflusst zu werden.

Raumfahrer und Astronauten müssten sich daran anpassen, um ihre alltäglichen Aufgaben und Bewegungen zu erfüllen, da die Gesetze der Trägheit und das Fehlen einer konstanten Ausrichtung neue Herausforderungen mit sich bringen würden.

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Auf der anderen Seite könnten biologische Auswirkungen das Leben ohne Schwerkraft beeinflussen. Die menschliche Gesundheit wird dadurch beeinträchtigt, da der Körper keine natürliche Belastung durch die Schwerkraft erfährt. Muskeln und Knochen könnten an Festigkeit verlieren, und die Langzeitwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel müssten gründlich untersucht werden.

Schwerkraft auf dem Mars

Doch wie ist es mit den ehrgeizigen Plänen der NASA, künftig Mars zu besiedeln? Die schwächere Schwerkraft auf dem Mars ist ein wichtiger Faktor bei der Planung von bemannten Missionen zum Mars und bei der Gestaltung von Raumanzügen und Ausrüstung, die den besonderen Bedingungen auf dem roten Planeten gerecht werden müssen. Die Schwerkraft auf dem Mars ist im Vergleich zur Schwerkraft auf der Erde deutlich schwächer, da der Mars einen kleineren Durchmesser und eine geringere Masse hat.

Wie wirkt sich die Schwerkraft auf dem Mars aus, die etwa 0,38 der Erdanziehung entspricht. Oder wie sieht es mit den Zwischenstufen aus, wie zum Beispiel der Mond mit 0,16 G oder Venus mit 0,91 G? Welche Auswirkungen haben diese Schwerkraftniveaus auf den menschlichen Körper, Pflanzen und andere Lebewesen, und sogar auf Produktionsprozesse?
Bis jetzt gab es mehr Fragen als Antworten zu diesem Thema.

„Programmierbare Schwerkraft“ erzeugen

Wie t3n in Bezug auf techcrunch.com berichtet, hat sich das Unternehmen gravityLab zum Ziel gesetzt, einige dieser Antworten zu finden. Dazu wurde ein rotierendes Raumschiff entwickelt, das „programmierbare Schwerkraft“ erzeugen kann. „Ich glaube, wir haben noch nicht ausreichend erforscht, was wir auf einer Mission zum Mars alles mitnehmen müssten und wie gut unsere Biologie in der Marsschwerkraft funktioniert“, sagte der Mitbegründer und CEO Grant Bonin. „Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass wir verstehen, ob es möglich ist, im Weltraum Babys zu bekommen.“ Dabei betonte er, dass das Verständnis der Auswirkungen unterschiedlicher Schwerkraftniveaus von entscheidender Bedeutung ist, um die langfristige Präsenz der Menschheit im Weltraum zu gewährleisten.

Mit einem motorisierten Ausleger, der ein Gegengewicht ausfahren und einfahren kann, soll die Gravitationsbeschleunigung im Inneren des Raumschiffs dynamisch gesteuert werden.

Anwendungsbereiche des gravityLab’s Raumfahrzeuges

Einige offensichtliche Anwendungsbereiche für gravityLab’s Raumfahrzeug sind: Man kann die Plattform nutzen, um sicherzustellen, dass einige Systeme in der Schwerkraft des Mondes funktionieren, bevor sie eine Mondmission starten. Andere Interessenten möchten damit möglicherweise Modellorganismen wie Fruchtfliegen oder Mäuse schicken, um zu verstehen, wie verschiedene künstliche Schwerkraftniveaus den menschlichen Körper beeinflussen. Die Kontrolle über die Schwerkraft hilft Forschenden dabei, deren Wirkung von anderen Variablen wie Strahlung zu unterscheiden.

Es gibt wahrscheinlich noch viele unentdeckte Anwendungsbereiche. Durch die präzise Programmierung der Schwerkraft könnte gravityLab die Herstellung von Dingen ermöglichen, die derzeit weder auf der Erde noch im Weltraum hergestellt werden können.

Wie geht es weiter?

Das Unternehmen gravityLab will nun nach eigenen Angaben die erste Mission, gLab-1, im Herbst 2024 an Bord einer der regulären SpaceX Transporter-Missionen oder einer ähnlichen Startmöglichkeit starten. Nach der ersten Mission ist geplant, regelmäßig weitere Missionen durchzuführen – möglicherweise sogar vierteljährlich, heißt es auf der Webseite des Startups.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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