Tod eines Software-Pioniers 24.06.2021, 09:48 Uhr

John McAfee stirbt im spanischen Gefängnis: Antivirus-Entwickler zwischen Betrug und Geldwäsche

John McAfee gilt als Antiviren-Pionier. Der Software-Entwickler wurde am Mittwoch tot in der Zelle eines Gefängnisses in Barcelona aufgefunden. Wir blicken auf ein bewegtes Leben zurück.

Gitter Gefängniszelle Schlüssel

John McAfee starb in einem Gefängnis in Barcelona mit 75 Jahren. Ihm drohte eine lange Haftstrafe.

Foto: panthermedia.net/albund

Seit Oktober saß John McAfee in einem Gefängnis in Barcelona. Spanische Behörden hatten den britisch-amerikanischen Entwickler am Flughafen in der beliebten Metropole festgenommen, da die US-Staatsanwaltschaft ihn wegen Steuerhinterziehung vor Gericht stellen wollte. Wenige Stunden vor seinem Tod wurde die Auslieferung McAfees an die USA genehmigt.

Warum saß John McAfee im Gefängnis?

Wie konnte es so weit kommen? John McAfee soll Steuern hinterzogen sowie vorsätzlich Steuererklärungen unterlassen haben. Die US-Börsenaufsicht SEC erhob den Vorwurf, McAfee habe den Kauf bestimmter Kryptowährungen empfohlen, ohne seine Werbehonorare offenzulegen. Der Software-Pionier galt als großer Bitcoin-Fan. Aus diesen Vergehen folgte eine Anklage gegen den Unternehmer eines der bekanntesten Antiviren-Programme. Wegen Betrug und Geldwäsche sollte ihm der Prozess gemacht werden. Die Anklage wegen Steuerhinterziehung bezieht sich auf die Jahre 2014 bis 2018. In einer Auslieferungsanhörung erklärte McAfee, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert.

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Woran starb der Antiviren-Unternehmer?

John McAfee wurde 75 Jahre alt. Die spanische Gefängnisverwaltung geht von einem Selbstmord aus, die genaue Ursache seines Todes wird aktuell untersucht. Wiederbelebungsversuche hätten den Unternehmer nicht mehr ins Leben zurückholen können. Fakt ist: McAfee hat sich gegen die Auslieferung an die USA gewehrt. Dort drohten ihm wegen Steuerhinterziehung 30 Jahre Haft. Doch hoffnungslos schien seine Lage nicht, denn die Gerichtsentscheidung vom Mittwoch war noch nicht rechtskräftig. Er hätte also Rechtsmittel einlegen können. Doch der Entwickler entschied sich offenbar für einen anderen Weg.

Das bewegte Leben des John McAfee

1945 wurde John McAfee im englischen Gloucestershire geboren. Sein  Vater arbeitete als US-Soldat in einer dortigen Armeebasis. Die Mutter war Britin. Als John 15 Jahre alt war, nahm sich sein Vater das Leben. Zuvor machten Missbrauchsvorwürfe am eigenen Sohn die Runde. Trotz der widrigen Umstände legte McAfee eine steile Karriere hin. Nach dem Studium am Roanoke College in Virginia begann er 1967 ein Doktoratsstudium in Louisiana. Hier flog er von der Uni, da er eine Affäre mit seiner Mentee, die später seine Frau werden sollte, begann. Dennoch erreichte McAfee den Doktortitel. 2008 verlieh ihm das Roanoke College die Ehrendoktorwürde.

Seine erste Anstellung als Programmierer folgte bei der NASA. In seiner weiteren Karriere entwickelte er Software Design für Univac und arbeitete als Betriebssystem-Architekt für Xerox.

McAfee begann im weiteren Verlauf mit der Entwicklung von Antiviren-Software. 1987 gründete er McAfee Associates, eine der ersten Antivirus-Firmen der Welt. 1994 zog er sich bereits aus dem Unternehmen zurück. Sein Vermögen konnte er nicht zusammenhalten.  Von einst 100 Millionen US-Dollar sollen nach Börsencrash und dem Platzen der US-Immobilienblase nur vier Millionen übrig geblieben sein. McAfee lebte zum Schluss in Belize und gründete eine Reihe Startups.

Was kann man alles mit McAfee machen?

McAfee ist eine Antiviren-Software, die eine kostenlose Virenschutz-Testversion bietet. Zu den weiteren Services gehören:

  • Malware
  • Firewall
  • Sicherer Browser
  • VPN für Telefone
  • Kindersicherung

McAfee Total Protection ist die Bezahlversion. Diese bietet mehr als nur reinen Virenschutz, nämlich spezielle Tools, die helfen, bösartige Bedrohungen wie Phishing und vieles mehr abzuwehren.

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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