Störung bei United Domains 23.07.2015, 14:39 Uhr

230.000 Webpräsenzen waren zweieinhalb Stunden offline

Rund 230.000 Webpräsenzen von Kunden des Domainhändlers United Domains waren gestern Nachmittag für zweieinhalb Stunden nicht erreichbar. Ein Zusammenhang mit einer zeitgleichen Störung in einem Rechenzentrum des Internet-Dienstleisters QSC liegt nahe, muss jedoch noch geprüft werden. Eine Cyberattacke kann ausgeschlossen werden.

United Domains ist mit mehr als 1,5 Millionen registrierten Domains und mehr als 300.000 Kunden einer der führenden Domain-Registratoren in Europa. Der Ausfall betraf 230.000 Webpräsenzen.

United Domains ist mit mehr als 1,5 Millionen registrierten Domains und mehr als 300.000 Kunden einer der führenden Domain-Registratoren in Europa. Der Ausfall betraf 230.000 Webpräsenzen.

Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa

„Es gibt leider eine Störung“ – twitterte United Domains gestern Nachmittag und entschuldigte sich bei seinen Kunden. Von 15.30 bis 18.00 Uhr konnten 230.000 Webpräsenzen nicht aufgerufen werden. Auch der Verkehr über die dazugehörigen E-Mail-Adressen war nicht möglich. Nach eigenen Angaben ist die United Domains AG mit 1,6 Millionen registrierten Domains und mehr als 300.000 Kunden einer der führenden Domain-Registratoren in Europa. 

„In einem unserer Rechenzentren kam es zu einer Netzwerkstörung“, erklärt Dr. Manuel Schölles von United Domains gegenüber Ingenieur.de. „Die Störung hat dazu geführt, dass von unseren 1,6 Millionen aktiven Domains rund 230.000 Domains nicht erreichbar waren.“ Es sei jedoch zu keinem Datenverlust gekommen. Ab 18 Uhr seien sämtliche Dienste wieder vollständig verfügbar gewesen.

United Domains: 1,5 Millionen registrierte Domains weltweit

„Im Rahmen unseres bereits bestehenden Anycast-DNS-Projekts, ein Netzwerk aus weltweiten DNS-Servern in verschiedenen Rechenzentren, das wir mit Hochdruck vorantreiben und schon Mitte August erfolgreich abschließen werden, können wir die Ausfallsicherheit unserer Dienste jedoch weiter erhöhen“, kündigt das Unternehmen bei Facebook an.

Tweet von United Domains. Von der Störung betroffen waren 230.000 Websites. Auch der zugehörige E-Mail-Verkehr kam zum Erliegen.

Tweet von United Domains. Von der Störung betroffen waren 230.000 Websites. Auch der zugehörige E-Mail-Verkehr kam zum Erliegen.

Foto: Twitter/United Domains

United Domains registriert für seine Kunden Internetadressen im weltweiten Domain Name System (DNS) – dem Dienst, der die URL einer Website in die zugehörige IP-Adresse übersetzt. Zu den Kunden von United Domains zählen große Unternehmen wie Germanwings, TUI und RTL interactive. Diese Unternehmen waren nach eigenen Angaben oder nach Informationen von United Domains jedoch nicht vom Ausfall betroffen.

Kaputter Router im Nürnberger Rechenzentrum von QSC

Zeitgleich mit United Domains hatte die Kölner QSC ebenfalls über Twitter eine Störung in ihrem Rechenzentrum in Nürnberg gemeldet, wo auch Server von United Domains stehen. QSC ist ein Internet- und Telekommunikationsdienstleister mit eigenem Netz und Rechenzentren in ganz Deutschland, United Domains einer seiner Kunden.

Wie QSC meldet, hatte ein fehlerhaft arbeitender Core-Router, also ein Rechner im Kernnetz (Backbone), in Nürnberg Probleme gemacht und für einen Ausfall der Netzwerkanbindung gesorgt. Eigentlich hätten andere Router die Aufgaben des fehlerhaft arbeitenden Rechners automatisch übernehmen müssen, erklärt QSC-Sprecher Dennis Knake gegenüber Ingenieur.de. Die Netzwerkarchitektur im Rechenzentrum sei entsprechend aufgebaut.

Stattdessen habe der defekte Rechner die anderen Router „sozusagen mit reingerissen“. „Im konkreten, gestrigen Fall (…) verhielt sich eine Netzkomponente bzw. eine Baugruppe unvorhersehbar und entgegen jeder Dokumentation. Daher konnten die implementierten Abfangmechanismen hier nicht greifen“, heißt es seitens QSC. Die betroffene Komponente sei ausgetauscht worden, eine weitere Analyse des Defektes werde gemeinsam mit dem Hersteller durchgeführt. Einen Cyberangriff als Ursache der Störung könne man definitiv ausschließen.

Von Susanne Neumann

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