DAIMLER vernetzt 22.05.2015, 10:26 Uhr

Mercedes-Werk in Bremen wird zur Fabrik 4.0

Mehr als 300.000 Autos baut Mercedes jedes Jahr im Bremer Werk. Mit intelligenter Vernetzung, Mensch-Roboter-Kooperation und digitaler Steuerung soll die Effizienz deutlich gesteigert werden. Bis 2019 investiert Mercedes 750 Millionen Euro und wird 500 neue Arbeitsplätze schaffen.

Fertigung des C-Klasse T-Modells im Mercedes-Werk Bremen: 750 Mio. Euro investiert Mercedes in die Fabrik, um es zum ersten Werk 4.0 zu machen. In Zukunft werden Menschen und Roboter noch enger zusammenarbeiten.

Fertigung des C-Klasse T-Modells im Mercedes-Werk Bremen: 750 Mio. Euro investiert Mercedes in die Fabrik, um es zum ersten Werk 4.0 zu machen. In Zukunft werden Menschen und Roboter noch enger zusammenarbeiten.

Foto: Daimler

Alle Prozesse im Bremer Mercedes-Werk werden künftig komplett vernetzt und damit die Idee der Industrie 4.0 in die Tat umgesetzt. Der Autobauer will sich damit weiter als Branchenführer in Sachen Digitalisierung profilieren. Bremen hat als weltweites „Leadwerk“ für das volumenstärkste Modell, die C-Klasse wegweisende Bedeutung. Bis 2019 will der Autobauer 750 Millionen Euro in die Fabrik an der Weser investieren und 500 neue Arbeitsplätze schaffen.

Produktionsplanung und Fertigungsprozesse sollen in Zukunft vollständig digital gesteuert werden. So kann etwa Materialbedarf an einer Fertigungsstrecke ständig beobachtet und per automatischer Nachforderung gedeckt werden. Mercedes rüstet dafür die Computersteuerung auf, um Big Data-Prozesse umsetzen zu können. Außerdem werden automatisierte, fahrerlose Transportsysteme innerhalb der Fabrik ausgebaut.

Mitarbeiter können Roboter flexibel nutzen

In Bremen sollen in Zukunft auch Mensch und Roboter eng zusammenarbeiten. Seit 2012 kooperiert der Autobauer mit dem Spezialisten Kuka, um flexible Leichtbauroboter zu entwickeln. Sie kommen beispielsweise bei Schraubvorgängen in der Fahrzeugmontage zum Einsatz. Der Roboter nimmt dem Mitarbeiter etwa anstrengende Arbeitsschritte wie Über-Kopf-Montagen ab. Weil die Maschine sensibel auf die Bewegungen des Menschen reagiert, können beide am selben Ort ohne Schutzvorrichtung arbeiten. Dieses „Robot Farming“ genannte Konzept „kombiniert die Präzision und Ausdauer des Roboters mit den kognitiven Fähigkeiten des Menschen“, erklärt das Unternehmen.

Volle Automatisierung im Presswerk

Bremen soll für Mercedes zum Modell für extrem wirtschaftliche Produktion werden. „Mit dem Zukunftsbild für das Mercedes-Benz Werk Bremen können wir die Produktion erhöhen und gewinnen gleichzeitig an Flexibilität und Effizienz““, sagt Markus Schäfer, Bereichsvorstand Produktion und Supply Chain Management Mercedes-Benz Cars. Im Jahr 2014 hat das Mercedes-Benz Werk Bremen rund 340.000 Fahrzeuge produziert. Am Standort werden derzeit acht Modelle gefertigt.

Roboter-Fertigung der C-Klasse im Mercedes-Werk Bremen: Seit 2012 kooperiert der Autobauer mit dem Spezialisten Kuka, um flexible Leichtbauroboter zu entwickeln.

Roboter-Fertigung der C-Klasse im Mercedes-Werk Bremen: Seit 2012 kooperiert der Autobauer mit dem Spezialisten Kuka, um flexible Leichtbauroboter zu entwickeln.

Foto: Daimler

Die Modernisierung in Bremen läuft bereits seit dem vergangenen Jahr. Im Presswerk zum Beispiel wurde eine neue Pressenlinie installiert, die bis zu 40 Bauteile pro Minute herstellen kann, vorwiegend Karosserieteile für die C-Klasse aus Aluminium. Dieser Prozess ist schon voll automatisiert: Fahrerlose Transporter bringen die Rohteile zur Presse, nach der Formung setzen Roboter die fertigen Teile auf so genannte Ladungsträger, auf denen sie dann direkt in die Montage transportiert werden können.

Digitale Simulation beschleunigt Prozesse enorm

Die Automobilbranche ist in Deutschland Vorreiter in Sachen Industrie 4.0. Vier von fünf Betrieben haben digitale Vernetzung schon zumindest teilweise umgesetzt. Welche Vorteile die Digitalisierung gerade in dieser Branche bietet, in der immer schnellere Modellwechsel immer mehr Flexibilität erfordern, zeigt das Beispiel der Aerodynamik. Mercedes setzt für die Optimierung des Luftwiderstands inzwischen Simulationen ein, die innerhalb eines einzigen Tages fertige Berechnungen des Cw-Wertes liefern. Noch vor wenigen Jahren dauerte ein solcher Prozess etwa ein halbes Jahr.

 

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